„Unwetterartige Glatteislage“: Wie lange sind Autofahrten noch gefährlich?
Das Tief „Gunda“ hat vielerorts für Glatteis gesorgt. Wie lange müssen Autofahrer aktuell noch besonders vorsichtig sein?
Gefrierender Regen, Blitzeis und gesperrte Schulen: Die vergangene Woche hat vielen Autofahrern eindrücklich gezeigt, wie schnell der Winter zur ernsthaften Gefahr werden kann. Tief „Gunda“ sorgte gemeinsam mit eisigen Temperaturen für eine „überregional unwetterartige Glatteis-Lage“, so bezeichnete es der Deutsche Wetterdienst (DWD). Doch wie angespannt ist die Situation jetzt noch? Und wie lange bleibt Autofahren riskant?
Rückblick: Blitzeis, Warnungen und geschlossene Schulen
Noch vor zwei Tagen war die Lage vielerorts kritisch. Tief „Gunda“ brachte zunächst Schnee, später Regen, der bei Frost sofort gefror. Besonders betroffen waren die West- und Südhälfte Deutschlands. Der DWD gab für mehrere Bundesländer Unwetterwarnungen wegen Glatteises heraus.
DWD-Meteorologe Oliver Reuter warnte eindringlich vor einer „überregional unwetterartigen Glatteis-Lage“. Auch Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder mahnte zur Vorsicht: „Die gefährliche Situation ist noch nicht vorbei.“ Der ADAC empfahl, unnötige Autofahrten zu vermeiden. Vor allem bei Blitzeis solle man das Auto besser stehenlassen.
Zwar blieben größere Unfallserien zunächst aus, doch Polizei und Wetterdienste machten klar, dass sich die gefährlichsten Situationen häufig zeitverzögert entwickeln, insbesondere in den Nachmittags- und Abendstunden.
Aktuelle Lage: Entspannung, aber keine Entwarnung
Inzwischen hat sich das Wetter in vielen Regionen beruhigt. Vor allem im Norden Deutschlands sind Schnee und Eis am Mittwoch großflächig geschmolzen. Tagsüber sorgen Plusgrade dafür, dass Straßen zunehmend abtrocknen.
Trotzdem gilt: Die Gefahr ist noch nicht vollständig gebannt. Nachts sinken die Temperaturen gebietsweise wieder unter den Gefrierpunkt. Besonders in den östlichen Teilen von Niedersachsen, in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern kann überfrierende Restnässe erneut zu glatten Straßen führen. In Mecklenburg-Vorpommern werden örtlich Tiefstwerte zwischen 1 und minus 2 Grad erwartet.
Hinzu kommt ein weiteres Risiko: Nebel. Aktuell besteht eine amtliche Warnung vor Nebel mit Sichtweiten unter 150 Metern. Gerade in Kombination mit feuchten oder angefrorenen Straßen erhöht sich das Unfallrisiko deutlich.
Wie lange bleibt Autofahren gefährlich?
Kurz gesagt: Vor allem morgens und nachts ist weiterhin Vorsicht geboten. Während sich die Lage tagsüber durch milde Temperaturen meist entspannt, können Nachtfrost, Nebel und überfrierende Nässe noch bis in die kommenden Tage hinein für gefährliche Situationen sorgen.
Meteorologen rechnen jedoch nicht mit einer Rückkehr einer flächendeckenden Glatteislage wie zu Zeiten von Tief „Gunda“. Der Winter zieht sich langsam zurück, zumindest in weiten Teilen Deutschlands. Dennoch gilt: Einzelne rutschige Abschnitte können auch bei scheinbar harmloser Wetterlage auftreten, etwa auf Brücken, in schattigen Bereichen oder auf wenig befahrenen Nebenstraßen.
Das sollten Autofahrer jetzt beachten
Fahrten gut planen: Besonders früh morgens und spät abends die Wetterlage prüfen.
Tempo anpassen: Auch bei Plusgraden können einzelne Stellen glatt sein.
Abstand halten: Längere Bremswege einkalkulieren.
Nebel ernst nehmen: Bei eingeschränkter Sicht Geschwindigkeit deutlich reduzieren und Nebelschlussleuchte korrekt einsetzen.
Im Zweifel stehen lassen: Der ADAC-Rat bleibt aktuell! Unnötige Fahrten vermeiden, wenn Glätte droht.
Wer jetzt aufmerksam bleibt, Wetterwarnungen verfolgt und defensiv fährt, kann das Unfallrisiko deutlich reduzieren.







