HalleWest-Nil-Virus erstmals in Deutschland nachgewiesen

Das West-Nil-Virus forderte in Europa bereits Tote. Nun wurde der Erreger erstmals in Deutschland nachgewiesen – wie gefährlich ist das West-Nil-Fieber?

Das von Mücken übertragene West-Nil-Virus breitet sich weiter in Europa aus. Bisher blieb Deutschland verschont. Jetzt meldete das Friedrich-Löffler-Institut die erste WNV-Infektion in Halle. Bei einem toten Vogel konnte das Virus nachgewiesen werden.

 

Toter Vogel in Halle trug West-Nil-Virus in sich

Nun versuchen Forscher unter Hochdruck herauszufinden, wie der Erreger eingetragen wurde. Das West-Nil-Virus wird von Stechmücken übertragen. Demnach müssten die infizierten Mücken mittlerweile auch in Deutschland angekommen sein. Entsprechende Untersuchungen im Raum Halle laufen bereits.

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West-Nil-Fieber forderte bereits europaweit Tote

Obwohl meist nur Vögel als Hauptwirt von der Krankheit betroffen sind, kann sich das West-Nil-Virus über Mückenstiche auch auf den Menschen übertragen. Europaweit wurden dieses Jahr bereits auffällig viele Infektionsfälle gemeldet. Insbesondere in Südeuropa kam es bereits zu Todesfällen, in Italien, Griechenland und Serbien sind mittlerweile bereits 47 Menschen an den Folgen der Infektion gestorben, wie die Süddeutsche berichtete. Im letzten Jahr war nur ein Todesfall bekannt. Die Ansteckung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich.

In Deutschland sind aktuell keine Fälle von West-Nil-Fieber bei Menschen bekannt. Erkrankte hatten sich bisher im Ausland mit dem Erreger infiziert. Wenn die deutschen Stechmücken das West-Nil-Virus nun jedoch ebenfalls in sich tragen, besteht die Gefahr einer Ausbreitung.

Das West-Nil-Fieber verursacht nur bei 20 Prozent der Fälle Symptome, die dann jedoch einer Grippe ähneln und daher meist spät entdeckt werden. Bei einem schweren Krankheitsverlauf kann sich die Infektion auf das Nervensystem ausbreiten und insbesondere bei älteren Menschen zum Tode führen.

Der Grund für die Ausbreitung des West-Nil-Virus ist bisher noch unklar. Forscher vermuten das warme Klima als mögliche Ursache.

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