Magen-Darm5 Dinge, die Du über das Norovirus wissen solltest

Der Norovirus ist viel mehr als einfach nur extremer Durchfall und Erbrechen. Unter Fachleuten gilt der Krankheitserreger als nahezu perfekte Angriffswaffe auf das Immunsystem. Warum? Weil der Virus extrem variabel, widerstandfähig und somit kaum besiegbar ist. Weitere unbekannte Seiten haben wir für Euch aufgedeckt.

Inhalt
  1. Widerstand gegen Norovirus ist zwecklos
  2. Norovirus: gefährlicher, als oft angenommen
  3. Manche Menschen, sind gegen das Norovirus immun
  4. Das Norovirus braucht Darmbakterien, um sich fortzubewegen 
  5. Noroviren gehen auf das Nervensystem

 

Widerstand gegen Norovirus ist zwecklos

Abstand zu einem erkrankten Noroviruspatienten zu halten ist zwar grundsätzlich eine gute Idee, bringt aber beim Norovirus nicht allzu viel. Deswegen ist es auch so schwer das Virus unter Kontrolle zu bekommen, denn selbst im Krankenhaus ist der Erreger extrem restistent gegen die meisten Hygienemaßnahmen. Auch wenn die typischen Symptome bereits nach wenigen Tagen verschwinden, können ehemaligen Infizierte über Monate hinweg ansteckend bleiben. Für Patienten mit einem ohnehin schon schwachen Immunsystem gilt das umso mehr.

Damit aber noch nicht genug, denn der Erreger ist nicht nur ausgesprochen hartnäckig, sondern auch noch hochansteckend. Ein Beispiel: 2009 erbrach sich ein Passagier, der den Norovirus in sich trug, in einer Maschine der New Sealand Air. Im Anschluss wurde das gesamte Flugzeug gründlichst gereinigt und desinfiziert. Trotz der Bemühungen steckten sich insgesamt 29 Flugbegleiterinnen ein, was rund 40% des Flugpersonals ausmacht, das den Flieger in der Woche nach dem Vorfall betreten hatte.

 

Norovirus: gefährlicher, als oft angenommen

Menschen, die am Norovirus erkranken und ein gesundes Immunsystem haben, müssen in den meisten Fällen nicht allzu viel befürchten. Abgesehen von ein paar unschönen Tagen, an denen die Toilette zum besten Freund wird, zieht der Norovirus wieder ab. Ein Teil der Noroviruserkrankungen endet jedoch tödlich, was an dem extremen Wasser- und Elektrolytverlust durch die heftigen Durchfälle liegt. Opfer von tödlichen Ausgängen sind deshalb meistens Kinder unter 5 und ältere Menschen über 75 Jahren, deren Flüssigkeitshaushalt besonders anfällig ist.

 

Manche Menschen, sind gegen das Norovirus immun

Wer glaubt, dass wir dem Norovirus schutzlos ausgeliefert sind, der irrt. Ein nicht unwesentlicher Teil der Menschen ist sogar gegen den Kranheitserreger immun, denn wenn der Körper nach einer Erkrankung einmal mit dem Virus fertig geworden ist, merkt sich das unser Immunsystem für eine lange Zeit von bis zu acht Jahren. Und dann gibt es sogar Menschen, die zu ihrem Glück ein ganzes Leben lang von dem Virus verschont bleiben. Das liegt meistens an einer Mutation in einem Gen, das Zellen der Schleimhäute mit bestimmten Proteinen an ihrer Oberfläche ausstattet. 

 

Das Norovirus braucht Darmbakterien, um sich fortzubewegen 

Versuche von Forschern Noroviren im Labor zu züchten sind immer wieder fehlgeschlagen. 2014 kam die US-Wissenschaftlerin Stephanie Karst dem großen Rätsel auf die Schliche. Das Norovirus braucht nämlich einen Komplizen, um in die Darmzellen zu gelangen und das sind Darmbakterien, die an ihrer Außenwand einen bestimmten Zuckerbaustein mit sich tragen. Die Kombination aus Zucker, Bakterium und Virus nehmen die Zellen der Darmwand auf und übergeben sie an die dahinterliegenden B-Zellen - die Zielzellen des Virus.

 

Noroviren gehen auf das Nervensystem

Zwar sind Noroviren vor allem dafür bekannt, dass sie unser Magen-Darmsystem außer Kraft setzen, aber es gibt außerdem Anzeichen dafür, dass der Krankheitserreger auch für andere, deutlich schwerwiegendere Symptome verantwortlich ist. So scheint das Norovirus auch das Nervensystem anzugreifen. Es sorgt für Krampfanfälle und das in einem deutlich intensiveren Ausmaß als es andere Durchfallerreger tun. Auch das plötzliche und sehr heftige Erbrechen ist ein Idiz für diese Annahme, denn anders als beim Durchfall, der einfach nur ausläuft, ist das Erbrechen ein Vorgang, bei dem Muskeln und Nerven gut koordiniert sein müssen. 

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