Tief- und Höhepunkte

Beatrice Egli lässt tief in ihre Seele blicken und offenbart ungeahnte Wahrheit

Was für eine steile Karriere! Beatrice Egli lüftet ihr Erfolgsgeheimnis und lässt dabei tief in ihre Seele blicken.

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Sie liebt Herausforderungen. Gerade erst erklomm Beatrice das Matterhorn, den höchsten Berg ihrer Schweizer Heimat. Eine stolze Leistung – und dennoch nur ein Etappenziel auf ihrer Lebensreise, wie die Sängerin uns bei einem sehr persönlichen Gespräch im Berliner „Indigo Hotel East Side Gallery“ offenbart …

Im Interview lässt Beatrice Egli tief blicken...
Foto: IMAGO / HOFER

Beatrice Egli : "Das war ein Tiefpunkt für mich"

Wie kamen Sie überhaupt auf den Gedanken, sich so etwas Außergewöhnliches wie die Besteigung des Matterhorns zuzumuten?

Im Sommer vor einem Jahr war die erste Phase der Pandemie vorüber, und es zeichnete sich ab, dass ich wohl nicht so schnell auf die Bühne zurückkehre. Das war ein Tiefpunkt für mich. Genau da fragte mich mein Management, welchen Herzenswunsch ich hätte. Mir fiel sofort die Besteigung des Matterhorns ein, weil ich kurz zuvor von St. Moritz nach Zermatt gereist war. Damals stand ich vor dem Matterhorn und sagte mir: Irgendwann im Leben steigst du dort hoch. Aber dass aus dem „irgendwann“ so schnell ein konkreter Plan werden würde, damit hatte ich nicht gerechnet … (lacht)

Sie stellen sich ja des Öfteren ungewöhnlichen Herausforderungen, reisten etwa für eine Auszeit durch Australien. Als Sie 2019 zurückkehrten, hatten Sie nicht mal mehr eine eigene Wohnung – alle Zeichen standen auf Neustart. Wo sehen Sie sich heute?

Aktuell fühle ich mich sehr angekommen, was mein Bewusstsein als Frau und meinen Charakter betrifft. Gleichzeitig spüre ich, dass ich eigentlich niemals wirklich ankommen werde. Darum geht es auch in meinem Lied „Jedes Mal“.

Darin heißt es: „Jedes Mal, wenn ich ankomm’, bin ich schon über das Ziel hinaus. Mir fällt es schwer, da zu sein, wo ich bin.“ Ist das Ihr Dilemma?

Dieses Verhalten gehört zu meinem Wesen und ist tief in mir verankert. Einerseits macht es mich glücklich, so rastlos zu sein, weil ich auf diese Art viel erreicht habe im Leben. Andererseits halte ich die Unruhe in mir oft selbst nicht aus.

"Mir wurde gesagt, ich sei zu dick und müsse abnehmen"

Was tun Sie, um mehr Ruhe in Ihr Leben zu bringen?

Ich denke, die Ruhe fängt langsam an zu begreifen, dass sie bei mir an der falschen Adresse ist und ich einfach ruhelos bleibe (lacht). Die Arbeit an meinem Album hat mir geholfen. Ich habe viel über mich selbst reflektiert und mir gewisse Dinge bewusst gemacht. Die Pandemie hat eine ungewohnte Ruhe in mein Leben gebracht.

Gleichzeitig hat mich diese Ruhe aber auch nervös gemacht – auch das war gut, weil es Energie in mir freigesetzt hat, um neue Projekte anzugehen.

Ein großes Thema auf Ihrem Album ist Selbstliebe. Wie haben Sie gelernt, sich so anzunehmen, wie Sie sind?

Das war ein langer Prozess. Als ich ein Teenager war, habe ich schon die Erfahrung machen müssen, aufgrund meines Körpers gemobbt und ausgegrenzt zu werden. Mir wurde gesagt, ich sei zu dick und müsse abnehmen. Ich wurde verletzt und habe gelitten – das war schlimm, aber ich habe es für mich abgehakt und entschieden, diese Kritik nicht mehr an mich heranzulassen. Natürlich war es nach dieser Entscheidung noch ein langer Weg, bis ich sagen konnte, ich steh voll und ganz zu mir und meinem Körper. Heute kann ich behaupten: Ich liebe mich so, wie ich bin.

Beatrice Egli: "Männer sind mir gegenüber öfter etwas schüchtern"

Halten Sie sich für eine starke Frau?

Ja – erst recht nach diesem Jahr, das hinter mir liegt! Ich fühle mich so stark wie nie. Ich bin eine starke Frau, weil ich meine Schwächen kenne und zu ihnen stehe.

Was ist Ihre größte Schwäche?

Meine Ungeduld. Außerdem fällt es mir schwer, Nein zu sagen.

Sie sind schon länger Single. Haben Sie manchmal das Gefühl, dass Männer vor einer starken Frau wie Ihnen vielleicht ein wenig Angst haben?

Ich spüre, dass ich eine gewisse Ausstrahlung habe. Männer sind mir gegenüber öfter etwas schüchtern. Nicht jeder geht gleich offensiv auf mich zu. Aber der Mann, der nicht auf mich zugehen kann, ist auch nicht der Richtige für mich.

Autorin: Christine Staab / Redaktion Closer

Artikelbild & Social Media: IMAGO / HOFER