AufgeklärtDas Pangasius-Problem: Warum der Fisch dir und der Umwelt schadet

Pangasius gilt als beliebter Fisch. Und Fisch ist gesund. Oder? Tatsächlich schadest du mit dem Kauf gleich dreifach – dem Fisch, der Umwelt und deiner Gesundheit.

Inhalt
  1. Die Pangasius-Geschichte: Vom Aufstieg zum Abfall
  2. Das Pangasius-Problem
  3. Vom Fischfang zur Fischproduktion: Woher stammt Pangasius?
  4. Wieso Pangasius alles andere als gesund ist
  5. Wie Verbraucher getäuscht werden
  6. Die Umwelt leidet mit
  7. Welchen Fisch kann ich noch kaufen?
 

Die Pangasius-Geschichte: Vom Aufstieg zum Abfall

Der asiatische Glattwels hat eine Achterbahnfahrt hinter sich. Nachdem er lange Zeit unbekannt vor sich hinschwamm, erfreute er sich vor ungefährt zehn Jahren immer größerer Beliebtheit. Der Pangasius wurde weltbekannt. Man kennt die Geschichte von Stars: Umso schneller der Aufstieg, desto größer die Fallhöhe. Nur war es nicht der Pangasius selbst, dem der Ruhm zu Kopf gestiegen war - sondern seinen Händlern. Bis heute ist der Fisch auf nahezu jeder Tiefkühlbühne zu finden. Doch vom asiatischen Glattwels ist zu diesem Zeitpunkt nur noch wenig übrig. Der einstige Exot unter den Fischen wurde von der Industrie geschluckt und kam als Medikamentencocktail wieder heraus.

 

Das Pangasius-Problem

Der Pangasius galt lange Zeit als exotischer Fisch. Heute ist er zu Spottpreisen in Supermärkten zu kaufen. Der günstige Preis bleibt nicht folgenlos: Deutschlandweit werden nach ARD-Informationen jährlich rund 40.000 Tonnen Pangasius verzehrt. Die hohe Nachfrage drückt wiederum weiter die Preise. Um zu verstehen, wieso das ein Problem ist, muss man die Herkunft des Fisches kennen.

 

Vom Fischfang zur Fischproduktion: Woher stammt Pangasius?

Hauptproduzent von Pangasius ist Vietnam, genauer gesagt das Mekong-Delta. In den dortigen Flüssen und Sümpfen war der Pangasius einst heimisch. Man könnte ihn dort somit eigentlich fangen. Doch mit steigender Nachfrage erhöhte sich der Druck, den Fisch jederzeit fangbereit zu haben. Eine günstige und gängige Methode ist die Aquakultur. Der Pangasius wird heutzutage gezüchtet und gemästet. Wer heute durch das Mekongdelta fährt, bekommt ein Meer aus Massentierhaltung präsentiert. Fischfarm reiht sich an Fischfarm, wie Dokumentation immer wieder eindrücklich zeigen. 

 

Wieso Pangasius alles andere als gesund ist

Ein Meer aus Masentierhaltung bedeutet gleichzeitig ein Meer aus Medikamenten. Denn in der Aquakultur leben üblicherweise 20 bis 60 Fische auf einem Kubikmeter. Um die Ausbreitung von Krankheitserregern zu vermeiden, landet eine Medikamentenmischung aus rund 50 Antibiotika, Desinfektionsmittel und Algenvernichter im Futter, dann im Wasser, dann im Pangasius und schließlich auf dem Teller. Antibiotikaresistenzen sind bereits ein Problem der Medizin, was mit der Massentierhaltung gefördert wird. Isst man Fisch aus Aquakultur, nimmt man somit mit ziemlicher Sicherheit Spuren verschiedener Medikamenten zu sich.

Zudem ist Fisch vor allem aufgrund seiner Omega-3-Fettsäuren bekannt. Deren Gehalt ist bei dem fettarmen Fleisch des Pangasius jedoch verschwindend gering. 

Eine gute Alternative: Wieso du Algenöl in deine Ernährung einbauen solltest

 

Wie Verbraucher getäuscht werden

Was passiert nun mit den Glattwelsen, wenn sie groß genug sind? Sie werden einfach abgefischt oder auch "geerntet". Um Zeit und Kosten zu sparen werden die Fische oftmals nicht einmal geschlachtet. Erst beginnt die lange Reise in den Bug eines Schiffes, auf der ein Teil erstickt. Der Rest wird bei der Weiterverarbeitung getötet. 

Das Pangasius-Filet wird entnommen und behandelt – nicht zum Konservieren oder Reinigen, sondern zum Aufpolstern. Denn Tricks der Fleischindustrie sind längst im Fischfang angekommen. Stoffe wie Phosphat sorgen künstlich dafür, dass das Fischfleisch an Masse und Gewicht zulegt. Von dem Fisch ist am Ende nur noch wenig zu erkennen. Von diesen Verbrauchertäuschungen berichtete Spiegel Online bereits 2011.

Verbrauchertäuschung: Fisch mit Wasser aufgepumpt 

 

Die Umwelt leidet mit

Der Kreislauf der Giftstoffe in Zuchstationen ist mit dem Fisch auf dem Teller nicht zu Ende. Denn das Wasser, in dem die Fische leben, muss ja auch irgendwohin. Medikamente, Kot und die letzten Krankheitserreger, die nicht abgetötet oder vielleicht sogar resistent geworden sind, landen im Fluss. Und das fließende Gewässer treibt es weiter. Zu anderen Tieren, die darin sterben oder erkranken. Zu Siedlungen, die den Fluss als Trinkwasserquelle nutzen.

Fleur de Sel: Gutes Meersalz oder teures Plastik?

 

Welchen Fisch kann ich noch kaufen?

Greenpeace und WWF haben Einkaufsratgeber für den Fischkauf veröffentlicht. Im Supermarkt helfen die Siegel MSC und ASC, die sowohl im Wildfang als auch in der Aquakultur bestimmte Qualitätskriterien versprechen. 

Weiterlesen:

Kategorien: