Ideale Vermehrungsbedingungen Eichenprozessionsspinner und Schwammspinner: Klimawandel Schuld an der Plage in Deutschland?

Eichenprozessionsspinner und Schwammspinner überziehen Deutschland. Experten machen den Klimawandel dafür verantwortlich. 
 

Seit Monaten halten zwei Raupenarten ganz Deutschland in Atem: der giftige Eichenprozessionsspinner und Schwammspinner. Der Befall durch die Raupen sorgte schon für gesperrte Autobahnen und geschlossene Schulen. Sogar Menschen wurden durch den Eichenprozessionsspinner bereits verletzt.
Inzwischen steht eine dramatische Frage im Raum: Drohen uns durch den Klimawandel regelmäßig Plagen wie diese? Experten befürchten es.

Hier erfährst du alles, was du über den gefährlichen Eichenprozessionsspinner wissen musst!

 

Sonne und milde Temperaturen: Ideal für Eichenprozessionsspinner und Schwammspinner

"Da es durch den Klimawandel zukünftig verstärkt sommerwarme, sommertrockene Perioden geben wird, wird der Schwammspinner-Befall zunehmen", sagt eine Sprecherin des Thüringer Landwirtschaftsministeriums gegenüber der Deutschen Presseagentur dpa.
Auch Insektenforscher Ronald Bellstedt aus dem thüringischen Gotha sieht ein Problem im immer wärmer werdenden Wetter in Deutschland: "Die Insekten brauchen Wärme, Licht und Sonne, dann klappt das mit der Vermehrung besser. Wie beim Wetter werden die Extreme durch den Klimawandel immer größer." 
Er ist sich sicher: Die Eichenprozessionsspinner- und Schwammspinner-Plage ist ein "Indiz für den Klimawandel". 

Der Schwammspinner
Foto: imago images / blickwinkel / H. Bellmann / F. Hecker

Giftige Eichenprozessionsspinner: Autobahn gesperrt & Schulen geräumt

 

Kampf gegen die Raupen: Wissen ist Macht 

Das Problem mit den Raupen ist zweigeteilt. Der Schwammspinner kostet vor allem Nerven und viel, viel Geld. Er ist nicht gefährlich für Mensch und Tier, sorgt durch sein geballtes Vorkommen aber für puren Schrecken. Im fränkischen Gunzenhausen beispielsweise überziehen die Schmetterlingsraupen ganze Wohnhäuser und haben jüngst ein 117 Hektar großes Waldstück kahl gefressen
Der Eichenprozessionsspinner hingegen ist gefährlich für Mensch und Tier. Sein Körper ist übersät mit Gifthärchen – pro Raupe sind es circa 600.000! Diese Härchen enthalten das Nesselgift Thaumetopoein, das im schlimmsten Fall zu einem lebensbedrohlichen, allergischen Schock führen kann. 
Sehr genau über die gefährlichen Tiere Bescheid zu wissen, kann im Ernstfall also Leben retten. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) informiert umfassend über den Eichenprozessionsspinner und klärt auch darüber auf, wie man sich vor den Härchen schützen kann.

Der Eichenprozessionsspinner
Foto: iStock / Mantonature

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