Eric Dane verliert den Kampf gegen ALS: Darum ist die Krankheit so hinterhältig – und tödlich
Der „Grey’s Anatomy“-Star Eric Dane ist im Alter von 53 Jahren gestorben. Die Ursache: ALS – eine unheilbare, fortschreitende Nervenerkrankung.
Eric Dane ist am 19. Februar 2026 im Alter von 53 Jahren gestorben. Fast ein Jahr zuvor hatte er seine Diagnose öffentlich gemacht: Amyotrophe Lateralsklerose (ALS), auch bekannt als Lou-Gehrig-Krankheit.
„Mit schweren Herzen teilen wir mit, dass Eric am Donnerstagnachmittag nach einem mutigen Kampf gegen ALS verstorben ist“, erklärte seine Familie in einem Statement. In seinen letzten Momenten sei er von seiner Ehefrau Rebecca Gayheart sowie den beiden Töchtern Billie und Georgia umgeben gewesen.
Nach seiner Diagnose im April 2025 engagierte sich Dane intensiv für Forschung und Aufklärung rund um ALS und wollte der Krankheit ein menschliches Gesicht geben.
Was ist ALS?
ALS ist eine fortschreitende neurodegenerative Erkrankung.
Dr. Lokesh B, leitender Neurologe am Aster CMI Hospital in Bengaluru, erklärt: „ALS, oder amyotrophe Lateralsklerose, ist eine schwere Krankheit, die die Nervenzellen im Gehirn und Rückenmark betrifft, die die Muskelbewegung steuern. Sie wird auch Motoneuronerkrankung genannt, weil sie die Motoneuronen schädigt, also die Zellen, die Signale vom Gehirn an die Muskeln senden.“
Diese Motoneuronen sind gewissermaßen die Kommunikationsautobahn zwischen Gehirn und Muskeln. Wenn sie degenerieren oder absterben, kann das Gehirn keine Bewegungen mehr auslösen oder kontrollieren. Die Folge: Muskeln bauen ab und verlieren ihre Funktion.
Erste Warnzeichen oft unscheinbar
Besonders tückisch ist, dass ALS häufig schleichend beginnt. Erste Symptome werden nicht selten als Müdigkeit oder harmlose Verletzung fehlinterpretiert.
Zu den frühen Warnzeichen zählen:
Muskelschwäche, zunächst oft in Händen, Armen, Beinen oder Füßen
Koordinationsprobleme wie häufiges Stolpern oder das Fallenlassen von Gegenständen
Verwaschene Sprache, schwächere Stimme oder Schluckbeschwerden (Dysphagie)
Muskelkrämpfe und sogenannte „Faszikulationen“ (Zuckungen), etwa in Armen oder der Zunge
Im weiteren Verlauf führt die „amyotrophe“ Natur der Erkrankung – wörtlich „ohne Muskelnahrung“ – zu Muskelatrophie, also einem fortschreitenden Muskelschwund. Betroffene verlieren schließlich die Fähigkeit zu gehen, zu sprechen und sogar selbstständig zu atmen.
„ALS betrifft in der Regel nicht das Denken, das Gedächtnis oder die fünf Sinne der meisten Menschen. Die genaue Ursache von ALS ist nicht vollständig bekannt, aber sie könnte mit genetischen Veränderungen oder Umweltfaktoren zusammenhängen. Die meisten Fälle treten ohne familiäre Vorgeschichte auf, während eine kleine Zahl vererbt wird“, so Dr. Lokesh.
Noch keine Heilung für ALS
Bis heute gibt es keine Heilung für ALS. Rund 90 Prozent der Fälle gelten als sporadisch, also ohne bekannte familiäre Ursache. Etwa 10 Prozent sind genetisch bedingt.
„Es gibt derzeit keine Heilung für ALS, aber bestimmte Medikamente können das Fortschreiten leicht verlangsamen. Die Behandlung konzentriert sich darauf, Symptome zu kontrollieren und die Lebensqualität zu verbessern“, erklärt Dr. Lokesh.
Dazu gehören:
Physiotherapie zum Erhalt der Muskelkraft
Sprachtherapie zur Unterstützung der Kommunikation
Ernährungsberatung bei Schluckproblemen
Atemunterstützung in fortgeschrittenen Stadien
Die Erkrankung verläuft in der Regel tödlich – meist innerhalb weniger Jahre nach Diagnose. Eine außergewöhnliche Ausnahme war der britische Physiker Stephen Hawking, der mehr als 50 Jahre mit ALS lebte. Ein so langer Krankheitsverlauf gilt jedoch als extrem selten.








