Fluten & Temperaturrekorde: Klimaforscher warnen vor Super-El-Niño
Wetterexperten warnen, dass sich bis Ende 2026 ein ungewöhnlich starkes El-Niño-Ereignis entwickeln könnte – mit dramatischen Folgen.
Im Pazifik braut sich gerade ein großes Klimaphänomen zusammen. Noch in diesem Jahr könnte ein ungewöhnlich starker El Niño erwachen und das komplette Weltwetter auf den Kopf stellen. Bisher prägen noch schwache La-Niña-Bedingungen den natürlichen Klimazyklus. Doch laut Klimaforschern löst sich diese Phase aktuell überraschend schnell auf. Die Wetterexperten von „Severe Weather Europe“ beobachten derzeit eine deutliche Erwärmung der tropischen Pazifikoberfläche. Dies sind Anzeichen dafür, dass sich bis Ende 2026 ein heftiger Super-El-Niño entwickeln könnte.
Fatales Wetterphänomen: Super-El-Niño kündigt sich an
Klimaforscher Zeke Hausfather von der University of California, Berkeley, hat 11 verschiedene Klimamodelle mit über 400 Simulationen ausgewertet. Das Ergebnis: Der Median liegt bei rund 2,5 Grad Temperaturabweichung im zentralen Pazifik. Deutlich stärker als der El Niño 2023/2024 und eher vergleichbar mit dem extremen El Niño von 2015/2016.
„Ein solch starkes Ereignis verstärkt die globalen Effekte des Klimawandels und könnte 2027 neue Rekorde bringen“, so Hausfather. Erschwerend hinzu kommt, dass seit 2015 die Erderwärmung schneller steigt als je zuvor. Der menschengemachte Klimawandel verstärkt die Effekte eines starken El Niño. In dieser Kombination könnte 2027 das heißeste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnung werden.
Was ist El Niño?
El Niño gehört zur natürlichen „ENSO-Klimaschwankung“ im Pazifik, bei der sich alle paar Jahre warme und kalte Phasen abwechseln. Unter normalen Bedingungen treiben kräftige Passatwinde warmes Oberflächenwasser nach Westen in Richtung Südostasien. Während eines El Niño lassen diese Winde nach, sodass sich das warme Wasser weiter nach Osten bis vor die Küste Südamerikas ausdehnt.
Die Auswirkungen von El Niño sind weltweit spürbar: Die Ozeane nehmen weniger Wärme aus der Atmosphäre auf, wodurch mehr Energie in der Luft verbleibt und die globale Temperatur ansteigt. Der stärkste Effekt tritt meist erst einige Monate nach dem Höhepunkt eines El Niño auf.
Auch die Wetterveränderungen können drastisch sein: Der Übergang von La Niña zu El Niño wirkt laut Wetterexperten wie ein plötzliches Öffnen eines Deckels – angestaute Wärme wird freigesetzt, und die Temperaturen steigen rasch an.
Welche Folgen hat der Super-El-Niño 2026/ 2027?
Ein heftiger El Niño wirkt wie ein Multiplikator für Extremwetter und hat Auswirkungen weltweit:
In Südamerika können heftiger Starkregen, Überschwemmungen und Erdrutsche die Folge sein. In Südostasien und Australien besteht erhöhte Gefahr für Dürren und Waldbrände, und in Ostafrika drohen mehr Ernteausfälle, die Hungersnöte zur Folge haben könnten.
Und auch auf das Wetter in Europa hätte ein Super-El-Niño starke Auswirkungen. Im westlichen Mittelmeerraum könnten verschobene Tiefdruckgebiete ab Sommer für mehr Niederschlag sorgen und im Herbst die Temperaturen ansteigen lassen. Deutschland dürfte voraussichtlich keine drastischen Wetterveränderungen erleben.
Wirtschaftlich können die Auswirkungen eines Super-El-Niño jedoch global spürbar sein. Ernteausfälle in Südamerika, Afrika und Südostasien könnten die Versorgung belasten, und durch gestörte Lieferketten könnten die Preise steigen. Außerdem steigt das Risiko für Fluchtbewegungen aus den schwer betroffenen Regionen.
Die Entwicklung im Pazifik wird weiterhin von Klimaforschern und Meteorologen mit höchster Aufmerksamkeit beobachtet. Die kommenden Monate werden zeigen, ob sich die stärksten Prognosen bewahrheiten. Die Alarmzeichen sprechen aber deutlich für sich.







