Dunkle Seite eines StarsHeinz Rühmann: Im Film ein liebevoller Papa, zu Hause ein Despot

Heinz Rühmann gehörte zu den größten Schauspielern Deutschlands. Im wahren Leben war er jedoch kein "Mustergatte", sondern oft ein Despot.

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Inhalt
  1. Heinz Rühmann: Seine Kindheit war von Schicksalsschlägen überschattet
  2. Sein eigenes Wohl stand an erster Stelle
  3. Heinz Rühmann konnte ein schlimmer Despot sein

Schon als Kind brachte Heinz Rühmann alle zum Lachen. Sein Vater holte ihn abends oft aus dem Bett, um die Gäste im eigenen Wirtshaus zu unterhalten. Dann saß der Knirps auf der Theke und zitierte Gedichte – so komisch, dass die Zuschauer nicht genug bekamen. Später glänzte er in seinen Rollen als sympathischer Kleinbürger, der mit Mutterwitz die Tücken des Alltags meistert. Oder er zeigte sich im Film als liebevoller Papa. Doch zu Hause war er ein Despot.

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Heinz Rühmann: Seine Kindheit war von Schicksalsschlägen überschattet

Die Jugend von Heinz Rühmann, 1902 in Essen geboren, war von Schicksalsschlägen überschattet. Seine Eltern hatten sich übernommen, waren plötzlich pleite, ließen sich scheiden. Als Heinz Rühmann 16 war, beging sein Vater Selbstmord.

Als junger Mann litt er darunter, nur 1,65 Meter groß zu sein. Doch er wollte es allen zeigen! Die Schule brach der Einser-Gymnasiast ab, um Schauspieler zu werden! Filmbosse erkannten bald sein Talent. 1930 landete er mit „Die Drei von der Tankstelle“ einen Riesenerfolg. Von seiner ersten Ehefrau Maria Bernheim ließ sich der Star 1938 scheiden. Er hatte sein Herz anderweitig vergeben: 1939 heiratete er seine Kollegin Hertha Feiler. Sie schenkte ihm 1942 seinen einzigen Sohn Peter.

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Sein eigenes Wohl stand an erster Stelle

1947 gründete der Star seine eigene Produktionsfirma – mit der er scheiterte. Hertha unterstützte ihn tatkräftig, um die Millionenschulden abzubauen. Sie nahm jede Rolle an – selbst wenn Sohn Peter unter ihrer häufigen Abwesenheit litt. Heinz Rühmann machte nie einen Hehl daraus, dass sein eigenes Wohl an erster Stelle stand. Die väterliche Erziehung erhielt der Junge mittels Postkarten: Fast täglich schrieb er an den Sohn, oft tadelnd, stets auf Disziplin aus. War die Familie vereint, bestand der Star auf feste Regeln. So hatten sich von sechs bis halb sieben alle – selbst der Hund – im Wohnzimmer einzufinden. Rühmann schenkte sich einen Whisky ein, und Hertha und Peter durften ihm erzählen, was sie am Tag so erlebt hatten.

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Heinz Rühmann gab im Film einen liebevollen Papa, doch zu Hause war er ein Despot.
Heinz Rühmann zeigte im wahren Leben ein despotisches Wesen.
Foto: imago images / United Archives
 

Heinz Rühmann konnte ein schlimmer Despot sein

Doch dann erkrankte Hertha Feiler († 54) an Krebs. 1970 starb sie. Allein sein, das konnte Heinz Rühmann nicht. 1974 gab er der Verlegerwitwe Hertha Droemer das Jawort. Sie ließ später wissen: „Seine Ehefrau zu sein, war ein Vollzeitjob! Er ging zeitig ins Bett, zwischen 21 und 22 Uhr, und er wollte mich immer dabeihaben. Da musste ich mich erst mal aus Liebe umgewöhnen.“

Auch hätte er ihr niemals erlaubt, ohne ihn nur einen Kaffee trinken zu gehen. Denn der Star war extrem eifersüchtig.

Heinz Rühmann starb am 3. Oktober 1994 mit 92 Jahren. In diesem Oktober jährt sich sein Todestag zum 26. Mal. Und noch immer lieben wir seine Filme – und sein verschmitztes Lächeln.

 

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