Sinkende Kinderzahlen

Immer weniger Kinder: SPD warnt vor Kita-Sterben in Ostdeutschland

Kindertagesstätten in Ostdeutschland zählen immer weniger Kinder. Die Entwicklung weckt Besorgnis und SPD-Politiker warnen vor einem Kita-Sterben.

Kleines Mädchen im Vorschulalter hängt ihre Jacke an eine leere Kita-Gaderobe
Die Nachfrage nach einem Kita-Betreuungsplatz nimmt in Ostdeutschland dramatisch ab. Foto: i-Stock/lithiumcloud
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Der Geburtenrückgang macht sich bereits deutlich bemerkbar – vor allem in Ostdeutschland spüren Kindertagesstätten die Auswirkungen des demographischen Wandels bereits unmittelbar. In vielen Bundesländern geraten Kitas nun stark unter Druck: Weil immer weniger Kinder nachkommen, droht zahlreichen Einrichtungen sogar die komplette Schließung. Politikerinnen und Politiker der SPD schlagen Alarm und warnen davor, dass noch mehr Kitas schließen müssen und dringend benötigte Fachkräfte das Arbeitsfeld verlassen könnten.

Angespannte Lage in Sachsen

Für 2025 prognostiziert das Statistische Bundesamt einen Rückgang der Kinderzahl in Sachsen. Damit verbunden ist auch die Zahl der Kindertagesstätten im Freistaat innerhalb eines Jahres um 15 Einrichtungen gesunken. Bis 2040 wird sogar erwartet, dass ein Viertel weniger Kinder die Grundschulen besuchen werden – eine Entwicklung, die sich bereits jetzt zuerst an den Kitas bemerkbar macht.

„Mit jedem Kind weniger verliert Sachsen etwas Zukunft“
Sachens Kultusminister Conrad Clemens (CDU)

SPD-Politiker warnen vor Wegfall von Bundesmitteln

Angesichts der stetig sinkenden Kinderzahlen in ostdeutschen Kindertagesstätten schlagen SPD-Politiker aus mehreren Bundesländern Alarm. Sie befürchten, dass mit dem Rückgang von Kindern auch wichtige Bundesmittel verloren gehen könnten – und fordern deshalb mehr Unterstützung, damit Kitas und Arbeitsplätze erhalten bleiben. „Erneut droht ein massiver Einbruch bei den Kita-Strukturen“, betonen die Sprecherinnen und Sprecher für Kindertagesstätten der SPD-Fraktionen aus Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern in einem gemeinsamen Forderungspapier. Dieses soll an die Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) adressiert werden.

Im Papier wird deutlich: Der demografische Wandel führt dazu, dass es immer weniger Kinder gibt – gerade im Osten Deutschlands sei diese Entwicklung besonders spürbar. Die Sozialdemokraten warnen vor weitreichenden Folgen: Vor allem junge und gut qualifizierte Fachkräfte sehen ihre berufliche Zukunft bedroht und könnten abwandern.

Qualität statt Quantität: Wie der Wandel Nutzen bringt

Während in westdeutschen Bundesländern vielerorts verzweifelt nach Betreuungsplätzen gesucht wird, stehen frühkindliche Einrichtungen im Osten oftmals vor der Schließung. Doch trotz sinkender Geburtenzahlen gibt es auch Lichtblicke: Kultusminister Clemens hebt hervor, dass frei werdende Landesmittel bereits jetzt dazu beitragen, den Betreuungsschlüssel in Kindergärten zu verbessern. Schon bald sollen auch die Krippen davon profitieren – mit rund 210 zusätzlichen Vollzeitkräften, die künftig für eine noch individuellere Betreuung sorgen werden.