StudieKlima: Milliarden Menschen könnten bald unter Sahara-Hitze leiden

Laut einer Klima-Studie könnten die Temperaturen bis 2070 extrem ansteigen, sodass die Folgen für Millionen Menschen weltweit verheerend wären.

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Inhalt
  1. So heiß wie in der Sahara
  2. Klimawandel: Hier kann es extrem heiß werden
  3. CO2-Wert muss drastisch sinken

Die Prognose ist düster: Sollten die Treibhausgas-Emissionen weiter in dem Tempo wie bisher ansteigen, hätte das massive Auswirkungen auf unsere Temperaturen. So könnte ein Drittel der Weltbevölkerung schon 2070, also in 50 Jahren, in Regionen leben, die eigentlich zu heiß und damit unbewohnbar sind. Das ergab die Studie eines internationalen Forschungsteams, die im Fachmagazin Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht wurde. 

 

So heiß wie in der Sahara

Mit einer jährlichen Durchschnittstemperatur von mehr als 29 Grad Celsius könnte ein Drittel der Menschen im Jahr 2070 dauerhaft in heißen Regionen leben müssen - oder auswandern. Derzeit ist nur in 0,8 Prozent der Landoberfläche der Erde ein solcher Temperaturdurchschnitt zu finden: in der Sahara. Doch schon in 50 Jahren könnte sich die Fläche auf 19 Prozent ausgedehnt haben.

In den letzten 6000 Jahren lebten die Menschen in Regionen bei Durchschnittstemperaturen von elf bis 15 Grad pro Jahr. Nur sehr wenige Menschen seien 20 bis 25 Grad gewohnt. Studienautor Marten Scheffer von der niederländischen Universität Wageningen glaubt, dass diese Temperaturspanne die "klimatische Nische" bezeichne - also jene, in der der Menschen dauerhaft lebensfähig ist. 

Klima 2070: Milliarden Menschen könnten unter Dauerhitze leiden
Schon in 50 Jahren könnte es in weiten Teilen der Welt Sahara-Temperaturen geben.
Foto: imago
 

Klimawandel: Hier kann es extrem heiß werden

Die betroffenen Gebiete lägen laut der Wissenschaftler vor allem in Südamerika, Südostasien, Afrika, Indien, und Nordaustralien. Insgesamt würde der Temperaturanstieg etwa 3,5 Milliarden Menschen weltweit betreffen. "Da die potenziell am stärksten betroffenen Regionen zu den ärmsten der Welt gehören, in denen die Anpassungsfähigkeit gering ist, sollte die Verbesserung der menschlichen Entwicklung in diesen Bereichen neben dem Klimaschutz Priorität haben", schreiben die Forscher. Zudem hätten solche Gesellschaften "größere Probleme mit Krisen, wie etwa neuen Pandemien" umzugehen.

Damit wir nicht schon bald mit einem drastischen Temperaturanstieg leben müssen, müsste laut Berechnungen der UN-Umweltbehörde Unep die weltweite CO2-Emission bis 2030 pro Jahr um 7,6 Prozent sinken. Das entspreche einer Verfünffachung der bisherigen Pläne der Staaten.

 

CO2-Wert muss drastisch sinken

Laut Scheffer zeigen die Studienergebnisse, dass die Menschheit den Ausstoß an Kohlendioxid (CO2) schnellstmöglich senken muss. "Das Coronavirus hat die Welt so stark verändert, wie es vor ein paar Monaten kaum vorstellbar gewesen wäre, und unsere Ergebnisse zeigen, dass der Klimawandel das auch könnte", warnt der Wissenschaftler. "Der Wandel käme langsamer – aber anders als bei der Pandemie gäbe es keine Aussicht auf Erleichterung."

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