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In diesem Land sind Menstruationsartikel jetzt kostenlos – Erste deutsche Stadt zieht nach

"Kostenlose Periodenprodukte für alle, die sie brauchen" - mit diesem neuen Gesetz stößt ein Land die Debatte um Menstruationsartikel neu an. Auch in Deutschland tut sich was!

Frau kauft Periodenprodukte in der Drogerie
Foto: zoranm/iStock

Kostenloser Zugang zu Tampons und Binden – in Schottland ist das nun per Gesetz geregelt. Könnte das auch in Deutschland umgesetzt werden? Ein erster Vorstoß läuft bereits.

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Tampons und Binden kostenlos: Schottland mit neuem Gesetz

Schottland geht mit dem "Period Products Act" aktiv gegen die sogenannte Periodenarmut vor. Periodenarmut meint die Tatsache, dass sich viele Menstruierende keine oder nicht ausreichend Hygieneartikel leisten können. Schon seit vergangenem Jahr sind deswegen kostenlose Tampons und Binden an schottischen Schulen Pflicht.

Jetzt wird das Gesetz ausgeweitet. Auch in städtischen Einrichtungen und Bildungseinrichtungen müssen kostenlose Periodenprodukte zur Verfügung stehen.

tampon steuer luxusartikel - Foto: iStock
Periodenarmut

Periodenarmut (engl. Period Poverty) ist ein globales Problem. 2021 berichtete die Hilfsorganisation Plan International, dass weltweit circa 500 Millionen Menstruierende keinen Zugang zu hygienischen Menstruationsartikeln haben.

In einer 2017 in Großbritannien durchgeführten Umfrage von Plan International zeigte sich, dass sich jede 10. menstruierende Person im Alter von 14 bis 21 keine Periodenprodukte leisten konnte.

Das wirkt sich unter anderem auf die Schulbildung aus: Wer keine Tampons oder Binden hat, geht während der Periode nicht zur Schule.

Ein Leuchtfeuer der Hoffnung

Die schottische Labour-Abgeordnete Monica Lennon, die das 2020 verabschiedete Gesetz angestoßen hatte, lässt keinen Zweifel daran, wie wichtig die Regelungen zu kostenlosen Menstruationsartikeln sind. Den Medien sagte sie:

"Gerade jetzt, wo die Lebenshaltungskosten steigen, ist das Gesetz ein Leuchtfeuer der Hoffnung, das zeigt, was erreicht werden kann, wenn Politiker zusammenkommen und zum Wohle der Menschen handeln."

Kostenlose Tampons und Binden: Bald in Deutschland?

Die überteuerten Preise von Periodenprodukten lösten in der Vergangenheit immer wieder heftige Debatten in Deutschland aus. Schließlich wurden Binden & Co. hierzulande jahrzehntelang als Luxusgüter mit 19 Prozent Mehrwertsteuer belegt, während Produkte des täglichen Bedarfs mit nur 7 Prozent besteuert wurden.

Die Petition "Die Periode ist kein Luxus" der Aktivistinnen Yasemin Kotra und Nanna-Josephine Roloff führte Ende 2019/Anfang 2020 dazu, dass dies geändert wurde.

Düsseldorf setzt ein Zeichen gegen Periodenarmut

7 Prozent Mehrwertsteuer auf Menstruationsartikel sind ein guter Anfang. In Düsseldorf gibt es allerdings Menschen, die mehr erreichen wollen. Wie in Schottland soll es in der Rheinmetropole bald kostenlose Hygieneartikel an Schulen geben.

Am 16. August 2022 wird der Schulausschuss der Stadt Düsseldorf darüber abstimmen, "allen interessierten weiterführenden Schulen Spender für Menstruationsartikel und budgetierte Finanzmittel zur Bereitstellung von kostenlosen Menstruationsartikeln in Eigenregie bereitzustellen".

Eine zuvor durchgeführte Testphase von November 2021 bis Juli 2022 an 13 Schulen in der Stadt führte zu einem positiven Ergebnis, wie unter anderem der "WRD" berichtete.

Im besten Fall zieht Deutschland tatsächlich nach und macht kostenlose Menstruationsartikel für alle möglich.

Es gibt mehrere Faktoren, die die Menstruation beeinflussen. Im Video erfahrt ihr mehr!

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