Louvre-Raub: Hochzeitsdiadem von Fürstin Gloria von Thurn und Taxis ist weg
Fürstin Gloria von Thurn und Taxis verliert beim Louvre-Raub ihr einstiges Hochzeitsdiadem!
Ein spektakulärer Kunstraub erschüttert derzeit Paris: Unbekannte sind am frühen Morgen des 19. Oktober in das weltberühmte Musée du Louvre eingedrungen und haben in nur vier Minuten kostbare Schmuckstücke aus der Galerie d’Apollon entwendet – darunter offenbar auch ein ganz besonderes Stück mit deutscher Geschichte.
Raub im Louvre: Schmuck aus Napoleons Sammlung gestohlen
Ersten Berichten zufolge handelt es sich bei der Beute um Juwelen aus der sogenannten „Sammlung Napoleons“ – gemeint ist damit wahrscheinlich Napoleon III. (1808–1873). Die betroffenen Exponate stammen aus der Galerie d’Apollon, einem der prunkvollsten Säle des Museums, in dem unter anderem Kronjuwelen und historische Schmuckstücke aus dem 19. Jahrhundert gezeigt werden.
Gloria von Thurn und Taxis: Ihr Hochzeitsdiadem gehörte einst Napoleon III.
Wie nun bekannt wurde, ist auch Fürstin Gloria von Thurn und Taxis indirekt von dem Raub betroffen – denn eines der gestohlenen Stücke war ihr einst persönliches Hochzeitsdiadem. Als die damals 20-jährige Gloria von Schönburg-Glauchau am 31. Mai 1980 in der Basilika von Schloss Emmeram in Regensburg Johannes Fürst von Thurn und Taxis heiratete, erhielt sie ein spektakuläres Geschenk: Ein mit Perlen und Diamanten besetztes Diadem, das 1853 zur Hochzeit von Kaiser Napoléon III. und Eugénie de Montijo angefertigt worden war.
Das Schmuckstück blickt auf eine lange Reise durch die Geschichte zurück: Nach der Versteigerung der französischen Kronjuwelen 1887, mit der der Staat Schulden nach dem Deutsch-Französischen Krieg begleichen wollte, wurde das Diadem für 78.100 Francs von M. Julius Jacobi ersteigert. Nur drei Jahre später gelangte es nach Regensburg – Albert, der achte Fürst von Thurn und Taxis, kaufte es als Hochzeitsgeschenk für seine Braut Margarete von Österreich. Sie trug das Diadem 1950 erneut – zu ihrer diamantenen Hochzeit.
Bis 1992 gehörte das prachtvolle Stück zur Juwelensammlung der Thurn-und-Taxis-Familie.
Nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 1990 musste Fürstin Gloria eine Erbschaftssteuer von 45 Millionen D-Mark begleichen. Um die finanzielle Last zu stemmen, ließ sie 1992 Teile der Sammlung beim Auktionshaus Sotheby’s in Genf versteigern – darunter auch das berühmte Napoléon-Diadem. Mit einem Augenzwinkern erklärte sie damals: „Ich trage nicht so oft Kronen. Weshalb sollte ich also so viele aufbewahren?“
Das Schmuckstück wurde später vom Louvre erworben und in der Galerie d’Apollon ausgestellt – bis zum Raub in dieser Woche.








