Maggi Ravioli: Öko-Test mit eindringlicher Warnung!
Öko-Test hat 52 Konserven auf BPA analysieren lassen. Das Ergebnis sollte Verbraucher aufhorchen lassen.
Seit vergangenem Monat gilt ein neues Gesetz, das dafür sorgen soll, dass Bisphenol-Rückstände aus Lebensmittelverpackungen bald Geschichte sind. Doch wie hoch ist aktuell die Belastung in Dosenlebensmitteln? Dieser Frage ist Öko-Test nachgegangen und hat 52 unterschiedliche Dosen im Labor auf Bisphenol-Belastungen untersuchen lassen. Ein deutscher Lebensmittelklassiker hat dabei besonders schlecht abgeschnitten.
Was Bisphenol A (BPA) so problematisch macht
Von Softdrinks über Ananas und Gemüse bis hin zu Linseneintopf, Ravioli, Thunfisch oder Kokosmilch: In Konservendosen steckt so ziemlich alles, was schnell verfügbar und lange haltbar sein soll. Praktisch – keine Frage – und aus deutschen Vorratsschränken auch nicht mehr wegzudenken.
Doch der Dose haftet längst kein makelloser Ruf mehr an. Der Grund: Bisphenol A (BPA). Der Stoff kann aus der Innenbeschichtung der Dose in den Inhalt übergehen. Und genau das macht BPA so problematisch: Die Chemikalie gilt als besonders besorgniserregend, weil sie hormonähnlich wirken und unter anderem die Fruchtbarkeit beeinträchtigen kann. Aufgenommen wird BPA vor allem über Lebensmittel – und Dosenprodukte zählen dabei zu den wichtigsten Quellen.
Top & Flop: Dieser Lebensmittelklassiker fällt durch
Für einen großen Check hat Öko-Test insgesamt 52 Konserven eingekauft und im Labor genau unter die Lupe nehmen lassen. Untersucht wurde, ob sich in den Dosen Bisphenol A (BPA) sowie die verwandten Stoffe Bisphenol S (BPS) und Bisphenol F (BPF) finden. Getestet wurden dabei Dosenprodukte aus diesen Kategorien: 10 Linseneintöpfe, 6 Ravioli, 9 Dosen Erbsen & Möhren und 11 Dosen Ananasscheiben – allesamt abgefüllt in Weißblechdosen. Dazu kamen 10 Heringsfilets sowie 6 Softdrinks in Aludosen.
Mit dem „Bio Primo Linseneintopf rustikal“ von Müller Drogeriemarkt gibt es bei Öko-Test erstmals ein Lebensmittel aus einer Weißblechdose, in dem weder BPA noch BPS oder BPF nachgewiesen werden konnten. Auch die „Sea Gold Heringsfilets geteilt in Tomatensauce“ von Netto schneiden in diesem Punkt genauso sauber ab – allerdings stecken sie in einer Aluminiumdose, und dort ist ein solches Resultat nicht ungewöhnlich.
Ganz anders fällt das Ergebnis bei den „Maggi Ravioli in Tomatensauce“ aus – und zwar alarmierend: In nur einer Portion des Maggi-Klassikers steckt 833-mal so viel Bisphenol A (BPA), wie die EFSA bei einer täglichen Aufnahme noch als gesundheitlich tolerabel einstuft. Heißt: Nach dem Verzehr einer Dose „Maggi Ravioli in Tomatensauce“ hat eine 60-Kilo-Person bereits mehr BPA aufgenommen, als eigentlich in über zwei Jahren zusammenkommen sollte. Auch „Bonduelle Erbsen & Möhrchen feine Auslese“ sowie „Greenland Erbsen mit Möhren sehr fein“ von Penny sind laut Test „sehr hoch“ mit Bisphenol belastet.
Die eindringliche Empfehlung von Öko-Test lautet, die Aufnahme von Dosenlebensmitteln so gering wie möglich zu halten und lieber auf frische Lebensmittel zurückzugreifen. Wichtiger Tipp im Alltag: Angebrochene Dosen solltest du nicht einfach in der geöffneten Verpackung stehen lassen, sondern den Inhalt am besten in ein sauberes Schraubglas umfüllen und im Kühlschrank lagern. So können weniger Stoffe aus der Dose in das Lebensmittel übergehen.







