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Mehr Rechte für Mieter: Was darf die Wohnung monatlich kosten und was gilt für Renovierungen und Abrechnung?

Höchstens 30 Prozent des Budgets sollten für die Miete aufgebracht werden: so die gängige Faustregel. Doch an vielen Orten geht dafür heute mehr als die Hälfte des Einkommens drauf...

An vielen Orten geht dafür heute mehr als die Hälfte des Einkommens drauf...
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Mieter-Rechte bei Mieterhöhungen

Flattert eine Erhöhung ins Haus, schauen Sie gut hin. Die letzte Erhöhung muss zwölf Monate her sein, wenn zur Begründung Vergleichsmieten herangezogen werden (Mietenspiegel oder Beispiel aus der Nachbarschaft). Lag die Miete bisher unter der üblichen Vergleichsmiete, darf sie den Höchstbetrag nicht überschreiten. Die Nettokaltmiete (ohne Neben- und Betriebskosten) darf zudem in drei Jahren insgesamt um höchstens 20 Prozent steigen, mancherorts sogar nur um 15 Prozent (z. B. in Hamburg und Berlin). Gibt der Vermieter keine Begründung an, ist die Erhöhung ungültig. Stimmt der Mieter der Erhöhung nicht binnen zwei Monaten zu, oder widerspricht er schriftlich, kann der Vermieter die Erhöhung einklagen. Die örtlichen Mietervereine prüfen den Anspruch (für Nicht-Mitglieder gegen Gebühr oder gratis im Online-Check, z. B. www.mieterbundhamburg.de).

Bei Staffel- und Indexmieten darf der Vermieter neben der automatischen Erhöhung und der Preisentwicklung nichts verlangen. Dafür gilt hier aber Mietpreis-Bremse nicht.

Renovierungen: Welche Rechte haben Mieter?

Mieter gönnen ihren Wohnungen gelegentlich einen frischen Anstrich oder neue Tapeten. Dazu sind sie auch verpflichtet. Aber: Der Vermieter darf weder strenge Fristen noch Farb- oder Tapeten-Vorgaben dafür machen. Faustregel: Küche und Bad ca. alle drei Jahre, Wohn- und Schlafzimmer alle fünf Jahre, Flur- und Nebenräume alle 7 Jahre. Unzulässig ist es, Renovierungen zu verlangen, wenn die Wohnung unrenoviert übergeben wurde. Generell eine komplette Renovierung bei Ein- oder Auszug zu fordern, ist nicht erlaubt.

Modernisiert der Vermieter die Wohnung, dürfen nur 8 Prozent der anteiligen Kosten auf die Miete umgelegt werden. Und auch nur, wenn der Gebrauchswert steigt, etwa durch energetische Sanierung, ein neues Bad oder einen Balkon.

Mieter-Rechte bei Nebenkosten

Hier ist der Fehlerteufel besonders oft am Werk, eine genaue Überprüfung lohnt sich. Die Betriebskosten-Abrechnung ist nur gültig, wenn der Zeitraum exakt angegeben wird. Die einzelnen Posten müssen alle aufgeführt sein, bei Mehrfamilienhäusern sowohl die Gesamtkosten als auch der exakte Anteil für Ihre Wohnung. Vorauszahlungen müssen abgezogen sein. Die Abrechnung für 2022 muss spätestens ein Jahr nach Ende des Abrechnungszeitraums vorliegen.

Wohn- und Mietkosten in Deutschland sind explodiert

Die Wohn- und Mietkosten in Deutschland haben sich seit 1990 verdoppelt. Für Baugrundstücke, Eigentumswohnungen und Reihenhäuser muss man sogar mehr als das Doppelte von dem einkalkulieren, was vor 30 Jahren noch als Durchschnittspreis pro m² angesehen wurde.

Im Video: Mietkaution: Anlegen oder Kautionsversicherung?

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