Nebenwirkung von GlucocorticoidenNeue Forschungen: Cortison kann Diabetes auslösen

Cortison ist ein weit verbreitetes Medikament, das gegen zahlreiche Beschwerden verschrieben wird, obwohl die Nebenwirkungen nicht unerheblich sind. Nun bestätigen neue Forschungsergebnisse, dass der Entzündungshemmer Stoffwechselstörungen wie Diabetes auslösen kann.

Cortison ist ein universell einsetzbarer Entzündungshemmer: Allgemeinmediziner und Fachärzte verschiedenster Richtungen verschreiben das Medikament für ganz unterschiedliche Beschwerden, denn von Neurodermitis, über Rheuma bis hin zu Autoimmunerkrankungen kann Cortison gegen zahlreiche Krankheiten oder zumindest gegen ihre Symptome eingesetzt werden. Dennoch herrscht eine weit verbreitet Skepsis: Vor allem, wenn das Medikament über einen längeren Zeitraum oder in sehr hohen Dosierungen verabreicht wird, können schwerwiegende Nebenwirkungen auftreten. Neben Osteoporose und Bluthochdruck steht auch Diabetes in diesem Zusammenhang schon länger unter Verdacht. Nun bestätigt eine Studie, dass eine langfristige Einnahme von Cortison zu Diabetes und anderen Stoffwechselerkrankungen führen kann.

Forscher warnen: Warum Aspirin gesunden Menschen mehr schadet als nützt

 

Studie: Cortison als Auslöser für Steroid-Diabetes

Einer Studie des Helmholtz Zentrums München in München zufolge haben Glucocorticoide wie Cortison nicht nur eine entzündungshemmende Wirkung. Sie können außerdem die Aktivität von Genen in der Leber, genauer gesagt von Stoffwechsel-Genen verändern, was ein Auslöser für Steroid-Diabetes sein kann. Die Forscher fanden heraus, dass ein Transkriptionsfaktor namens E47 für die durch Cortison ausgelösten Mechanismen in der Zelle verantwortlich sein könnten. Bisher wurden allerdings nur Tests an genmanipulierten Mäusen durchgeführt: Tiere ohne den Transkriptionsfaktor E47 zeigten keine negativen Auswirkungen durch Glucocorticoide (Cortison). Mäuse mit E47 entwickelten durch das Medikament jedoch eine Fettleber, erhöhte Blutfettwerte und Überzucker.

Grippewelle 2019: Lohnt sich jetzt noch eine Impfung?

 

Wie alarmierend sind die Ergebnisse wirklich?

Den Forschern des Helmholtz Zentrums zufolge lassen sich die Ergebnisse sehr wahrscheinlich auf den Menschen übertragen. Allerdings müssen weitere Studien das erst im Detail zeigen. Letztendlich machen die jüngsten Ergebnisse jedoch nur deutlicher, was sich in Bezug auf Cortison ohnehin bereits herauskristallisiert hat: Die Nebenwirkungen des Medikaments sollten vor allem bei sehr hohen Dosierungen und einer Langzeiteinnahme nicht unterschätzt und sorgfältig beobachtet werden. Denn dass durch den Entzündungshemmer ungesunde Blutzucker-, Blutfett- und Blutdruckwerte auftreten können, ist schon länger bekannt.

 

Weiterlesen:

Antibiotikaresistente Keime in der Arktis: Was bedeutet der Fund wirklich?​

Paracetamol, Ibuprofen, ASS: Welches ist wann das richtige Schmerzmittel?

Stiftung Warentest empfiehlt diese Medikamente bei Erkältung​

Heißer Tee kann zu Speiseröhrenkrebs führen​

Kategorien: