paddy nach „Die Höhle der Löwen“: Das wurde aus der KI für Lehrer
Der Arbeitstag eines Lehrers endet direkt nach Schulschluss, die Unterrichtsplanung kostet zusätzlich viel Zeit. Dabei soll nun paddy helfen.
Ausgerechnet an ihrem Geburtstag stehen Lukas Portmann (22) und Tobias Schröder (22) in der „Höhle der Löwen“ vor dem Rudel – und statt Kuchen geht es um die Zukunft der Bildung. Gemeinsam mit Matty Frommann (22) präsentieren die Gründer aus Bielefeld paddy, einen KI-Agenten für Lehrkräfte, der den Schulalltag von der Vorbereitung bis zur Lernstandsanalyse vereinfachen soll. Ihr Angebot: 350.000 Euro für zehn Prozent der Firmenanteile.
KI, die Unterricht vorbereiten soll
Die Idee hinter paddy ist klar: Lehrkräfte verbringen immer mehr Zeit mit Aufgaben außerhalb des Klassenzimmers. Genau dort setzt die Software an. Sie soll in Sekunden lehrplankonforme Unterrichtsideen erstellen, Arbeitsblätter, Podcasts und andere Materialien generieren und individuelles Feedback für Schüler:innen formulieren. Dazu begleitet paddy den gesamten Workflow – von der Vorbereitung über die Durchführung bis zur Analyse des Lernstands.
Die Gründer kennen das Bildungsumfeld nicht nur aus der Nutzerperspektive. Schon während ihrer Schulzeit begannen sie, Lehrkräfte im Bereich Digitalisierung zu schulen; inzwischen haben sie nach eigenen Angaben über 500 Schulen begleitet. Mit paddy wollen sie diesen Ansatz skalieren und das Potenzial von KI im Schulalltag breiter verfügbar machen.
Das Geschäft mit Schulen
Im Pitch nennen die Gründer bereits erste Zahlen: 50.000 Euro Umsatz pro Jahr und 50 Schulen, die die Lösung nutzen. Verträge mit Schulen laufen meist jährlich, was Carsten zunächst skeptisch macht, Frank aber weniger problematisch findet – schließlich bleibe eine Schule, die paddy einmal eingeführt hat, vermutlich länger dabei.
Trotzdem gibt es Hürden. Frank bemängelt die Nutzeroberfläche, die selbst im Test noch nicht reibungslos funktioniert. Ralf steigt als Erster aus, was bei einem Regal-Löwen wenig überrascht. Judith erkennt zwar das Problem im Schulsystem, hält paddy aber nicht für die richtige Lösung. Dagmar lobt zwar die Expertise der Gründer, will aber nicht investieren.
Warum der Deal scheitert
Am Ende bleibt nur Carsten übrig, der grundsätzlich interessiert ist – aber nicht zu den gebotenen Bedingungen. Die Gründer bieten ihm 14 Prozent, Carsten will mindestens 20 Prozent. Das ist ihnen zu viel, also kommt es zu keinem Deal.
Frank warnt außerdem vor der Dynamik des Marktes: Gerade bei KI-Start-ups bestehe die Gefahr, dass schnellere Wettbewerber paddy überholen könnten. Für ihn zählt deshalb nicht nur die Idee, sondern vor allem Tempo, Produktreife und klare Differenzierung.
Gibt es paddy noch?
Trotz des geplatzten Deals geht es für paddy weiter. Über die Website des Start-ups lässt sich die Lösung weiterhin buchen – sowohl für Schulen als auch für einzelne Lehrkräfte. Es gibt Jahres- und Monatsabos, der Einstieg liegt bei 6,99 Euro monatlich.
Wer paddy testen möchte, kann mit einem TV30-Code zusätzlich 30 Prozent sparen. Zudem steht eine kostenfreie, aber stark eingeschränkte Version zur Verfügung.










