Starke Frau

Petra Teegen: Nachts arbeitete sie auf der onkologischen Station, tagsüber gab sie alles für Pferde in Not

Petra Teegen betreibt Deutschlands erste und einzige Pferdeklappe - alles begann mit sehr harter Arbeit...

Petra Teegen: Über 1500 kranke, alte oder verlassene Pferde hat sie auf ihrem Hof

Sie sind stolze und schöne Tiere und werden von ihren Haltern meist sehr geliebt und gut betreut. Doch was, wenn ein Pferdebesitzer sich nicht mehr um sein Tier kümmern kann, einfach nicht mehr weiter weiß?

Hier kommt Petra Teegen ins Spiel. Sie betreibt Deutschlands erste und einzige Pferdeklappe. Über 1500 kranke, alte oder verlassene Pferde hat sie auf ihrem Hof in Norderbrarup, Schleswig-Holstein schon angenommen, aufgepäppelt und weitervermittelt. Für ihre Arbeit wurde Petra sogar von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. „Damit hatte ich nicht gerechnet“, sagt Petra. „Aber die Freude war riesig! Der Orden gebührt natürlich meinem ganzen Team.“

"Ich stand allein mit unseren drei Kindern, dem Reitbetrieb und den Pferden da.“

2013 eröffnete die 69-Jährige die Pferdeklappe. „Zu dem Zeitpunkt hatte ich immer mal wieder Pferde freigekauft und aufgenommen. Das hat sich irgendwann rumgesprochen – und es war allein nicht mehr zu stemmen. Da wir dringend Spenden brauchten, habe ich mit meinen Unterstützerinnen einen Verein gegründet. Pirat war das erste Pferd, das ich aufgenommen habe – also noch vor der offiziellen Pferdeklappe. Er ist immer noch da … und mittlerweile 35 Jahre alt“, erzählt sie.

Pirat wurde also nicht vermittelt – was ihren Kindern auch das Herz gebrochen hätte, wie die Pferdeliebhaberin heute erzählt. Dabei wäre ein Verkauf eine Erleichterung gewesen: „Mein Ex-Mann hatte sich auf die Philippinen abgesetzt, zahlte keinen Unterhalt, und ich stand allein mit unseren drei Kindern, dem Reitbetrieb und den Pferden da.“

Petra Teegen: Nachts arbeitete sie auf der onkologischen Station, tagsüber baute sie den Stall auf

Kein Grund für die gelernte Krankenschwester, aufzugeben. Nachts arbeitete sie auf der onkologischen Station, tagsüber baute sie den Stall auf. Sie nahm Pferde gegen eine Gebühr auf, gab zusätzlich Reitunterricht. Heute stehen noch vier ehemalige Klappenpferde auf dem Hof. Die Besitzerinnen sind Vereinsmitglieder. Sie zahlen 300 Euro Unterhalt, helfen trotzdem kräftig mit.

Bei der Pferdeklappe handelt es sich um eine Weide mit Unterstand. Auch Wasser und Heu stehen bereit und die Tiere können ungesehen auf das Gelände gelassen werden. Lediglich die bisherigen Pflegepferde begrüßen die tierischen Neuankömmlinge.

Hinter jedem tragischen Pferdeschicksal steckt ein meist noch tragischeres Menschenschicksal

Neben der Weide steht eine Box für Unterlagen der Tiere. „Oft liegen lange Briefe bei, man spürt, sie sind unter Tränen geschrieben. Hinter jedem tragischen Pferdeschicksal steckt ein meist noch tragischeres Menschenschicksal – Besitzer, die krank, verstorben oder in Armut geraten sind oder unter häuslicher Gewalt leiden“, erzählt Petra. Jeder Neuzugang wird dann vom Tierarzt untersucht und entwurmt. Sobald das Tier fit ist, darf es in die Pferdevermittlung.

Die Pferde werden über Facebook, Instagram und die Webseite (www.erste-pferdeklappe.de) vermittelt. Die Vermittlungssumme setzt sich letztendlich aus den Behandlungs- und Unterhaltskosten des jeweiligen Tieres zusammen. Wird ein Pferd vermittelt, kann Petra Teegen ein neues verwaistes Tier aufnehmen – es pflegen und ihm letztendlich ein Zuhause schenken.

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Artikelbild & Social Media: Jamesbowyer /iStock