Ein eiskalter Pitch

pool.down nach „Die Höhle der Löwen“: Das wurde aus dem Eisbad-Start-Up

Für viele Sportfans gehört Eisbaden zu einem gesunden Lifestyle dazu. Mittlerweile ist dafür auch keine eigene Wanne nötig, denn pool.down verwandelt die eigene Badewanne in ein Eisbad.

Anne Lemcke im Eisbad.
Anne Lemcke wagt sich in die eisige Wanne. Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer
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Eisbaden wie die Profis, aber ohne Eistonnen auf dem Balkon: Mit pool.down wollten die Kölner Gründer Aurel Hampl und Nicolai Trittmann den Kältetherapie-Trend ins ganz normale Badezimmer bringen. Ihr Versprechen in der „Höhle der Löwen“: ein smartes Kühlgerät, das jede Badewanne in ein Eisbad mit rund drei Grad Wassertemperatur verwandelt – gesteuert per App, mit Timer und Herzfrequenz-Überwachung.

Für 200.000 Euro für zehn Prozent der Firmenanteile suchten sie einen Investor. Bekommen haben sie keinen, aber das Projekt ist nicht verschwunden.

Eisbaden per App: Die Idee hinter pool.down

Die Grundidee klingt nach Health-Trend 2026 im kompakten Format. Statt sich mit Säcken voller Eiswürfel herumzuschlagen oder sperrige Kältewannen in den Garten zu stellen, wird der sogenannte Tower von pool.down einfach an die vorhandene Badewanne angeschlossen. Das Gerät kühlt das Wasser aktiv auf Eisbad-Temperaturen herunter, hält diese konstant und lässt sich komplett per App steuern – inklusive Session-Dauer, Temperatur und optionaler Einbindung von Wearables.

Aurel und Nicolai argumentieren: Kältetherapie kann Stress reduzieren, die Durchblutung fördern und das Immunsystem stärken, ist wissenschaftlich gut untersucht, scheitert im Alltag aber oft an Aufwand, Platz und fehlender Kontrolle. „Mit pool.down kann jeder zu Hause davon profitieren – platzsparend, schnell und smart“, erklären die Gründer. Die App soll dabei mehr sein als nur eine Fernbedienung. Geplant sind geführte Sessions, Atemübungen und ein „eingebauter Coach“, der Nutzende Schritt für Schritt an die Kälte heranführt und Fortschritte dokumentiert.

Um zu zeigen, dass die Idee nicht nur auf dem Papier funktioniert, steigt Gastlöwin Anne Lemcke kurzerhand selbst ins Eisbad. Nach mehreren Sekunden im Wasser wirkt sie erstaunlich entspannt: „Es ist gar nicht so kalt, ich kann hier noch ein bisschen drin sitzen bleiben“, sagt sie – und liefert dem Start-up damit einen der TV-Momente des Abends.

Begeisterung – und viele Fragezeichen

So mutig Annes Sprung ins Eiswasser ist, so zurückhaltend sind einige Löwen beim Blick auf das Geschäftsmodell. Frank Thelen moniert, dass er die „eigentliche Erfindung“ vermisst: Im Kern sei pool.down ein spezielles Kühlaggregat, und Kühltechnik könne man theoretisch einkaufen. Carsten Maschmeyer hingegen sieht den Mehrwert: Spezielle Eiswannen seien schwer, teuer und platzintensiv, während die Nutzung der vorhandenen Badewanne deutlich alltagstauglicher wirke. Die Kombination aus Hardware und App, inklusive Herzfrequenz-Überwachung und Fortschritts-Tracking, hebt das Produkt vom improvisierten Eisbad mit Eimern und Eisblöcken ab.

Günstig ist der Einstieg allerdings nicht: Zum Zeitpunkt des Pitches kostet das Gerät 1.490 Euro, inklusive zwölf Monate App-Abo. Umsätze gibt es noch keine, der Unternehmenswert von zwei Millionen Euro basiert vor allem auf Annahmen. Anne und Stefan Lemcke zeigen sich trotzdem begeistert von der Idee.

Frank wirft jedoch einen Punkt ein, der in vielen Wohnzimmern sofort Klick machen dürfte: Im Sommer wird es im Badezimmer ohnehin warm, ein laufendes Kühlaggregat heizt den Raum zusätzlich auf. Wie passt das zu Wellness und Wohlfühlmomenten? Für Aurel und Nicolai sind das genau die Fragen, die sie gern mit einem erfahrenen Löwen lösen würden.

Die Lemckes geben offen zu, dass ihnen die technische Tiefe fehlt, um hier wirklich als Investoren Mehrwert zu bieten – sie würden pool.down lieber als Kund:innen nutzen als als Mitentwickler. Frank bleibt skeptisch, vor allem was die App als Abo-Modell angeht: Was macht sie so unverzichtbar, dass Nutzer monatlich oder jährlich zahlen sollen? Auch Judith Williams, die die Idee grundsätzlich spannend findet, sieht sich nicht als passende Partnerin für ein komplexes Hardware-Software-Produkt. Ralf Dümmel wiederum findet, dass hier zu viel Geld und operative Unterstützung erwartet wird, wenn die Technik noch nicht ausentwickelt ist.

Während Stefan Lemcke versucht, Carsten als Co-Investor ins Boot zu holen, macht dieser klar, dass sich die Gründer bei Bewertung und Kapitalbedarf verkalkuliert haben. Am Ende müssen auch Anne und Stefan schweren Herzens absagen. Es kommt zu keinem Deal.

Nach der Show: neues Design, neuer Preis

Doch wie so oft in der „Höhle der Löwen“ bedeutet „kein Deal“ nicht das Ende, sondern eher den Beginn der nächsten Iteration. Mittlerweile hat sich am Design des pool.down-Aggregats deutlich etwas getan. Aus dem Messe-Prototypen ist ein minimalistischer, hoher Tower geworden, der optisch eher an ein Designer-Luftreinigungsgerät erinnert als an einen klobigen Technikblock.

Auch preislich hat sich pool.down in eine andere Liga bewegt. Wer heute vorbestellen will, zahlt 1.999 Euro, sofern 199 Euro als Anzahlung hinterlegt werden. Der reguläre Preis soll später bei 2.499 Euro liegen. Die Auslieferung ist für das dritte Quartal 2026 geplant; reserviert werden kann der Tower direkt auf der Website des Start-ups.

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