Die Tragödie kündigte sich lange an

Roy Black: Schon mit 25 stand er am Abgrund

Roy Black hatte es schon mit 25 auf den Gipfel des Ruhms geschafft – gleichzeitig stand er schon damals am Abgrund.

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Roy Black: Bereits 1966 brach der Sänger wegen Überlastung zusammen

Viel zu früh machte er Bekanntschaft mit den Schattenseiten des Ruhms. Für seine sensible Seele war es eine schwere Erfahrung. Mit „Ganz in Weiß“ hatte er 1966 die Hitlisten gestürmt. Der Überraschungs-Erfolg hatte seine Welt auf den Kopf gestellt. Roy, der Harmoniebedürftige, bekam es plötzlich mit Menschen zu tun, die seine Gutmütigkeit und sein Glück ausnutzten. Sein erster Manager erwies sich als gnadenloser Antreiber. Bereits 1966 war der Sänger wegen Überlastung auf der Bühne zusammengebrochen. Aber schon damals hörte er nicht auf die Warnzeichen seines Herzens.

Mit 25 hatte Roy Black es geschafft – doch der Ruhm hatte einen zu hohen Preis

Denn da war das Publikum. Trat er auf die Bühne, vergaß er im Rampenlicht schnell die entbehrungsreichen Wochen der Vorbereitung. Mit 25 hatte Roy Black es geschafft. Er gehörte zu den beliebtesten Sängern seiner Zeit. Er drehte seinen ersten großen Film, präsentierte eine eigene TV-Show. Und er absolvierte solo eine Deutschlandtour, bei der er die Hallen mit begeisterten Fans füllte. Der Applaus ließ ihn das Lampenfieber, die vielen von Albträumen geplagten Nächte, die ständigen Versagensängste kurz wieder vergessen.

Roy Black und Silke Vagts: „Den Gerhard Höllerich gibt es nicht mehr“

Doch in ruhigen Momenten überkamen ihn Zweifel. Denn die Kehrseite des Erfolgs war Einsamkeit. „Mir fehlen die Kameraden, die Freunde“, verriet der Sänger 1968 in einem Interview für die Zeitschrift „Bravo“. „Ich begegne vielen Menschen, aber viel zu flüchtig.“ Er hatte stets Zweifel, ob „Freunde“, die seine Nähe suchten, nur den Star mit dem Künstlernamen Roy Black sahen. Oder vielleicht doch den sensiblen Menschen, der Gerhard Höllerich hieß und ein bodenständiger, liebevoller junger Mann aus Augsburg war. „Ich habe kein Privatleben mehr“, beklagte er sich, dass Fans ihn bis in das Haus seiner Eltern verfolgten. Er wusste: Um vom Publikum geliebt zu werden, musste er Roy Black sein. Der Mann, der immer strahlend lachte und keine Schwäche zeigen durfte. Doch das hatte einen hohen Preis: „Den Gerhard Höllerich gibt es nicht mehr“, flüsterte er resigniert. „Ich fühle mich einsam. Da hat man mehr erreicht, als man sich erträumte, und sehnt sich nach früheren Zeiten.“ Denn sein unstetes Leben als Schlagerstar erwies sich auch als Belastung für seine erste große Liebe, Silke Vagts. „Ich spürte, wie erschöpft er war“, verriet sie. „Er war dann wortkarg und abwesend.“

Doch mit 23 war sie zu jung, um zu erkennen, dass Roy († 48) am Abgrund stand.

Redaktion: Retro

Artikelbild & Social Media: IMAGO / United Archives

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