Scarlett S. 2020 bei Wanderung im Schwarzwald verschwunden: Jetzt gibt es neue Hoffnung
Vor fünf Jahren verschwand Scarlett S. mitten im Wald. Nun gibt es neue Hoffnung: Ihre Familie hofft auf Hinweise, die Licht ins Dunkel bringen könnten.
Am 10. September 2020 begab sich die damals 26-jährige Scarlett S. aus Bad Lippspringe (NRW) auf eine mehrtägige Solo-Wanderung. Ihr Ziel war der 120 km lange Schluchtensteig im Südschwarzwald. Nur eine Etappe lag noch vor ihr – doch sie kam nie an. Seitdem fehlt jede Spur von ihr.
Der letzte bekannte Weg
Am Morgen des 10. September wurde Scarlett zuletzt gegen 10:14 Uhr beim Einkaufen in einem Supermarkt in Todtmoos von einer Überwachungskamera erfasst. Sie trug ihren roten Trekking-Rucksack der Marke Osprey. Ihr Handy wurde zuletzt im Bereich Todtmoos geortet. Geplant hatte sie, anschließend eine Freundin in Mainz zu besuchen – auch dort kam sie nie an.
Die offizielle Suche begann am 13./14. September. Polizei, Bergwacht, Drohnen und Hubschrauber konzentrierten sich auf das Wehratal zwischen Todtmoos und Wehr, ein steiles, schwer zugängliches Gelände. Spurhunde konnten Scarlett nur bis zu einem bestimmten Punkt verfolgen, dann verlor sich die Fährte.
Selbst ihr Vater durchsuchte das Gelände mit Freunden mehrfach in den letzten Jahren. Im Jahr 2021 leitete die Staatsanwaltschaft Waldshut-Tiengen ein Todesermittlungsverfahren ein.

Neue Hoffnung dank bundesweiter Kampagne
Mehr als fünf Jahre nach ihrem Verschwinden gibt es nun einen Lichtblick: Der Smoothie-Hersteller true fruits unterstützt die Suche. Auf den Flaschen werden Fotos von Scarlett und dem seit 1999 vermissten Mädchen Hilal gezeigt, um die Aufmerksamkeit der Bevölkerung zu erhöhen.
Die Flaschen werden in rund 30.000 Supermärkten in Deutschland, Österreich und der Schweiz verkauft. Außerdem wurde ein XXL-Plakat in München-Schwabing aufgehängt und zusätzlich eine Belohnung von 100.000 Euro für Hinweise ausgerufen, die zur Aufklärung oder zum Auffinden von Scarlett führen.
Für true fruits ist es nicht die erste Such-Aktion: Schon im Vorjahr hatte die Firma Bilder vermisster Personen auf ihre Flaschen gedruckt.

Warum der Fall bis heute Rätsel aufgibt
Trotz intensiver Suche blieb Scarletts Spur seit dem Supermarktaufenthalt verschwunden. Einige Fakten werfen Fragen auf: Scarlett war eine erfahrene Wanderin, gut ausgerüstet und hatte bereits längere Touren unternommen.
Die letzte Etappe zwischen Todtmoos und Wehr gilt als anspruchsvoll, mit steilen und schwer einsehbaren Wegen. Im Wehratal wurde eine Sonnenbrille gefunden, die DNA-Ergebnisse konnten nicht zugeordnet werden.
In sozialen Medien und privaten Suchgruppen entstand ein großes Unterstützungsnetzwerk („Bitte findet Scarlett“), doch viele Spekulationen belasteten Familie und Angehörige. Besonders die Frage, ob Scarlett absichtlich abgetaucht ist, sorgt bis heute für Unklarheit.
Hoffnung lebt weiter
Scarletts Vater, Ralf S., bleibt zuversichtlich: „Solange man nichts gefunden hat, kann sie noch leben.“ Dank der aktuellen Aufmerksamkeit durch die Kampagne wächst die Hoffnung, dass endlich neue Hinweise ans Licht kommen.







