Unsichtbare Gefahr in Badeseen: Hier bitte nicht baden!
Die Hitze treibt Mensch und Tier ins Wasser. Doch was eigentlich Abkühlung bringen soll, kann gerade jetzt richtig gefährlich werden!
Im Landkreis Kelheim sind mehrere Menschen und Hunde nach einem Bad in der Donau erkrankt. Für einen Hund kam jede Hilfe zu spät. Der schlimme Verdacht: Blaualgen. Vom Baden wird dort aktuell dringend abgeraten.
Und es ist kein Einzelfall! Auch am Bodensee, am Altmühlsee und am Ebertshausener See im Kreis Dachau wurden Blaualgen nachgewiesen – teils gilt sogar ein Badeverbot. Wo du gerade besser nicht schwimmen solltest und woran du erkennst, dass dein Vierbeiner oder du selbst mit den giftigen Algen Kontakt hattest, liest du hier.
Warum Blaualgen so gefährlich sind
Blaualgen – eigentlich Cyanobakterien – kommen natürlicherweise in Gewässern vor. In normaler Konzentration sind sie meist harmlos. Doch bei anhaltender Hitze und nährstoffreichem Wasser vermehren sie sich rasant. Das Problem: Sie können giftige Stoffe bilden, die für Menschen und Tiere gefährlich werden.
Typische Symptome sind:
Übelkeit
Erbrechen
Durchfall
Hautreizungen
Atemnot
Gerade für kleine Kinder kann der Kontakt ernsthafte Folgen haben. Und auch Hunde sind besonders gefährdet: Sie nehmen die Giftstoffe beim Trinken des Wassers oder durch das Ablecken ihres Fells auf. Alarmzeichen sind starker Speichelfluss, Hecheln, Erbrechen oder sogar Krämpfe.
Tragischer Vorfall an der Donau
Das Landratsamt Kelheim meldete mehrere erkrankte Hunde nach einem Bad in der Donau. „Einer der betroffenen Hunde ist verstorben“, hieß es. Nach aktuellem Stand könnten Blaualgen die Ursache sein.
Kurz darauf meldeten sich auch zwei Personen beim Gesundheitsamt, die nach längerem Aufenthalt im Wasser typische Symptome wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall entwickelten. Inzwischen sind sie wieder genesen.
Niedrigwasser verschärft die Lage
Die Donau kämpft seit Wochen mit historischem Niedrigwasser. Die Ausflugsschifffahrt zwischen Kelheim und Weltenburg wurde eingestellt, auch die Frachtschifffahrt ist stark eingeschränkt. Gleichzeitig stieg die Wassertemperatur auf über 26 Grad – in Nebenarmen sogar noch höher. Perfekte Bedingungen für Blaualgen!
Diese Badeseen sind noch betroffen
Nicht nur die Donau macht Sorgen:
Bodensee (Raum Lindau): Nachweis von Blaualgen in einem abgetrennten Seebereich – Bade-Warnung.
Altmühlsee (Mittelfranken): Warnungen für zwei Strände.
Ebertshausener See (Kreis Dachau): Badeverbot für Mensch und Hund wegen hoher Konzentrationen.
Stadtweiher Dachau: Ebenfalls Warnung vor möglichem Befall.
Selbst an der Isar in München bilden sich in ruhigen Wasserzonen Algenteppiche. Offizielle Stellen betonen zwar, dass die Isar kein ausgewiesenes Badegewässer ist – doch viele Menschen nutzen sie zur Abkühlung.
Woran du Blaualgen erkennen kannst
Blaualgen sind entgegen dem Namen gar nicht blau. Sie zeigen sich meist als grünliche Schlieren oder schmierige Teppiche im Wasser. Oft treiben sie etwa 20 bis 30 Zentimeter unter der Oberfläche. Das Tückische: Sie verteilen sich meist nicht gleichmäßig im ganzen See, sondern treten nur stellenweise auf. An einer Badestelle kann alles klar wirken – ein paar Meter weiter sieht es schon ganz anders aus.
Das Bundesumweltamt rät zu einem einfachen Selbst-Check: Langsam ins Wasser gehen – und dabei keinen Schlamm aufwirbeln. Wenn du knietief im Wasser stehst und deine Füße noch klar erkennen kannst, spricht an dieser Stelle nichts gegen eine Abkühlung.
Ist das Wasser jedoch stark getrübt, grünlich verfärbt oder siehst du schlierige Beläge? Dann lieber raus aus dem Wasser! Gerade mit Kindern oder Hunden sollte man hier besonders vorsichtig sein.








