Badesee-Würmer kriechen unter deine Haut – hier besser nicht baden gehen!
Juckreiz und Quaddeln nach dem Ausflug zum Badesee? Dahinter könnten sich Saugwürmer, sogenannte Zerkarien verbergen.
Ein Sprung in den Badesee fühlt sich nach Sommer pur an: Natur, Vogelgezwitscher, vielleicht eine neugierige Ente als Badebuddy – und statt Chlorgeruch gibt’s frische Seeluft. Doch so idyllisch das Schwimmen im Freiwasser auch ist, ganz ohne Überraschungen kommt es leider nicht aus.
Denn neben Fischen, Enten und ein paar Algen tummeln sich in deutschen Badeseen nämlich auch Bakterien und Parasiten. Besonders unangenehm wird es, wenn man mit sogenannten Zerkarien in Berührung kommt. Worauf du achten solltest, wenn du dich schützen willst.
Diese Mini-Larven kriechen in die Haut
Zerkarien sind die Larven von Saugwürmern. Eigentlich haben sie es gar nicht auf uns Menschen abgesehen: Ihr Ziel sind Wasservögel wie Enten oder bestimmte Süßwasserschnecken. Dort bohren sie sich durch die Haut, wandern über die Blutbahn weiter und entwickeln sich im Körper der Tiere zu ausgewachsenen Würmern. Über den Kot gelangen ihre Eier schließlich wieder ins Wasser – ein Kreislauf.
Problematisch wird es bei sommerlichen Wassertemperaturen um die 21 Grad. Dann sammeln sich die winzigen Larven häufig nahe der Wasseroberfläche – also genau dort, wo wir am liebsten planschen. Treffen sie dabei auf menschliche Haut, können sie eindringen und eine unangenehme Reaktion auslösen. Immerhin: In unserem Körper können sie sich nicht weiterentwickeln.
Saugwürmer sind nicht gefährlich – aber ziemlich fies
Die gute Nachricht: Für Menschen ist ein Befall in der Regel harmlos. Die schlechte: Es juckt! Und zwar ordentlich. Es kann zu Rötungen, kleinen Quaddeln und einer allergischen Hautreaktion kommen. Mit antihistaminhaltigen Gels oder cortisonhaltigen Cremes lassen sich die Beschwerden meist gut lindern. Wichtig: Nicht kratzen! So schwer es auch fällt. Ansonsten kann es zu Infektionen kommen. In der Regel klingt der Juckreiz nach drei bis fünf Tagen wieder ab.
Allein der Gedanke, dass sich winzige Parasiten – gerade mal etwa einen Millimeter groß und praktisch nicht zu sehen – in die Haut bohren, sorgt bei vielen für Gänsehaut. Deshalb kommen im folgenden Abschnitt ein paar Tipps, wo du besser nicht schwimmen solltest und wie du dich vor den Saugwürmern schützen kannst.
So kannst du dich schützen
Ganz vermeiden lässt sich das Risiko nicht, aber du kannst einiges tun:
Keine Enten füttern! Wasservögel gelten als Hauptwirte der Zerkarien. Wo viele Enten sind – und ins Wasser koten –, ist das Risiko für ein Zekarien-Aufkommen höher.
Nach dem Baden gründlich abtrocknen und die nasse Badekleidung sofort wechseln. So können die Larven abgewaschen oder entfernt werden, bevor sie in die Haut eindringen.
Flache, pflanzenreiche Uferzonen meiden. Dort halten sich Zerkarien besonders gern auf.
Die Tageszeit spielt tatsächlich eine entscheidende Rolle! Wer Zerkarien möglichst geschickt aus dem Weg gehen möchte, sollte lieber nicht gleich in aller Frühe ins kühle Nass springen. Denn genau am frühen Morgen werden die winzigen Larven freigesetzt – und tummeln sich dann besonders zahlreich im Wasser.
Reibe alle Körperstellen, die später mit dem Wasser in Berührung kommen, vor dem Baden großzügig mit einer wasserunlöslichen Creme wie Sonnencreme oder Vaseline ein. So entsteht ein schützender Film auf der Haut – und unerwünschte Eindringlinge haben es deutlich schwerer.
Mit ein bisschen Vorsicht steht dem Badevergnügen also nichts im Weg. Und mal ehrlich: Ein Sommertag am See ist einfach zu schön, um sich ihn komplett vermiesen zu lassen.







