SCHARFENSTEIN nach „Die Höhle der Löwen“: Das wurde aus dem Duft-Shirt
Ob ein T-Shirt mit Dauerduft wirklich sinnvoll ist, wenn man es doch regelmäßig waschen sollte, wurde in der „Höhle der Löwen“ hitzig diskutiert. Doch nun folgt die große Wende.
Temptation-Time in der Höhle: Als Realitystar Laurenz Pesch (24) den Löwinnen und Löwen sein SCHARFENSTEIN-T-Shirt zum Schnuppern reicht, ist sofort klar, dass es hier um mehr geht als um ein weiteres Fashion-Label. Die Kölner Gründer Tim Scharfenstein (24) und Kai Sven Brehmer-Scharfenstein (30) wollen mit ihrem Duft-Shirt zeigen, wie sich Mode, Hightech und Lifestyle verbinden lassen – und bieten in „Die Höhle der Löwen“ 100.000 Euro für 25 Prozent ihrer Firmenanteile an.
Ein T-Shirt, das „gut riecht“
Die Technologie hinter SCHARFENSTEIN basiert auf einer Mikroverkapselung, bei der winzige Duftkapseln direkt in das Textil eingearbeitet werden. Durch Wärme und Reibung – etwa beim Tragen, Bewegen oder leichten Reiben des Stoffes – platzen die Kapseln nach und nach auf und setzen den Duft frei. So soll das Lieblingsparfum mehrere Tage lang immer wieder wahrnehmbar sein, ohne dass das Shirt steif wird oder sich anders anfühlt.
Im Pitch lassen sich Judith Williams und Janna Ensthaler nicht lange bitten: Beide schnuppern am T-Shirt von Laurenz Pesch und sind beeindruckt, wie frisch es trotz längerem Tragen riecht. „Der Mann riecht gut. Lecker“, lautet das spontane Urteil. Die Gründer berichten, dass sie sich seit Jahren intensiv mit Longevity und Wirkstofftechnologien beschäftigen – Tim mit pharmazeutischem Hintergrund, Kai als Medizinstudent. Zum Start umfasst das Sortiment T-Shirts und Pullover, die mit den Kapseln ausgestattet sind, die sich zudem nachfüllen lassen sollen.
Duft statt Deo?
Ganz ohne Kritik kommt das Duft-Shirt nicht davon. Unter den Achseln wird Schweißgeruch zwar weitestgehend überdeckt, aber nicht komplett neutralisiert. Genau das stört Judith: Wirklich frisch sei das Shirt dadurch nicht, Gerüche würden eher „versteckt“, nicht beseitigt.
Grundsätzlich findet sie die Technologie spannend, aber für das falsche Textil eingesetzt. Aus ihrer Sicht wären Schuhe, Gardinen, Teppiche oder Bettwäsche die logischeren Kandidaten – Dinge, die man deutlich seltener wäscht als ein T-Shirt und bei denen dauerhafter Duft echten Mehrwert bieten könnte. Die Löwen zweifeln, ob die Kombination aus Dufttechnologie und Modemarke wirklich trägt.
SCHARFENSTEIN hat jedoch große Pläne: Die Gründer wollen sich als eigene Modemarke etablieren und parallel die Technologie als Lizenzmodell an andere Marken verkaufen. Bisher haben sie in einem Monat 2.000 Euro Nettoumsatz erzielt – ein Anfang, aber weit entfernt von einem skalierenden Mode- oder Lizenzbusiness. Das T-Shirt kostet 39,95 Euro, der Pullover 69,95 Euro.
Der große Twist nach dem Deal
Für Ralf Dümmel sind die Preise nachvollziehbar, das Projekt fühlt sich ihm aber „zu groß“ an – er steigt aus. Judith Williams verabschiedet sich ebenfalls, sie sieht den Fokus eher im B2B-Lizenzgeschäft als in einer eigenen Kollektion. Frank Thelen lobt den Pitch, fühlt sich aber thematisch nicht richtig aufgehoben. Gastlöwe Christian Miele glaubt grundsätzlich an die Gründer, nicht aber stark genug an das Produkt, um zu investieren.
Janna Ensthaler hadert lange. Sie sieht das Potenzial der Technologie, fragt sich aber, ob Mode der richtige Hebel ist. Letztlich schaffen es Tim und Kai, sie zu einem Angebot zu bewegen – es kommt zum Deal mit Janna, zumindest in der Sendung. Ein Happy End? Nur bedingt, wie sich später zeigt.
Kurswechsel bei SCHARFENSTEIN
Auf der eigenen Website erklärt SCHARFENSTEIN inzwischen offen, dass die ursprünglich verwendete Mikroverkapselungs-Technologie inzwischen als Mikroplastik eingestuft wurde. Das bedeutet: Die Duftkapseln gelten aus regulatorischer und ökologischer Sicht nicht mehr als unproblematisch – ein massiver Dämpfer für ein Produkt, das eigentlich mit modernem Lifestyle und Langlebigkeit punkten wollte.
Die Folge: Das Unternehmen hat sich komplett vom ursprünglichen Duft-Shirt-Konzept verabschiedet. Statt Textilien mit Duftkapseln zu verkaufen, positioniert sich SCHARFENSTEIN jetzt neu – weg von Mode, hin zu Longevity und Nahrungsergänzung.
Unter dem Namen SCHARFENSTEIN wird mittlerweile auf der Website der „ALL-IN-ONE Longevity Zellkomplex“ angeboten – ein Nahrungsergänzungsmittel, das sich an Menschen richtet, die aktiv etwas für Zellgesundheit und langfristige Leistungsfähigkeit tun wollen. Zum Preis von 49,95 Euro pro Packung, günstiger im Abo, rückt das Unternehmen damit komplett in den Bereich Health- und Performance-Supplements.










