Stefan Hensels neue Frau bricht im Christina-Block-Prozess ihr Schweigen: „Das kann kein Psychologe reparieren“
Nach der Entführung der Block-Kinder steht die Familie bis heute unter Schock – nun schildert die neue Ehefrau von Stephan Hensel, wie tief die Wunden wirklich sitzen.
Die Entführung der beiden jüngsten Kinder von Unternehmerin Christina Block beschäftigt nicht nur das Landgericht Hamburg, sondern auch eine ganze Familie, die versucht, nach der Silvesternacht 2023/24 wieder Halt zu finden. Am Mittwoch trat erstmals Astrid Have, die neue Ehefrau von Blocks Ex-Mann Stephan Hensel, in den Zeugenstand und ihre bewegenden Worte zeigen, wie sehr die traumatischen Stunden von damals bis heute nachwirken.
Ihre Stimme zittert: „Das geht nie weg. Das kann kein Psychologe reparieren – das sitzt so tief“
Astrid Have, die in Dänemark gemeinsam mit Hensel lebt und sich um die fünf Kinder der Patchworkfamilie kümmert, machte vor Gericht deutlich, dass die Ereignisse der Entführung auch nach einem Jahr nichts von ihrer Wucht verloren haben. Laut „Focus Online“ schilderte sie die Panik der Familie, die bis heute bei jedem lauten Geräusch, besonders bei Feuerwerk, wieder hochkomme.
„Ist das Tarnung, dass gleich jemand einbricht?“, hätten die Kinder bei einem Knall gefragt. Besonders die damals 13-jährige Tochter Klara habe in jener Nacht „Todesangst“ verspürt. Die Zeugin beschreibt ihre Erlebnisse mit bedrückender Klarheit: „Das geht nie weg. Das kann kein Psychologe reparieren – das sitzt so tief.“
Auch mehrere Umzüge hätten die Angst nur kurz dämpfen können. „Es ging immer um Angst um Papa oder um sich selbst“, so Have. Die ganze Familie sei von dem Geschehen „schockiert“ gewesen.
Schmerzen, Klebeband und panische Schreie: Was die Kinder erzählten
Da Zeugen sich nicht selbst belasten müssen, sprach Have nur über das, was die Kinder ihr nach ihrer Rückkehr berichteten. Und diese Schilderungen lassen erahnen, wie brutal die Entführung abgelaufen sein muss.
Die Geschwister seien mit Klebeband über Mund und Kopf fixiert worden. Im Auto wurden ihre Köpfe immer wieder nach unten gedrückt. Klara habe starke Schmerzen im Nacken beschrieben. An der deutsch-dänischen Grenze soll ein Mann ihr eine Kette vom Hals gerissen haben – und einfach weggeworfen.
Besonders verstörend: Der damals zehnjährige Junge trug einen Alarmknopf der dänischen Polizei bei sich. Dessen Aufnahmen – unterdrücktes Schreien, Wimmern, Keuchen und Männerstimmen – wurden im Gericht abgespielt und sorgten für fassungslose Stille im Saal.
Beim Wiedersehen in einer Hamburger Polizeiwache seien die Kinder völlig aufgelöst gewesen. „Sie sind uns in die Arme gesprungen“, erinnert sich Have. „Das war sehr emotional.“
Ein Alltag ist für die Kinder noch nicht möglich
Im zweiten Verhandlungstag wurde deutlich, wie lange die Kinder brauchten, um überhaupt wieder ein Stück Normalität zuzulassen. Nach der Entführung wollten sie das Haus zunächst wochenlang nicht mehr verlassen. Erst nach rund vier Monaten seien Schule und Alltag wieder möglich gewesen.
Doch spurlos ist nichts davon vergangen. Der inzwischen zwölfjährige Sohn verlässt bis heute keinen Moment lang allein das Haus, so groß ist die Angst vor einer erneuten Gefahr. Und auch die mittlerweile 15-jährige Tochter hat ihre eigenen Bewältigungsstrategien entwickelt: Sobald sie draußen unterwegs sei, filme oder telefoniere sie pausenlos, um sich sicherer zu fühlen. „Die Angst geht nie weg“, sagte die Zeugin eindringlich.
In einem emotionalen Moment richtete Have sich direkt an Christina Block: „Das würde deinen Kindern helfen, Christina.“ Sie forderte die Angeklagte auf, endlich zu gestehen, was passiert sei.
Der Chef der israelischen Firma hat ausgesagt
Christina Block bestreitet weiterhin, den Auftrag zur Entführung gegeben zu haben. Laut Staatsanwaltschaft sollen Mitarbeiter einer israelischen Sicherheitsfirma die Kinder dem Vater gewaltsam entzogen und nach Deutschland gebracht haben. Ein 36-jähriger Mitangeklagter hat umfassend gestanden.
Neu brisant: Der Chef der israelischen Firma hat inzwischen ebenfalls bei der Staatsanwaltschaft ausgesagt. Sein Protokoll umfasst 329 Seiten – der Verteidigung offenbar erst kurz vor der Sitzung übermittelt. Aus diesem Grund wurde der Prozess bis 10. Dezember unterbrochen.
Zusätzlich gibt es ein weiteres Verfahren: Astrid Have und Stephan Hensel selbst sind wegen Kindesentziehung angeklagt, weil sie 2021 die beiden Kinder angeblich gegen den Willen der Mutter in Dänemark behalten haben sollen.
Der Block-Prozess dürfte durch die neuesten Aussagen eine entscheidende Wendung bekommen.







