Madame MoneypennyTipps für die Gehaltsverhandlung & Co.: Das sagt Finanzbloggerin Natascha Wegelin

Für die meisten ist das größte aktive Einkommen das Gehalt, das wir monatlich beziehen. Allerdings habe ich nicht das Gefühl, dass unter Frauen viel darüber gesprochen wird, wie viel man tatsächlich verdient. Findest du das gut oder schlecht?

Ich finde schon, dass uns ein bisschen mehr Offenheit gut tun würde - gerade auch Frauen untereinander. So kann ich einschätzen, ob ich zu wenig verdiene im Vergleich zu Kollegen oder meiner Freundin, die in der gleichen oder ähnlichen Branche bei einem anderen Unternehmen beschäftigt ist. Da finde ich Transparenz sehr wichtig. Nur wenn ich eine gewisse Gehalts-Benchmark habe, weiß ich, wieviel Potential da noch drinnen steckt. Da kann ich dann nachfragen: Wie hast du das denn gemacht? Wie hast du so ein Gehalt ausgehandelt? Was muss ich tun, um auch so ein Gehalt zu bekommen? Das sind tolle Daten und Informationen, mit denen man weiterarbeiten kann.        

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Viele Frauen die ich kenne haben ein Art “schlechtes Gewissen”, wenn es darum geht eine Gehaltserhöhung zu erfragen. Weißt du woher das kommt und wie man das abschalten könnte?

Ich denke, das ist fehlendes Selbstwertgefühl und fehlendes Selbstbewusstsein. Die Frauen wissen nicht um ihren Wert im Unternehmen. Natürlich macht ein Job auch Spaß, aber von irgendwas muss ich leben. Wir wollen alle angemessen bezahlt werden für unsere Leistung. Wenn jemand so eine innere Barriere hat und einem das unangenehm ist, ist das für mich ein Coaching-Thema. Ich muss nicht zu meinem Chef gehen, wenn ich selbst nicht einmal davon überzeugt bin, dass ich das wert bin. Wie soll ich ihn dann überzeugen? Der sieht das doch auf 2,50 Meter. Dann ist das Gespräch nach zwei Minuten beendet, indem er sagt: “Nee, ist nicht drinnen.”

Ich denke auch, dass man erst einmal in Vorleistung gehen muss. Ich bin Arbeitgeberin und war mal Arbeitnehmerin. Ich muss erstmal zeigen, was ich kann. Ein Quick-Fix, der mir da einfällt, ist auf jeden Fall ein Erfolgstagebuch. Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass die negativen Dinge mehr im Gedächtnis bleiben. Es ist ein guter Selbstbewusstseinsboost, wenn ich tagsüber oder am Abend reflektiere, was alles gut gelaufen ist und das aufschreibe.

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Es geht ja nicht nur um das Jetzt, sondern auch um die finanzielle Absicherung im Alter und die Vorsorge. Da schwebt oft der Begriff Rentenlücke im Raum. Was ist das genau und warum sollte ich mir darüber Gedanken machen?

Die Rentenlücke ist der Geldbetrag, der mir im Alter fehlen wird, wenn ich nur die gesetzliche Rente bekomme, um meinen Lebensstandard aufrecht zu erhalten, gemessen an meinem aktuellen Gehalt. Ein Beispiel: Ich brauche 2.000 Euro im Monat, bekomme aber nur 500 Euro, dann habe ich eine Rentenlücke von 1.500 Euro. Der nächste Schritt ist dann sich zu überlegen, wie ich diese Rentenlücke füllen kann. Ein Teil davon ist zum Beispiel die private Rentenversicherung, aber auch privater Vermögensaufbau.

Welche privaten Vorsorgemaßnahmen kann ich denn jetzt schon treffen, um mich für die Zukunft abzusichern?

Das sind zum Beispiel Versicherungen, die für eine Grundsicherung zuständig sind. Da muss ich überlegen, was ich gerne hätte und mich dann beraten lassen. Aber bitte von einem Honorarberater und nicht von einem Provisionsberater (lacht). Wenn ich da gut aufgestellt bin, dann – so mache ich es jedenfalls – sind Börseninvestments, also Aktien und ETFs interessant, um Vermögensaufbau zu betreiben. Das geht natürlich auch durch Immobilieninvestments oder ein eigenes Unternehmen, für den Ottonormalverbraucher sind es aber eher ETFs.

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