Warum es jetzt gefährlich wird

Wal Timmy: Obduktion, Ärger für Rettungskräfte und Schaulustige

Millionen hatten auf ein Happy End gehofft, dann die traurige Nachricht: Buckelwal Timmy ist tot und trotzdem ist immer noch keine Ruhe um Timmy eingekehrt.

Vor Poel gestrandet: Wal Timmy
Vor Poel standete Buckelwal Timmy. Mehrere Rettungsversuche scheiterten, dann endlich gelang der Transport Richtung Nordsee. Doch für den Wal gab es kein happy End... Foto: IMAGO / SNS UG
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Am 14. Mai wurde er tot vor der dänischen Insel Anholt entdeckt. Seitdem wurde heiß diskutiert: Was soll mit Buckelwal Timmy geschehen? Schließlich stand fest: Er soll geborgen und danach obduziert werden. Doch danach passierte erst einmal – nichts. Dann starteten die Dänen einen ersten Versuch: Sie wollten Timmy in tieferes Gewässer ziehen und anschließend in den Hafen bringen. Doch dieser Versuch scheiterte.

Am Strand warteten bereits Fotografen auf Wal Timmy

Heute begann dann der zweite Versuch. An Timmys Fluke wurde ein Stahlseil befestigt, dann zog ein Unimog den toten Wal langsam Richtung Strand. Um kurz nach 8 Uhr begannen die Bergungsarbeiten – und diesmal klappte alles nach Plan und Timmy ging auf seine allerletzte Reise. Zuerst wurde der tote Wal gedreht, dann langsam Richtung Land gezogen. Um kurz nach 9 Uhr lag Timmy am Strand.

Dort warteten bereits Fotografen, die ihn umlagerten und von allen Seiten Fotos machten. Die Dänen schütteln darüber nur den Kopf. Auf Anholt leben rund 130 Menschen – und sie verstehen die Aufregung um den „Promi-Wal“ nicht. „Ich verstehe nicht, wieso die Deutschen so ein Aufheben um diesen Wal machen“, so die Dänin Susanna zur Deutschen Presse-Agentur. Sie machen sich keine Sorgen um den Wal – sondern um die Touristen. „Wenn er liegenbleibt und noch stärker stinkt, wird das zum Problem für unsere Sommergäste und den Campingplatz“, so Matthias Vanman laut ZDF.

Ärger für Mitarbeiter der Rettungsinitiative

Ganz anders sehen es die Menschen der privaten Rettungsinitiative. Sie hatten vor vier Wochen noch die Rettung von Wal Timmy gefeiert. Schweren Herzens mussten sie zwei Wochen später den Tod von Timmy bestätigen: Es sei „ein Ende, das keiner von uns wollte“, hieß es. Und auch die Initiative war noch einmal beim toten Wal. Mit einer Leine maßen sie dabei den Kadaver aus. Eine Aktion, die für Ärger sorgte.

Morten Abildstrøm von der dänischen Naturschutzbehörde Naturstyrelsen habe „nicht besonders freundlich“ mit den Männern gesprochen, hieß es dazu im Livestream von News5. Und: Wenn sie noch einmal das Wasser betreten, werde er die Polizei rufen und sie von der Insel Anholt – vielleicht sogar aus Dänemark – verweisen lassen.

Obduktion wird fünf bis sechs Stunden dauern

Wie es jetzt weitergeht? Timmy soll obduziert werden - aber erst am Donnerstag. Zusammen mit Tierärzten und Spezialisten will der dänische Walforscher Peter Teglberg Madsen die Untersuchung durchführen. Sie sei anstrengende Handarbeit und werde etwa fünf bis sechs Stunden dauern, so Madsen zum Spiegel.

Besonders gefährlich sei die immer noch mögliche Explosionsgefahr durch die im Kadaver entstehenden Gase. „Dabei fliegen dann kiloschwere Fleischbrocken durch die Luft, die können dich töten.“ Daher werde Timmy zuerst mit einem scharfen Sektionsmesser entgast. „Das ist Übungssache, wie eine Bombe zu entschärfen“, so Madsen zum Spiegel. „Wir haben damit Erfahrung.“

Quellen