Neue Kampagne #UnhateWomen: Terre des Femmes prangert Gewalt gegen Frauen im Deutschrap an

#UnhateWomen ruft dazu auf, verbale Gewalt in deutschen Rap-Texten nicht länger kritiklos zu konsumieren. Die Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes macht frauenverachtende Lyrics in eindrücklichen Videos und Bildern sichtbar. Dabei beschränkt sich das Problem nicht auf Hip-Hop.

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Inhalt
  1. #UnhateWomen: Wenn Sprache zu Gewalt wird
  2. Der richtige Anstoß: #UnhateWomen polarisiert
  3. Frauenverachtende Texte: (K)Ein Rap-Phänomen

"Gewalt gegen Frauen ist nicht immer nur physisch. Auch Sprache kann Gewalt sein. Verbale Gewalt gegen Frauen wird millionenfach gehört, geliked und gefeiert – und so zum Teil unseres Alltags und unserer Sprache."

Mit diesen Worten beschreiben die Aktivistinnen von Terre des Femmes ihr Leitmotiv hinter #UnhateWomen. Die neue Kampagne unter dem Leitsatz "Es ist Zeit, etwas zu ändern" macht frauenverachtende Texte im Deutschrap sichtbar – ungeschönt und eindringlich: 

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#UnhateWomen: Wenn Sprache zu Gewalt wird

Die Sätze, die Terre des Femmes in der Kampagne zitiert, sind erschreckend. Textzeilen wie "Es ist Kampfgeschrei, was nachts aus unserem Schlafzimmer dringt, weil dank mir in deinem Gleitgel ein paar Glassplitter sind", sind schlichtweg widerlich. Sie stammen aus Tracks von Rappern wie Finch Asozial, Fler, Kollegah, Farid Bang und MC Bomber. 

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"Wenn frauenverachtende Hassrede unwidersprochen bleibt und sogar millionenfach gehört und geliked wird, gilt sie irgendwann als normal. Sie prägt unsere Realität und beeinflusst das Selbstbild von Mädchen und Frauen", verdeutlicht Christa Stolle, Bundesgeschäftsführerin von Terre des Femmes, laut 'Horizont.net' das Problem. 

Terre des Femmes möchte mit der #UnhateWomen-Kampagne nicht nur auf verbale Gewalt gegen Frauen in deutschen Rap-Texten aufmerksam machen. Der 1981 in Hamburg gegründete Verein verlangt außerdem, den Tatbestand explizit frauenverachtender Beweggründe in den aktuellen Gesetzentwurf gegen Hasskriminalität von Justizministerin Christine Lambrecht aufzunehmen. 

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Der richtige Anstoß: #UnhateWomen polarisiert

Die Kampagne hat eine riesige Diskussion losgetreten. Das #UnhateWomen-Video wurde auf YouTube in einer Woche knapp 74.000 mal geklickt und die Kommentarspalte glüht. 
Klar, dass dabei Meinung aufeinanderprallen. Kritische Schlagworte wie "künstlerische Freiheit", "Meinungsfreiheit" und "satirische Kunstfiguren" fallen genauso wie die Rufe, Rap als frauenverachtendes Musikgenre gänzlich zu verbieten. 

Damit ist das wichtigste Ziel von #UnhateWomen erfüllt: Das Thema der verbalen Gewalt gegen Frauen im Deutschrap in die Köpfe der Menschen zu bringen. Texte wie die von Terre des Femmes zitierten müssen bewusst wahrgenommen und hinterfragt werden – vor allem von jenen, die sie alltäglich hören.  
Das passiert aber nur, wenn die Gesellschaft darüber spricht. 

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Frauenverachtende Texte: (K)Ein Rap-Phänomen

So notwendig die Diskussion um frauenverachtende Texte im Hip-Hop – auch im englischsprachigen – ist, so endlos lässt sich das Problem weiterspinnen. Denn Tatsache ist: Rap ist bei Weitem nicht das einzige Musikgenre, in dem Frauen missachtet werden. 

Die Unterdrückung der Frau im Reggae beispielsweise ist längst kein Geheimnis mehr – ganz zu schweigen davon, dass traditionelle Rastas vor allem für Schwule und Lesben weniger als nichts übrighaben. Textzeilen, die dazu aufrufen "Schwuchteln" zu töten, sind nicht schwer zu finden. 
 
Wer indes auf Google nach dem Song "Lolita" von Udo Lindenberg sucht, wird darauf hingewiesen, dass Kindesmissbrauch illegal ist. Das liegt unter anderem an der Textzeile "Ich war so um die 40 und sie war 15. Wir wollten uns zusammentun – ja, wo ist'n da das Problem?" Ist das noch künstlerische Freiheit?

Nicht vergessen werden darf bei #UnhateWomen außerdem die Tatsache, dass längst nicht jeder Rapper frauenverachtende Texte schreibt. Hip-Hop-Größen wie Die Fantastischen Vier, Moses Pelham, Casper, Marteria und Cro dominieren die Charts ohne Diskriminierungen.  
Manch ein Rapper entwickelt sich sogar weiter. Während Sido 2004 in seinem "Arschf*cksong" noch prahlte "Sie fragen, ob ich nur über Analsex reden kann. Doch es geht nicht anders, ich bin der Arschf*ckmann. Es fing an mit 13 und einer Tube Gleitcreme. Dann brauch man nicht erst lockern, sondern kann ihn gleich rein schieben. Kathrin hat geschrien vor Schmerzen – mir hat's gefallen", rappt er inzwischen deutlich erwachsenen über Sex. Auf "Fällig" aus seinem aktuellen Album "Ich & Keine Maske" geht es darum, wie Sido seine Frau verführt – ganz ohne Missachtung, aber kein bisschen brav: 

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