Symptome lindern

Verdauungsbeschwerden sanft behandeln

Stress, fettes Essen, dann noch die süße Nachspeise oder ein Bier zu viel: Verdauungsbeschwerden haben viele Ursachen. Zahlreiche Präparate aus der Homöopathie können die Symptome lindern – ein Überblick.

Verdauungsbeschwerden sanft behandeln
Verdauungsprobleme nach fettigem Essen sind keine Seltenheit. Foto: PeopleImages/iStock

Hast Du auch viel um die Ohren oder ernährst Dich ungesund? Dann geht es Dir vielleicht wie Millionen anderer Menschen. Jeder elfte Erwachsene leidet Umfragen zufolge mehrmals pro Monat an Völlegefühl, Magendrücken, Magenkrämpfen, Sodbrennen, Durchfall oder Verstopfung. Von diesen Symptomen bleiben auch Kinder nicht verschont. Zwar gibt es diverse Medikamente gegen Beschwerden im Magen-Darm-Bereich. Doch die Arzneimittel haben Nebenwirkungen – und sind oft für Schwangere ungeeignet. Sanfte Hilfe verspricht die Homöopathie.

Tipps gegen Sodbrennen

Heilpraktiker:innen wählen homöopathische Präparate anhand der vorherrschenden Beschwerden und der charakteristischen Wahrnehmungen der Betroffenen aus. Steigt die Säure bis in den Mund und macht sogar die Zähne etwas stumpf, lohnt ein Versuch mit Robinia D6 (Robinie). Wer generell an Verdauungsstörungen leidet und beispielsweise nach süßen Speisen über Sodbrennen klagt, ist mit Argentum nitricum D6 (Silbernitrat) gut beraten.

Kommt es nach fettem Essen oder durch Stress zu Sodbrennen, oft mit Völlegefühl oder krampfartigen Beschwerden, kann Nux vomica D6 (Brechnuss) Linderung verschaffen. Sodbrennen mit Aufstoßen, Brustschmerz, Druckgefühl im Magen und mit viel Durst wiederum spricht für Capsicum D6 (Paprika beziehungsweise Chili). 

Was tun bei Völlegefühl oder Blähungen?

Leidest Du an Völlegefühl oder Blähungen, weist die klassische Homöopathie ebenfalls einen Weg. Träge oder schwache Personen mit Koliken profitieren eventuell von Carbo vegetabilis D6 (Pflanzenholzkohle). Hektische, nervöse Menschen sollten zu anderen Homöopathika greifen. Leiden sie selbst nach kleineren Mahlzeiten an Völlegefühl, spricht das für Lycopodium D6 (Bärlapp). Druck im Magen nach Stress oder Hektik ist ein Hinweis, Nux vomica D12 anzuwenden. Und bei Aufstoßen mit stark aufgetriebenem Bauch kann Argentum nitricum D12 Linderung verschaffen.

Krampfartige Bauchschmerzen – was Du ausprobieren solltest

Treten krampfartige Beschwerden nach dem Essen auf, oft mit Blähungen oder Völlegefühl, kann Nux vomica D12 Abhilfe schaffen. Stechende, brennende Beschwerden bei Menschen, die zusätzlich an Verstopfungen leiden, machen Bryonia D5 (Zaunrübe) zum Mittel der Wahl. Wer selbst nach kleinen Mahlzeiten, oft auch nach Süßem, an Bauchschmerzen leidet, kann Lycopodium D6 testen. Krämpfe mit dem Wunsch, sich zusammenzukrümmen, sprechen wiederum für Colocynthis D6 (ein Kürbisgewächs) oder Magnesium phosphoricum D6 (Magnesiumphosphat).

Homöopathische Tipps gegen Durchfall

Hinter Durchfall stecken verschiedene Ursachen, und jeder Mensch reagiert anders. Bei der Auswahl geeigneter Präparate fragen Heilpraktiker:innen Details zu den Beschwerden ab. Wechseln sich Durchfall und Verstopfung ab, wobei fettes Essen, Süßes oder Kaltes als Auslöser infrage kommt, ist Pulsatilla D6 (Küchenschelle) eine gute Wahl. Kommen Magenkrämpfe mit hinzu, lohnt sich der Versuch mit Nux vomica D12.

Magen-Darm-Infekte mit Übelkeit, Erbrechen und Durchfall sprechen für Arsenicum album D12 (Arsenik). Treten Beschwerden aufgrund von Ernährungsumstellungen auf, etwa im Urlaub, sollte man zu Okoubaka D3 (ein Sandelholzgewächs) greifen. Und Ferrum phosphoricum D6 (Eisenphosphat) ist Mittel der Wahl, falls Kinder an Sommerdurchfällen leiden. Auch bei Infekten mit Durchfall, Erbrechen und Fieber hat sich das Präparat bewährt.

Homöopathische Präparate richtig dosieren

Falls Heilpraktiker:innen oder Ärzt:innen keine anderen Empfehlungen gegeben haben, nehmen Erwachsene homöopathische Präparate dreimal täglich ein, und zwar fünf Globuli, fünf Tropfen oder eine Tablette. Säuglinge bis Ende des ersten Lebensjahres erhalten ein Drittel, Kleinkinder bis zum 6. Lebensjahr die Hälfte und Kinder bis zum zwölften Lebensjahr zwei Drittel der Erwachsenendosis. 

Gut zu wissen

Homöopathie kann Deine Beschwerden lindern. Gleichzeitig solltest Du Dir Zeit zum Essen nehmen, leicht verdauliche, ballaststoffreiche Speisen wählen, ausreichend viel trinken und Dich regelmäßig bewegen. Und bei Übergewicht lohnt es sich, etwas abzunehmen.

Wer regelmäßig an solchen Beschwerden leidet oder plötzlich starke Schmerzen hat, sollte umgehend bei Ärzt:innen mögliche Grunderkrankungen abklären lassen. Denn hinter Magen-Darm-Beschwerden können auch schwerwiegende Erkrankungen stecken

Redaktion: Medical Health

Quellen

https://www.dhu.de/presse/stress-schlaegt-auf-die-verdauung-und-das-immunsystem.html  

https://www.dhu-globuli.de/produkte/produkt-specials/nux-vomica-d6-dhu.html

https://www.dhu-globuli.de/homoeopathie/haeufig-gestellte-fragen.html

Matthias Eisele: Homöopathie. Der einfache Weg zum richtigen Mittel. 2013, Deutscher Apotheker Verlag

Matthias Eisele, Karl-Heinz Friese, Gisela Notter, Anette Schlumpberger: Homöopathie für die Kitteltasche. Indikations- und wirkstoffbezogene Beratungsempfehlungen.2020, Deutscher Apotheker Verlag