Rätsel

Wal-Wahnsinn geht weiter: Getestete DNA-Probe gar nicht von Timmy?

Ein DNA-Test aus China sorgt für neue Zweifel am Schicksal von Buckelwal „Timmy“ – Experten widersprechen deutlich.

Wal Timmy bläst Luft aus.Auf Pinterest merken
DNA-Proben des in Dänemark gestrandeten Wals sorgen für Rätsel. Foto: IMAGO / SNS UG

Die Diskussion um Buckelwal Timmy nimmt eine neue, überraschende Wendung. Wochen nachdem Wal Timmy tot an der dänischen Küste gefunden wurde, sorgt eine private DNA-Analyse für neue Zweifel. Experten und Behörden halten die ausgewerteten Proben für nicht stichfest, das Ergebnis gibt Rätsel auf.

DNA-Test sorgt für neue Zweifel an Timmys Tod

Ausgelöst wurde die Debatte durch eine kurzfristig angesetzte Pressekonferenz von Tierärztin Kirsten Tönnies. Sie präsentierte dort Ergebnisse einer DNA-Analyse, die nach ihren Angaben nahelegen sollen, dass die untersuchten Proben nicht einmal derselben Tierart zugeordnet werden können. Die Daten seien von einem Institut in China ausgewertet worden.

Schon während der Präsentation blieben viele Fragen offen. Woher die untersuchten Proben genau stammen, wurde nicht eindeutig belegt. Nach Timmys Tod wurden während der Obduktion zwar Proben entnommen, deren Verbleib scheint jedoch nicht perfekt dokumentiert zu sein. Tierärztin Tönnie gab nun sogar zu, die Daten aus dem chinesischen Labor selbst nicht ganz zu verstehen.

Auch die Identität der Fachleute, die die Ergebnisse ursprünglich mit vorstellen sollten, blieb unbekannt. Laut Tönnies hätten diese ihre Teilnahme aus Sorge vor beruflichen Konsequenzen kurzfristig abgesagt.

Experten halten weiter an Timmy-Identifikation fest

Während die neuen DNA-Ergebnisse für Aufsehen sorgen, sehen Fachleute bislang keinen Grund, die bisherige Einschätzung zu ändern. Die dänischen Behörden hatten bereits vor Wochen erklärt, dass es sich bei dem vor der Insel Anholt angespülten Wal um „Timmy“ gehandelt habe. Als wichtiges Indiz gilt unter anderem die Schwanzflosse des Tieres.

Meeresbiologe Thilo Maack verweist darauf, dass diese bei Walen ähnlich einzigartig sei wie ein Fingerabdruck beim Menschen. Zudem wurde am Kadaver jener Tracker entdeckt, den das private Rettungsteam zuvor an dem Wal angebracht hatte.

Behörden fordern vollständige Daten

Das Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern reagierte nach der Pressekonferenz ebenfalls. Minister Till Backhaus forderte die Initiative erneut auf, sämtliche verfügbaren Daten offenzulegen. Nur so könnten die Informationen unabhängig überprüft und wissenschaftlich bewertet werden.

Auch andere Fachleute äußerten sich kritisch. Meeresbiologe Fabian Ritter bezeichnete die Veranstaltung als „unprofessionell, undurchsichtig, inkonsistent und deswegen unglaubwürdig“. Robert Marc Lehmann, der während der Rettung von Timmy einem regelrechten Shitstorm ausgesetzt war, fand noch deutlichere Worte und erklärte öffentlich: „Diese Pressekonferenz war eine Katastrophe.“

Ist Timmy vielleicht doch noch am Leben?

Eine klare Antwort auf die zentrale Frage konnte selbst die Tierärztin nicht geben. Ob der vor Anholt gefundene Wal tatsächlich nicht Timmy gewesen sei, ließ sie offen. Die Analyse zeige ihrer Ansicht nach lediglich Auffälligkeiten bei den untersuchten Proben.

Gleichzeitig schloss Tönnies nicht vollständig aus, dass der Buckelwal noch leben könnte. Überzeugt scheint sie davon allerdings nicht zu sein. Auf der Pressekonferenz erklärte sie: „Ich kann nicht ausschließen, dass er noch lebt, finde es aber total unlogisch.“

Quellen

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