Gruselig!

Was Forscher jetzt am tiefsten Punkt im Meer fanden

Der Marianengraben markiert die tiefste Stelle des Weltmeeres. Ein Ort, an den kein gewöhnlicher Mensch kommt. Eigentlich. Denn was Forscher jetzt dort fanden, ist einfach nur gruselig!

Taucher im Ozean
Die Weltmeere sind längst nicht mehr unberührt Foto: IMAGO / Panthermedia

Jahrtausende lang versteckten sich in den Tiefen unserer Weltmeere die letzten, von Menschen unberührte Orte. Fernab der Touristen, die Schulter an Schulter an allen Stränden liegen, und der Kreuzfahrtschiffe, die jeden Ozean durchqueren, lag Kilometer unter der Wasseroberfläche eine abgeschirmte Welt. Bis jetzt.

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Krass: Forscher finden Plastikmüll im Marianengraben

Der Marianengraben, im Englischen Mariana Trench, im Pazifischen Ozean östlich der Philippinen ist über 2.400 Kilometer lang und an seiner tiefste Stelle elf Kilometer tief. Dort unten herrscht ein so enormer Druck, dass Menschen nicht einfach dort hinab tauchen können. Auch gewöhnliche Fische können dort nicht überleben. Deswegen haben robuste, sehr anpassungsfähige Tiere die tiefsten Tiefen für sich allein.

Dieser Instagram-Post zeigt, wo ungefähr im Marianengraben Koboldhai (Goblin Shark), Scheibenbauch (Snail Fish), Anglerfisch & Co. leben:

Lange schien es logisch, dass diese Unterwasserwelt fernab der von Menschen gemachten Vermüllung der Erde existiert. Wie falsch diese Annahme ist, beweisen jetzt neue Aufnahmen aus dem Marianengraben.

Ein Tauchroboter filmte in elf Kilometer Tiefe und fing ein extrem trauriges Bild ein: Am tiefsten Punkt der Weltmeere liegen ein Heliumballon und ein Plastikeimer auf Grund.

"Frozen" am tiefsten Punkt im Meer

Die Naturdokumentation "The Hidden World of Mariana Trench" (übersetzt "Die versteckte Welt des Marianengrabens") enthüllt den Umweltskandal. Der Film zeigt zunächst atemberaubende Aufnahmen aus der Unterwasserwelt.

Ab Minute 12 sind dann leider auch der Heliumballon und der Plastikeimer zu sehen. Besonders traurig ist das Bild, da es sich bei dem Luftballon um Merchandise aus dem Kinderfilm "Die Eiskönigin – Völlig unverfroren" (im Orginal "Frozen") handelt.

Marianengraben: Monster und Plastik

Plastik im Marianengraben ist leider nicht erst seit 2021 ein Thema. Bereits früher fanden Forscher*innen Müll am tiefsten Punkt im Meer. Zuletzt gelang Victor Vescovo, Entdecker und Marineoffizier im Ruhestand, der Abstieg in den Marianengraben. Im April 2019 erreichte er in einem Spezial-U-Boot 10,9 Kilometer Tiefe. Was er dort fand, war ähnlich traurig wie der "Frozen"-Luftballon, der aktuell am Meeresgrund festhängt. Vescovo fand die Plastikhülle eines Lutschers und eine Plastiktüte.

Umweltverschmutzung ist überall

Als Victor Vescovo 2019 Plastik im Marianengraben fand, platzte für viele Naturwissenschaftler*innen der Traum von unberührten Tiefen.

„Wir hatten immer das Gefühl, dass ein Teil dieses Planeten abgeschirmt, unberührt von menschlichem Handeln existieren würde. Früher stimmte das.“
Eric Galbraith

Eric Galbraith, Ozeanbiochemiker an der Catalan Institution for Research and Advanced Studies in Barcelona und außerordentlicher Professor an der McGill University in Montreal, sagte damals der Zeitschrift "Maclean's": "Die ist eine riesige Veränderung gegenüber jener Zeit, in der wir Kinder waren. Wir hatten immer das Gefühl, dass ein Teil dieses Planeten abgeschirmt, unberührt von menschlichem Handeln existieren würde. Früher stimmte das. Heute stimmt es nicht mehr."

Der tiefste Punkt der Weltmeere, verschmutzt durch Menschen – traurige Realität.

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