Weihnachtsmarkt ohne Bargeld? Warum Familien jetzt alarmiert sind
Auf dem Weihnachtsmarkt „Polarzauber“ im Züricher Hauptbahnhof ist in diesem Jahr ein radikaler Wandel geplant: Bargeld soll dort komplett verschwinden. Wird es diese Regelung auch in Deutschland geben?
Besucher*innen des Weihnachtsmarkts am Züricher Hauptbahnhof sollten ihre Glühwein-Tasse, gebrannte Mandeln oder ein kleines Geschenk nur noch per Karte oder Smartphone bezahlen – Twint, Apple Pay oder Google Pay waren vorgesehen, Münzen und Scheine unerwünscht. Nach massiver Kritik aus der Bevölkerung und von Händler*innen zeigen sich die Veranstalter jetzt kompromissbereit. Inzwischen haben sie angekündigt, trotz der ursprünglichen Pläne doch wieder Bargeld zuzulassen. Man wolle niemanden ausschließen, heißt es, und man nehme die Bedenken ernst.
Woher kommt das Verbot – und warum regt es viele auf?
Die Veranstalter argumentieren mit Sicherheitsaspekten: Ohne Bargeld sinke das Risiko von Diebstählen, und auch die Abrechnung der Stände werde erleichtert. Gleichzeitig verlangen sie eine Umsatzbeteiligung der Standbetreiber – ein Modell, das Experten als „marktüblich“ bezeichnen. Wird trotzdem Bargeld angenommen, droht eine Strafe von bis zu 500 Franken (rund 540 Euro).
Viele Marktbetreiber*innen sind verunsichert: Einige geben an, dass etwa die Hälfte ihrer Kundschaft noch bar zahlen möchte – sie fürchten erhebliche Umsatzeinbußen.
Warum das vor allem Familien und Kinder betrifft
Gerade für Mütter, Väter und ihre Kinder hat ein reiner Kartenzahlungsmarkt Nachteile. Viele Kinder besitzen kein eigenes Konto, kein Smartphone und keine Karte – sie haben nur ihr Taschengeld. Damit ist ihre Teilhabe eingeschränkt: Der Besuch auf dem Weihnachtsmarkt verliert an Spontanität, wenn das Kind nicht einfach mit ein paar Münzen etwas Süßes kaufen kann. Für Eltern ist Bargeld oft eine bewusste Entscheidung: Es schafft Kontrolle über die Ausgaben. Auch die älteren Menschen unter uns fühlen sich durch so eine Regelung ausgeschlossen: Sie besitzen noch häufiger Bargeld und haben teilweise noch nicht mal moderne Smartphones.
Könnte „Cashless Christmas" auch in Deutschland Realität werden?
In Deutschland gibt es derzeit jedoch keine vergleichbaren gesetzlichen Regeln, die Bargeldzahlungen generell einschränken würden. Standorte wie Weihnachtsmärkte unterliegen in der Regel kommunalen oder privaten Veranstalter-Entscheidungen, nicht zwingenden bundesweiten Regelungen: Öffentliche Stellen dürfen Barzahlungen nicht pauschal ausschließen.
Da bleibt euch nur eins: Abwarten und Glühwein trinken!
Quellen
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