BeziehungsendeWie mache ich Schluss?

Du bist Dir sicher, dass Deine Beziehung keine Perspektive mehr hat! Dann trau Dich und mach Schluss. Hier erfährst Du, wie Du es angehen kannst, damit Du Dich hinterher noch selber im Spiegel anschauen kannst.

Inhalt
  1. Sei dir ganz sicher!
  2. Warte nicht zu lange!
  3. Setze Dir nicht die Pistole auf die Brust
  4. Plane das "danach"
  5. Sag es persönlich
  6. Sag es ihm ohne Vorwurf
  7. Kein: Wir können Freunde bleiben
  8. Geh nach der Nachricht woanders hin
  9. Keine zähen Diskussionen danach
  10. Bleib nach der Trennung fair
  11. Suche nach einer räumlichen Übergangswohnung
  12. Nimm Einbußen in Kauf
  13. Trenne alles sauber
  14. Komme an im Leben ohne ihn
  15. Überdenke dein Beuteschema
  16. Nicht die Hoffnung aufgeben

Du hältst es nicht mehr aus mit ihm und regst Dich über fast alles auf, was er macht? Deine Gefühle sind weg und Du bist überwiegend frustriert, was andere Dir auch ansehen? Du hast es schon X mal versucht, ihm zu erklären, was Dir fehlt und es ändert sich nichts? Das alles sind untrügliche Zeichen dafür, dass die Zeit reif ist für eine Trennung. Du bist noch unsicher, wie Du es machen sollst? Die Paar- und Familientherapeutin Marthe Kniep aus Jesteburg gibt 16 Tipps, wie Du es anständig hinter Dich bringen kannst.

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Sei dir ganz sicher!

„Ich mach Schluss!“ haut man nicht mal so eben jemandem aus der Wut heraus an den Kopf. Denn Wut ist ein schlechter Berater und eine nicht ernst gemeinte Trennungsandrohung kann sehr verletzen. Deshalb sei Dir erst sicher, dass der Ofen wirklich aus ist, bevor Du Deinen Partner mit Deinem Wunsch nach Trennung konfrontierst.

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Warte nicht zu lange!

Manche wissen schon aus Erfahrung, wie sich der Punkt anfühlt, an dem man ganz klar weiß: Jetzt reichts. Jetzt tue ich es und trenne mich. Du kannst abwarten, bis es sich so klar anfühlt. Oder Du kannst den Weg abkürzen, wenn Du schon vorher fühlst: Das wird nichts mehr. Die Langspielplatte muss ich mir nicht bis zum Ende anhören. Denn niemand muss erst warten, bis es ganz schlimm kommt. Du darfst auch schon vorher Deine Freiheit zurückhaben wollen.

 

Setze Dir nicht die Pistole auf die Brust

Du bist Dir schon ganz sicher, dass Du Dich trennen willst! Dann könntest Du es ihm gleich sagen. Doch in manchen Fällen würde das ein unberechenbares Chaos auslösen. Zum Beispiel wenn Du in seiner Wohnung lebst und befürchtest, dass er Dich dann gleich rausschmeißen würde. Oder wenn Du gerad ein wirklich wichtiges Projekt zum Abschluss bringen musst, wovon Deine berufliche Zukunft abhängt. Dann kann der Showdown ein paar Tage warten. Es ist zwar nicht ganz ehrlich ihm gegenüber, aber du musst auch an Dich denken.

 

Plane das "danach"

Du fragst Dich, wie es ohne ihn sein wird? Und dann steigt ein beklommenes Gefühl in Dir hoch? Oft ist das die Angst vor dem Unbekannten und vor dem Alleinsein. Deshalb überlasse es nicht dem Zufall, wie es nach der Trennung weiter geht. Überlege Dir genau: Wie soll mein Leben aussehen, wenn ich meinen baldigen Ex nicht mehr mit einplanen muss? Organisiere Dir alles, was du dazu brauchst. Das ist die Chance, die eigenen Weichen neu zu stellen. Außerdem fällt Dir die Trennung leichter, wenn Du einen Plan hast.

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Sag es persönlich

Natürlich wäre es leichter, ihm einfach eine Nachricht zu schicken und sich so dem unangenehmen Moment der Konfrontation mit dem Beziehungs-Aus zu ersparen. Doch ganz ehrlich: Das ist unfair und „altersunangemessen“. Ein reifer Mensch sollte im Stande sein, sich vis-à-vis von einem Menschen zu trennen, mit dem er wirklich lange zusammen war. Einzige Ausnahme: Angst vor körperlicher Eskalation. In dem Fall, solltest Du ihn gar nicht mehr ohne Begleitung treffen.

 

Sag es ihm ohne Vorwurf

Der Moment, an dem Du es aussprichst, ist oft derjenige, der am meisten inneren Anlauf braucht. Denn die Angst vor der Reaktion des anderen schwingt mit. Und natürlich auch etwas schlechtes Gewissen, weil der andere vor vollendete Tatsachen gestellt wird und selten erleichtert darüber ist. Doch das ist nicht zu ändern. Deshalb sag es ihm, wie es ist. In einfachen klaren Sätzen wie diese:

Ich werde ausziehen… Ich will nicht mehr mit dir zusammen sein… Ich trenne mich von dir… So kann ich nicht glücklich werden…. Das ist nicht, was ich will und wie ich es mir vorgestellt habe...

Sag es auf Deine Weise und ohne große Vorwürfe, auch wenn Du sauer oder enttäuscht bist. Denn normalerweise gibt es vor einer Trennung schon Tonnen von mehr oder weniger direkten Vorwürfen an den Partner. Jetzt, wo Du genug davon hast, kannst Du damit aufhören.

 

Kein: Wir können Freunde bleiben

Ob Eure verbleibende Schnittmenge für ein Anknüpfen an ein freundschaftliches Verhältnis das Richtige sein wird, ist nicht immer gleich abzusehen. Denn es kann sein, dass der Exfreund erst mal lange Zeit Abstand von Dir braucht, um über die Trennung und den Verlust hinweg zu kommen. Das Angebot “Wir können ja Freunde bleiben.“ fühlt sich deshalb oft wie eine Ohrfeige für ihn an. Es wird sich zeigen, ob Ihr Freunde werden könnt. Ein Trost ist das Versprechen für den Verlassenen im Moment der Trennung nicht.

 

Geh nach der Nachricht woanders hin

Natürlich lässt man niemanden komplett im Regen stehen, mit dem eben gerade Schluss gemacht wurde. Einzige Ausnahme: Er hat sich wie ein riesen Arschloch benommen. Hat es einfach auf lange Sicht nicht funktioniert mit Euch, auch wenn Ihr gemeinsam auf schöne Tage zurückblicken könnt, trenn dich fair. Dazu gehört, dass Du ihm einen Moment lässt, die Nachricht sacken zu lassen. Dann ist es besser zu gehen. Denn Du bist jetzt nicht die Richtige, um ihn zu trösten. Besser für beide ist es, etwas Luft ran zu lassen. Ich werde jetzt erst mal ein paar Stündchen zu einer Freundin gehen. Kommst du klar? Wir können morgen/am Wochenende darüber reden, wie es laufen kann/wie wir es machen mit der Wohnung und so weiter. Jetzt brauche ich erst mal kurz etwas Abstand.

 

Keine zähen Diskussionen danach

Bei manch einem Kerl fällt der Groschen spät, dass er sich mal richtig kümmern muss, damit die Freundin sich nicht trennt. Manche fallen aus allen Wolken und geloben erst unter der Androhung der Trennung Besserung, wenn sie denn nur bei ihm bleibt. Erspare Dir das. Du kannst nichts dafür, wenn er zu spät aufgewacht ist. Zumindest nicht, wenn Du vorher längst mit ihm darüber gesprochen hast, was Du vermisst und was Dich ärgert. Kommt er jetzt mit Blumen und Champagner um die Ecke, obwohl Du wirklich keinen Bock mehr auf ihn hast, bleibe konsequent.

 

Bleib nach der Trennung fair

Fairness ist bei und nach Trennungen wichtig, damit Du keine unnötige verbrannte Erde hinterlässt. Dein Partner war lange Dein Partner und er ist immer noch ein Mensch mit Gefühlen. Dazu noch einer, der verlassen wurde. Das ist immer der miesere Part. Da muss man nicht noch hinterhertreten. Das heißt ganz praktisch, ihn nach der Trennung nicht ständig anzurufen oder treffen zu wollen, weil Du ihn als Berater vermisst oder doch mal wieder Lust auf Sex hast und er da leicht zu überreden wäre. Das ist unfair. So doof es ist: Du hast Dich auch von seinen guten Seiten getrennt. Was er Dir in dieser Hinsicht gegeben hat, musst Du Dir jetzt woanders holen. So schützt Du Dich auch selber vor einem Rückfall, falls Du da gefährdet bist.

 

Suche nach einer räumlichen Übergangswohnung

Es kann zermürbend sein, mit dem Expartner noch eine Zeit zusammen zu leben, wenn man schon getrennt ist. Oft hilft hier eine Übergangslösung, bis eine neue Wohnung gefunden ist. Muss er ausziehen, gib ihm ein faires Ultimatum, wie lange er Zeit hat, sich etwas zu suchen. Maximal drei Monate. Dann muss es gut sein. Wirst Du ausziehen, bitte ihn, fair zu bleiben und auch Dir Zeit zum Suchen zu geben. Für den Übergang hilft „Wohnen auf Zeit“ oder die Couch einer Freundin. Wobei die auch nicht überstrapaziert werden sollte. Manchmal tut es auch gut, für ein Paar Tage bei den Eltern Unterschlupf zu suchen und sich etwas betüdeln zu lassen. Das tut auch über 30-jährigen manchmal noch gut. 

 

Nimm Einbußen in Kauf

Ihr hattet schon einen gemeinsamen Haushalt? Und jetzt muss alles auseinanderdividiert werden! Keine schöne Sache. Denn an vielen Teilen, die Du oder er beim packen in die Hand nehmt, hängt ein Teil gemeinsamer Geschichte. Sei jetzt großzügig mit Dir und ihm und feilsche nicht um jeden Kochlöffel. In Deinem neuen Leben ist Platz für viel Neues. Ein Start mit dem Nötigsten ist manchmal besser, als ein ewiger Rosenkrieg um Heller und Cent. Natürlich musst Du Dir auch nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. Überlege Dir trotzdem: Wie wichtig ist es jetzt, mich hier durchzusetzen?

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Trenne alles sauber

Gemeinsamer Mietvertrag, gemeinsame Konten, gebuchte Reisen. Schaut der Wahrheit ins Gesicht und regelt Eure finanziellen Dinge. Du ziehst aus? Dann geh offiziell aus dem Mietvertrag. Sonst hängst Du noch mit drin, wenn er mal nicht die Miete zahlt. Deinen Teil der Kaution kann er Dir auszahlen. Storniert gemeinsame Reisen. Löst das gemeinsame Konto auf, falls Ihr eins hattet. Je konsequenter und sauberer Du alles machst, desto schneller habt Ihr beide wieder einen klaren Kopf.

 

Komme an im Leben ohne ihn

Du bist auch alleinlebend ein ganzer Mensch und musst nicht gleich wieder nach einem Neuen suchen. Komm erst mal bei Dir an und genieße das Gefühl, Dich ganz nach Deinen Bedürfnissen zu richten und alles allein entscheiden zu können. Finde raus, was Dir Spaß macht. Probiere neue Dinge, die Du mit dem Ex nicht umgesetzt hast. Lass es krachen oder zieh Dich mal komplett zurück. Was immer Dir vorschwebt, ist jetzt denkbar.

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Überdenke dein Beuteschema

Wenn das Dickste vorüber ist und Du im neuen Leben angekommen bist, ist das ein guter Moment, das eigene Beuteschema mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Wen habe ich mir da beim letzten Mal gesucht? Was war spannend, was hat mich ergänzt und was genervt oder erdrückt? Wer sich damit ernsthaft auseinander setzt, vielleicht auch mit Hilfe eines Therapeuten, läuft weniger Gefahr, dass sich beim nächsten Mann alles wiederholt. Manche drehen noch mal eine Ehrenrunde mit einem ähnlichen Exemplar, dass sich in einem anderen Äußeren getarnt hat. Andere öffnen irgendwann nach einer guten Selbstreflektion ihren Blick für die Männer, wie wirklich gut zu ihnen passen. Weil viele Frauen zu wenig gelernt haben, ihre Bedürfnisse zu erkennen und ernst zu nehmen, ist diese Veränderung manchmal ein etwas längerer Prozess. Sich dafür Zeit zu nehmen, macht absolut Sinn!

 

Nicht die Hoffnung aufgeben

Es hat sich mit ihm wie die große Liebe angefühlt, als ihr zusammengekommen seid! Und Dich beschleicht das Gefühl, dass Du das nicht wiederfinden wirst? Nun. Vielleicht wird es wirklich ein Weilchen dauern, weil Du Dich erst mal wieder richtig frei machen und selbst finden musst, bevor etwas Neues entstehen kann, was das bisher gekannte noch mal toppt. Aber es ist möglich und passiert immer wieder auf der Welt. Also gibt die Hoffnung nicht auf! 

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