Mit dem Rauchen aufhören - so klappt's!

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30 % der Teilnehmer schaffen es, nach einer professionellen Entwöhnung mit dem Rauchen aufzuhören.
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Weg von der Sucht

Sie wollen mit dem Rauchen aufhören? Expertin Anna Ludwig macht Mut und sagt, was wirklich hilft.

Eigentlich will ich ja mit dem Rauchen aufhören

Mit dem Rauchen aufhören - wie schaft man das? Schließlich schenken Zigaretten regelmäßig positive Gefühle. "Nikotin gelangt sehr schnell ins Gehirn", weiß Diplom-Pädagogin Anna Ludwig. Zusammen mit dem Arzt Dr. Tobias Raupach leitet sie die Raucherentwöhnungsambulanz am Herzzentrum Göttingen. "Im Belohnungszentrum des Gehirns bilden sich immer mehr Nikotin-Rezeptoren." Diese Nerven-Enden verlangen stets wieder nach dem Gift. " Viele versuchen, allein aufzuhören. Doch höchstens sechs Prozent der Raucher haben damit Erfolg", sagt Anna Ludwig. Drei Methoden werden häufig angewandt. "Auch hier sind die Erfolgsquoten gering."

Beliebt ist etwa die:

Akupunktur: Der Arzt setzt feine Nadeln in die Ohrmuschel, die das Belohnungszentrum im Gehirn beeinflussen. Oft sind zehn Sitzungen nötig, damit Sie mit dem Rauchen aufhören (Einzelpreis: ab ca. 30 Euro).

Hypnose: Durch die sogenannte Tiefenentspannung soll im Unterbewussten die Botschaft verankert werden: "Ich brauche keine Zigaretten." Eine Sitzung kostet ab 50 Euro. Wie viele Durchgänge nötig sind, ist individuell verschieden. Die Wirkung ist wissenschaftlich nicht belegt.

Tabletten: Seit 2007 gibt es ein verschreibungspflichtiges Medikament, das Entzugssymptome wie Nervosität oder Zittern lindert. Als Nebenwirkung kann Übelkeit auftreten. Kosten: pro Tag 4 Euro.

Bei all diesen Methoden zahlt die Kasse in der Regel nicht.

"Auch wenn diese Zahlen ernüchternd klingen: Es gibt trotzdem einen Weg, wie Sie mit dem Rauchen aufhören. Das geht leichter, als man denkt. Entscheidend ist der Entschluss, wirklich aufhören zu wollen. Dazu kommt die professionelle Hilfe", verrät die Expertin. "

Am erfolgreichsten sind speziell entwickelte Entwöhnungs-Programme, wie wir sie an der Universität Göttingen anbieten. Hier geht es darum, die körperliche Abhängigkeit zu behandeln. Zusätzlich lernen wir, den Alltag ohne Zigaretten zu organisieren. Auch in anderen Kliniken und Arztpraxen gibt es solche Programme. Fragen Sie Ihre Krankenkasse nach Anbietern in der Nähe. Mindestens 30 Prozent der Teilnehmer werden hier zum Nichtraucher." Eine höhere Erfolgsquote gibt es nicht. Diese Programme haben vieles gemeinsam. Man besucht den Kurs immer zusammen mit anderen Rauchern. So motiviert man sich gegenseitig. Man profitiert also nicht nur von speziellem Nikotinersatz wie Kaugummi, Pflaster oder Tablette – sondern auch von der psychologischen Macht der Gruppe.

Anna Ludwig: "Am Anfang steht eine Gratis-Beratung. Wenn man sich dann angemeldet hat, wird in einem weiteren Gespräch die persönliche Vorgeschichte besprochen – und Sie bekommen schon einmal erste Tipps." Dann folgen je nach Kurs sechs bis neun wöchentliche Treffen. "Dabei lernen Sie, Ihren Alltag ohne Zigaretten zu bewältigen. "Solche Entwöhnungskurse kosten etwa 150 Euro, die Krankenkassen zahlen davon mindestens 75 Euro. Unter einer Bedingung: Man muss bis zum Ende dabei bleiben.

HERZZENTRUM GÖTTINGEN Raucherentwöhnungsambulanz, Tel.: 05 51/39 63 22

GRATIS-TELEFONBERATUNG– bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA),

Tel.: 0 18 05/31 31 31 (der Anruf kostet 14 ct/Min. aus dem dt. Festnetz; vom Handy etwas mehr); am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) Heidelberg, Tel.: 0 62 21/42 42 00

Internet kostenlose Online-Hilfe der BZgA: www.rauchfrei-info.de

BUCHTIPP Anil Batra, Gerhard Buchkremer: Nichtrauchen! Erfolgreich aussteigen in sechs Schritten, W. Kohlhammer Verlag, 128 S., 17,80 €.

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