Erziehung10 schlechte Gewohnheiten von Kindern, die in Wirklichkeit gut sind

Bestimmtes Verhalten von Kindern wird als schlechte Erziehung bezeichnet. Diese 10 Angewohnheiten sind allerdings unvermeidbar - und sogar positiv für die Kindesentwicklung.

10 schlechte Angewohnheiten von Kindern, die gut sind
Quengelig, dickköpfig, laut? Nicht unbedingt ein Grund zur Sorge...
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Inhalt
  1. Kinder verlieren ihre Selbstkontrolle
  2. Kinder lassen ihren Gefühlen freien Lauf
  3. Kinder wollen sich ständig bewegen
  4. Kinder wollen keine Reizüberflutung
  5. Kinder wollen eigene Entscheidungen treffen
  6. Kinder werden ungeduldig, wenn es um ihre Bedürfnisse geht
  7. Kinder wollen viel Aufmerksamkeit
  8. Kinder haben Stimmungsschwankungen
  9. Kinder wollen nicht perfekt sein
  10. Kinder akzeptieren keine unlogischen Schlüsse

 

Kinder verlieren ihre Selbstkontrolle

Da sagt man dem Kind in ruhigem Ton: "Lass das Glas bitte stehen!" Und was passiert? Das niedliche Wesen schmeißt im nächsten Moment das Glas um. Wer aus dem Verhalten des Kindes auf eine schlechte Erziehung schließt, tut den Eltern unrecht.

Amerikanische Studien belegen, dass jene Gehirnregionen, die für Selbstkontrolle zuständig sind, erst im Erwachsenenalter vollständig entwickelt sind. Das heißt im Grunde: Kinder können nichts dafür, wenn sie impulsiv handeln - auch gegen den Willen ihrer Eltern. Mit schlechter oder falscher Erziehung hat es in den meisten Fällen nichts zu tun.

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Kinder lassen ihren Gefühlen freien Lauf

Erwachsene neigen dazu, ihre Gefühle zu unterdrücken. Sichtbare Emotionen haben in der Öffentlichkeit nichts zu suchen - es wird allgemein erwartet, dass sie versteckt werden.

Wer als Elternteil allerdings auch seine Kinder dahingehend schult, ihre Gefühle unter Verschluss zu halten, tut ihnen keinen Gefallen damit. Kinder neigen dazu, zu weinen, wenn sie traurig sind, laut zu lachen, wenn sie fröhlich sind, zu schreien, wenn sie wütend sind. Diese offen ausgelebten Gefühle sollten von den Eltern nicht per se verboten werden. Das Ziel sollte nicht sein, den Kindern den Bezug zu ihren Gefühlen zu verbieten, sondern bloß, die Gefühle nicht exzessiv nach außen zu tragen. Soll heißen: Das Kind sollte nicht lernen, Wut zu unterdrücken, sondern sie gemäßigt zu zeigen. Wer seinen Kindern Gefühlsäußerungen komplett aberzieht, kann psychischen Schaden anrichten.

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Kinder wollen sich ständig bewegen

Kinder verfügen von Natur aus über einen ausgeprägten Bewegungsdrang. Ob Toben, Rennen oder Raufen - alles scheint ihnen attraktiver als Stillsitzen. Zappelnde und unruhige Kinder weisen also nur darauf hin, dass ihnen Aktivität fehlt.

Statt sie zu ermahnen, ruhig zu sitzen, sollten Eltern dem Bewegungsdrang der Kinder entgegenkommen, etwa mit einem Spielplatzbesuch oder einer Fahrradtour. Das gleicht Kinder aus, macht sie ruhiger und vor allem auch glücklicher.

 

Kinder wollen keine Reizüberflutung

Werden Kinder quengelig und hibbelig, wird ihnen häufig Hyperaktivität nachgesagt. Das muss allerdings nicht stimmen. Viel häufiger liegt die Ursache dafür in einer Reizüberflutung.

Kinder fühlen sich ebenso wie Erwachsene immer mehr gehetzt, haben schon früh "Termine" zum Sportverein, Musikunterricht, der Nachhilfe oder dem Kindergeburtstag. So fühlen sich schon Kinder gestresst - und sind überfordert damit.

Experten raten, Kindern zwischen ihren "Terminen" genügend Zeit zum Spielen zu lassen. Aber auch da gilt: Weniger Spielzeug ist mehr - denn auch eine zu große Auswahl kann Kinder überfordern.

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Kinder wollen eigene Entscheidungen treffen

Manchmal besteht das Kind darauf, in dem T-Shirt zur Schule zu gehen. Oder auf sein Nutella-Brot eine Scheibe Käse zu legen. Oder sich die Frisur selbst zu zaubern. Und was machen die Eltern in solchen Situationen? Bestehen auf den warmen Pulli zur Schule, eine Trennung zwischen Nutella und Käse und einen sauberen Zopf.

Erziehungsexperten raten allerdings dazu, die Kinder bei solchen "harmlosen" Alltagsfragen selbst experimentieren zu lassen. Dass es zu kalt für ein T-Shirt ist, wird das Kind schnell selbst bemerken. Dass Käse mit Nutella nicht sonderlich schmeckt, merkt es schon nach einem Bissen. Im Grunde gilt aber immer: Probieren geht über Studieren - und aus eigener Erfahrung lernen Kinder am effektivsten und am schnellsten.

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Kinder werden ungeduldig, wenn es um ihre Bedürfnisse geht

Wenn Kinder auf Toilette müssen, muss es immer ganz schnell gehen. Wenn die nächste Raststätte erst in fünf Kilometern erreicht ist, wird bis dahin immer ärger gequengelt. Gleiches gilt für Hunger, Durst und Müdigkeit. Wer aber so ein nörgelndes Kind vor sich hat, muss nicht gleich glauben, dass man es einem Erziehungsfehler zu verschulden hat. Die Wahrheit ist: Kinder spüren diese Grundbedürfnisse etwa zehn Mal stärker, als Erwachsene. Sie zu unterdrücken fällt Kindern demnach viel schwerer.

Die einzige Lösung heißt: Aufmerksamkeit. Wer die Grundbedürfnisse des Kindes zeitig stillt, wird das Kind auch nicht launisch. Prävention ist hier gefragter als die Ermahnung zur Geduld.

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Kinder wollen viel Aufmerksamkeit

Kinder lieben es zu spielen: mit Freunden, Geschwistern, Tieren, ihrem Spielzeug und - was (zu) viele Eltern vernachlässigen - auch mit ihren Eltern. Der Grund dafür liegt in dem Verlangen, sich mit den Eltern, ihren nächsten Bezugspersonen, zu beschäftigen.

Kommen Eltern diesem Wunsch der Kinder nicht nach, zeigen Kinder langfristig weniger Bereitschaft, den elterlichen Anweisungen zu folgen. Ob es darum geht, die Zähne zu putzen oder sich am Tisch zu benehmen. Machen Kinder Faxen, sehnen sie sich häufig nach der Aufmerksamkeit ihrer Eltern.

Nehmen sich Eltern genug Zeit, um regelmäßig mit den Kindern zu spielen, wird das kindliche Aufmerksamkeitsbedürfnis gestillt - und die Faxen haben von allein ein Ende...

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Kinder haben Stimmungsschwankungen

Wenn Erwachsene an einem Tag fröhlich sind, an einem anderen Tag traurig und am dritten Tag genervt, nehmen wir das meist hin - schließlich kann man nicht immer nur gut drauf sein und nicht immer läuft alles wie am Schnürchen.

Allerdings sollte man in Gegenwart von Kindern vorsichtig sein. Sie imitieren nicht nur das Verhalten ihrer Eltern, sondern nehmen sich auch ein Beispiel an ihren Emotionen. Klingt kompliziert? Mag sein. Die gute Nachricht ist aber: Wenn man will, dass das Kind fröhlich ist, muss man ihm nur genügend Fröhlichkeit vorleben. Wie schön!

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Kinder wollen nicht perfekt sein

Irren ist menschlich und Menschen machen Fehler. Vom Kleinkindalter bis zum Tod ist kein Mensch frei von schlechten Angewohnheiten: Der eine ist unpünktlich, der andere vergesslich, der dritte pessimistisch. Menschen bestehen eben nicht nur aus positiven, sondern auch aus negativen Eigenschaften - die sich im Laufe ihres Lebens nur marginal ändern.

Diese Selbstverständlichkeit sollten wir immer auch vor Augen haben, wenn es um unsere Kinder geht. Auch sie sind nicht perfekt, haben neben ihren guten auch schlechte Eigenschaften. Experten empfehlen Eltern, auch die negativen Charakterzüge ihrer Kinder zu akzeptieren, statt sie wiederholt zu kritisieren. Kritik an einer Charaktereigenschaft kann schnell zu mangelndem Selbstwertgefühl des Kindes führen.

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Kinder akzeptieren keine unlogischen Schlüsse

Kinder mögen Routine, Regeln und vertraute Abläufe. Sie verleihen ihnen Sicherheit und Halt. Wer seinem Kind aber an einem Tag etwas erlaubt, an einem anderen Tag das Gleiche aber verbietet, ist es für das Kind nicht nachvollziehbar. Die Folge: Das Kind weint, ist verwirrt oder wird wütend.

Experten raten dazu, sowohl Belohnungen als auch Verbote konsequent durchzuführen. Wenn mal eine Ausnahme gemacht wird, sollte man dem Kind verständlich erklären, warum es "ausnahmsweise" anders läuft, damit das Kind die Entscheidung nachvollziehen kann.

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(ww7)

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