32-Stunden-Woche 4-Tage-Arbeitswoche: Dieses Land in Europa macht ernst!

Als erstes europäisches Land will Spanien die Vier-Tage-Woche testen. Unternehmen werden finanziell unterstützt.

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Inhalt
  1. Spanien will Vier-Tage-Arbeitswoche einführen
  2. Finanzielle Unterstützung für Firmen
  3. Die Vier-Tage-Woche steigert die Zufriedenheit
  4. Hier arbeiten Deutsche nur 5 Stunden am Tag
  5. Linke für 30-Stunden-Woche

Eine Vier-Tage-Woche soll die Produktivität und Zufriedenheit von Arbeitnehmern erhöhen. Die spanische Regierung plant dazu ein Pilotprojekt: Drei Jahre lang sollen 200 Firmen mit insgesamt 50 Millionen Euro finanziert werden, um finanzielle Risiken der 32-Stunden-Woche zu minimieren. 

 

Spanien will Vier-Tage-Arbeitswoche einführen

Der Vorstoß zur Vier-Tage-Woche beruht auf einem Antrag der linken Partei Más País, dem die Regierung laut eines Berichts der britischen Zeitung Guardian zustimmte. Eine endgültige Entscheidung soll in den nächsten Wochen getroffen werden.

Der Más-País-Politiker Íñigo Errejón twitterte: "Mit der Vier-Tage-Woche haben wir eine zeitgemäße Diskussion eröffnet." In Spanien arbeiten die Menschen mehr Stunden als der europäische Durchschnitt, so Errejón. "Dennoch gehören wir nicht zu den produktivsten Ländern". Eine 32-Stunden-Woche könnte die Produktivität also erhöhen. 

 

Finanzielle Unterstützung für Firmen

Der Staat will die teilnehmenden Unternehmen unterstützten: Finanzielle Ausfälle könnten im ersten Jahr zu 100 Prozent aufgefangen werden, im zweiten Jahr zur Hälfte und im Dritten zu einem Drittel. Héctor Tejero von Más País sagte dazu: "Mit diesen Berechnungen könnten etwa 200 Unternehmen mit 3000 bis 6000 Angestellten teilnehmen." Was man nicht sehen wolle, seien wegfallende Jobs oder reduzierte Gehälter. "Ein solches Pilotprojekt wurde noch nirgends auf der Welt gestartet", sagt Tejero.

4-Tage-Arbeitswoche: Dieses Land in Europa macht ernst!
Eine Vier-Tage-Woche kann die Zufriedenheit und Produktivität von Mitabeitern fördern.
Foto: iStock/fizkes
 

Die Vier-Tage-Woche steigert die Zufriedenheit

Die spanische Firma Software Delsol hatte letztes Jahr als erstes spanisches Unternehmen eine Vier-Tage-Woche eingeführt - mit positiven Effekten: "Man stellte fest, dass die Krankheitstage weniger wurden, die Produktivität stieg an, und die Arbeiter waren zufriedener", erzählt Héctor Tejero.

Auch in Neuseeland führte eine Firma 2018 eine Vier-Tage-Woche bei gleichem Lohn ein. In den USA hat eine Firma ein ähnliches Modell: Seit 2015 arbeiten die Mitarbeiter bei "Tower" nur 25 Stunden pro Woche. 

 

Hier arbeiten Deutsche nur 5 Stunden am Tag

In Deutschland gibt es seit 2018 ein bis dato einzigartiges Arbeitsmodell: In einer Digital-Kommunikationsagentur in Bielefeld wird statt acht Stunden fünf Stunden täglich gearbeitet, von 8 Uhr bis 13 Uhr. Chef Lasse Rheingans sagte damals der Neue Westfälische-Zeitung: "Fünf Stunden hoch konzentriert arbeiten bis zur Mittagspause – das kann dasselbe Ergebnis bringen wie die üblichen acht bis neun Stunden."

 

Linke für 30-Stunden-Woche

Die Linke sprach sich erst im Februar erneut für eine 30-Stunden-Woche aus - ohne, dass die Bezahlung oder die Arbeitsplätze reduziert werden. "Die Verkürzung der Arbeitszeit auf 4 Tage oder 30 Stunden pro Woche trifft den Nerv der Zeit", heißt es im Parteiprogramm. "Aus gutem Grund: Mit Arbeitszeitverkürzung können wir Arbeitsplätze retten, für mehr Lebensqualität sorgen, aber auch Menschen in unfreiwilliger Teilzeit ermöglichen, endlich wieder mehr zu arbeiten."

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