Unfassbare Tragödie

Alex musste sterben, weil er andere schützen wollte...

Knapp drei Monate nach Alex' Tod kommen nun schockierende Details ans Licht…

Knapp drei Monate nach Alex' Tod kommen nun schockierende Details ans Licht…
Foto: IMAGO / Markus Klümper

Bei der Trauerfeier für Alexander W. in Idar-Oberstein sind einige Hundert Menschen gekommen, um an den jungen Mann zu erinnern, der in einer Tankstelle der Stadt erschossen wurde – weil er einen Kunden aufforderte, eine Maske zu tragen …

Der Tag, an dem Alex starb: Was ist wirklich passiert?

Alex’ Familie ist hier, Freunde, Kollegen, auch einige, die ihn nicht kannten. Der Oberbürgermeister der Stadt wird sprechen. Doch zuerst ergreift Michaela W., die Mutter des jungen Mannes, das Wort. Mit ruhiger, manchmal brüchiger Stimme trägt sie ihre Worte der Liebe an ihren Sohn vor. Am Ende küsst sie eine weiße Rose und legt sie Alex’ Bild zu Füßen. Bei vielen der Trauergäste fließen die Tränen.

Was war passiert? Am Samstag, den 18. September 2021, betritt ein Mann gegen 20 Uhr die Aral-Tankstelle in Idar-Oberstein (Rheinland-Pfalz), in der Alex neben seinem Studium als Kassierer jobbt. Mario N. (49) geht direkt zu den Kühlschränken, schnappt sich ein Sixpack Bier und stellt es auf den Tresen. Alex fällt sofort auf: Der Mann trägt keinen Mund-Nasen-Schutz, dabei wird an der Tür – so wie überall in Deutschland auch – ausdrücklich darauf hingewiesen. Er bittet ihn freundlich, eine Maske aufzusetzen, doch Mario N. weigert sich, will sich nicht an die gesetzlichen Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie halten. Es kommt zum Streit, weil Alex ihm das Bier so nicht verkaufen will – der Mann stürmt wütend aus der Tankstelle.

Niemand ahnte, wie stark Mario N. sich mittlerweile radikalisiert hatte

Etwa eine Stunde später steht Mario N. wie aus dem Nichts wieder vor Alex. Dieses Mal trägt er eine Maske, stellt erneut ein Sixpack Bier auf die Kassentheke. Dann zieht er den Mundschutz runter und blickt Alex direkt in die Augen. Bevor er etwas sagen kann, zieht Mario N. eine Schusswaffe, zielt damit direkt auf Alex’ Kopf und drückt ab. Der junge Mann ist sofort tot.

Als Mario N. am nächsten Morgen von der Polizei festgenommen wird, gesteht er die Tat. Über sein Motiv sagt der Software-Entwickler: Die Pandemie würde ihn schwer belasten, er empfand Alex’ Weigerung, ihm ohne Maske Bier zu verkaufen, als Provokation. Er habe „ohne zu zögern“ abgedrückt – und ihm sei klar gewesen, dass er das Opfer getötet habe.

Bei der Durchsuchung der Wohnung von Mario N. findet die Polizei weitere Schusswaffen – und einen Rechner, mit dem sich seine Aktivitäten in sozialen Netzwerken nachverfolgen lassen: In Kommentaren, Twitter- und Telegram-Beiträgen wird deutlich, dass er die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung ablehnt, auch den Lockdown halte er für „unsinnig“. Doch wie stark er sich mittlerweile radikalisiert hatte, ahnte niemand …

Alex Mutter: „Liebe war schon immer stärker als der Hass.“

Warum Alex sterben musste, der nur seine Pflicht tat und andere schützen wollte, beschäftigt auch seine Mutter Michaela. Ihre mutige Trauerrede beginnt deshalb auch mit Corona, das alle verändert, aber die Menschlichkeit nicht besiegt hat. Sie erinnert an andere junge Menschen, die in letzter Zeit gestorben sind. Und sie wendet sich gegen den Hass, der ihren Sohn getötet hat. Aber auch den Hass, der unsere Herzen nicht vergiften darf. Sie benennt ausdrücklich den Hass auf die Familie des Täters, der nach der Tat geäußert wurde. „Sie sind auch Opfer“, sagt Michaela, aber: „Liebe war schon immer stärker als der Hass.“

Im Video: Die vier Phasen der Trauer - wie man lernt mit Verlust umzugehen.

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Autor: Redaktion Closer

Artikelbild & Social Media: IMAGO / Markus Klümper