ANABOX smart nach „Die Höhle der Löwen“: Das wurde aus dem Medikamentenspender
Wer täglich Tabletten einnehmen muss, verliert schnell den Überblick - gerade im hohen Alter. Die ANABOX smart erinnert einen nicht nur, sondern hält auch die Familie auf dem Laufenden.
Medikamente vergessen, Dosen überspringen, Angehörige in Sorge: Für viele Familien ist das ein ständiges Drama. Mit ANABOX smart wollten Robert Gühne, Chris Walter, Daniel Böber und Jürgen Burkert aus Leipzig genau dieses Problem lösen – einen Spender, der ältere Familienmitglieder sicher durch den Medikamentenalltag bringt und der Familie Ruhe schenkt.
Die vier Gründer treten mit einer klaren Mission in der „Höhle der Löwen“ an: „Wir wollen älteren Menschen dabei helfen, länger allein selbstständig zu leben.“ Das System ist denkbar einfach aufgebaut. Die Box blinkt und signalisiert, wann Medikamente eingenommen werden müssen. Sensoren erfassen, ob die Entnahme tatsächlich erfolgt ist. Über eine App können Angehörige in Echtzeit nachverfolgen, ob alles planmäßig läuft, und werden automatisch benachrichtigt, wenn eine Dosis vergessen wird.
Besonders clever: Das Gerät funktioniert ohne WLAN und ohne komplizierte Einrichtung – ein entscheidender Vorteil für die ältere Zielgruppe, die nicht mit Technik jonglieren soll. Laut Weltgesundheitsorganisation nehmen etwa die Hälfte aller Patienten ihre Medikamente nicht korrekt ein. ANABOX smart will dieses Problem gezielt lösen und Familien entlasten. Für 180.000 Euro bieten sie 15 Prozent ihres Unternehmens an.
Von der Testphase zur Skepsis der Löwen
Frank Thelen ist von der Idee und der Verarbeitungsqualität überzeugt, stutzt aber bei den Produktionskosten von 100 Euro pro Stück. Die Gründer haben das Ziel, diese auf 50 Euro zu senken, doch die teure Platine macht das aktuell noch schwierig. Der Plan sieht vor, ANABOX smart Patienten mit Pflegegrad 1 kostenlos zur Verfügung zu stellen, parallel dazu wird die Box im Onlineshop als monatliches Abo für 21,90 Euro angeboten.
Die Löwen bohren nach und Ralf Dümmel steigt früh aus. Er sieht zwar Potenzial, kennt sich aber nicht mit Krankenkassenverhandlungen aus, die für ein solches Produkt zentral wären. Die Erwähnung eines ähnlichen US-Produkts sorgt kurz für Stirnrunzeln, doch ein erteiltes Patent für Europa nimmt die Nachahmer-Sorge.
Dennoch ist der Unternehmenswert nach nur 20 verkauften Testgeräten schwer einzuschätzen. Carsten Maschmeyer hält das Risiko zu hoch und steigt aus. Dagmar Wöhrl schließt sich an und beschreibt Krankenkassen-Deals als „Horror“.
Frank bleibt – mit harten Bedingungen
Janna Ensthaler ist sehr angetan und sieht bei einem Direktverkaufspreis von knapp 200 Euro Zukunft. Doch sie schwankt zu stark und lehnt ab. Frank Thelen hat weiter Bedenken zu Kosten und Krankenkassen, findet ANABOX smart aber zu gut, um es links liegen zu lassen. Sein Angebot kommt mit klaren Bedingungen:
Die Produktion muss frei wählbar bleiben.
Das Unternehmen darf keine Schulden haben.
Hier stockt es: Die Gründer haben ein Darlehen von 185.000 Euro aufgenommen. Trotzdem bleibt Frank dran, vor allem wegen des Patents. Er bietet 180.000 Euro für 25 Prozent – und erwartet eigentlich, dass die Gründer ablehnen. Nach kurzer Beratung nehmen sie jedoch an: Der Deal steht.
Wo ANABOX smart heute erhältlich ist
Die ANABOX smart ist weiterhin über die Website des Start-ups verfügbar. Das monatliche Abo kostet nach wie vor 21,90 Euro. Wer lieber kaufen möchte, zahlt 249 Euro einmalig – eine Option, die sich für Familien oder Pflegeeinrichtungen lohnt.











