Kognitive Einschränkungen

Aphasie: Ursachen, Symptome und Therapie bei der Sprachstörung

Aphasie ist die Folge einer Erkrankung, die das Gehirn schädigt. Was ist über Ursachen bekannt, welche Symptome gibt es und wie sieht es mit Therapie aus?

Aphasie: Ursachen, Symptome und Therapie der Sprachstörung
Aphasie: Ursachen, Symptome und Therapie der Sprachstörung sind vielfältig. (Symbolbild) Foto: mr.suphachai praserdumrongchai/iStock

Eine Aphasie bringt für Betroffene große Einschränkungen mit sich. Doch was ist diese Krankheit überhaupt? Wir verraten dir alles über Ursachen, Symptome und mögliche Therapien, die bei der Sprachstörung nach Gehirnschädigung helfen können.

Aphasie: Ursachen der kognitiven Erkrankung

Aphasie ist eine Krankheit, die Betroffene oft ein Gefühl von Hilflosigkeit gibt. Plötzlich können Sie nicht mehr Sprechen, Lesen, Verstehen, Schreiben - oder alles zusammen. Die Schweregrade sind unterschiedlich. Was sind die Ursachen für Aphasie?

Aphasie ist der altgriechische Begriff für "Sprachlosigkeit". Eine Aphasie wird in der medizinischen Fachsprache eine Sprachstörung genannt, die als Folge einer Krankheit auftritt. In den meisten Fällen (ca. 80%) ist ein Schlaganfall der Grund für die Aphasie. Weitere Gründe können Blutungen nach Venenthrombosen, ein Schädel-Hirn-Trauma, ein Gehirntumor, eine entzündliche Erkrankung, Sauerstoffmangel (Hypoxie) oder auch eine Vergiftung sein.

Aphasie-Symptome: So äußert sich die Schädigung des Gehirns

Eine Aphasie kann sich durch verschiedene Symptome äußern. Wie schon erwähnt, kommt es in den folgenden Bereichen zu Einschränkungen:

  • Lesen

  • Schreiben

  • Sprechen

  • Verstehen

Wichtig zu wissen ist es, dass diese Störungen nur auftreten können, wenn die Fähigkeiten auch erlernt worden sind. Allerdings gibt es auch weitere Einschränkungen, die über diesen sprachlichen Bereich hinausgehen, weswegen Aphasie auch als multimodale Störung bezeichnet wird. Betroffen sind u.a. Aufmerksamkeit, Konzentrationsfähigkeit und die Gedächtnisleistung. Allerdings wird die Intelligenz nicht eingeschränkt.

Je nach Schweregrad der Aphasie-Symptome wird die Folge von Schlaganfall und Co. unterschiedlich beurteilt:

  • Amnestische bzw. anomische Aphasie: Keine Probleme beim Sprechen, aber leichte Probleme beim Nachsprechen und Verstehen. Probleme bei der Wortfindung und Bildung von neuartigen Worten.

  • Broca-Aphasie: Probleme beim Sprechen, Nachsprechen und eingeschränkte Wortfindung, aber meist keine Einschränkung beim Verständnis.

  • Wernicke-Aphasie: Keine Probleme beim Sprechen, aber übersteigertes Sprechbedürfnis (Logorrhoe) und Bildung neuartiger Worte. Probleme beim Nachsprechen sowie Einschränkungen beim Verstehen und der Wortfindung.

  • Globale Aphasie: Störungen in allen genannten Bereichen

    Die Aphasie-Symptome treten allerdings nicht gesondert auf, sondern bringen auch meist noch neurologische Beeinträchtigungen mit sich. Darunter fallen neben den drei bereits genannten Störungen (Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Konzentration) auch Dinge wie Schluckbeschwerden, ein eingeschränktes Zahlenverständnis, Einschränkungen des Gesichtsfeldes oder auch Gesichtsblindheit, halbseitige Lähmungen, epileptische Anfälle und vieles mehr.

Aphasie: Therapie gegen die Sprachstörung

Um die Folgen der Aphasie mit einer Therapie behandeln zu können, braucht es neben Ärzt*innen und Patient*innen meist auch die Hilfe der Angehörigen, um die die Hauptziele der Aphasie-Therapie zu erreichen. Die Angehörigen entwickeln nämlich oft Sprachängste oder Sprechängste, was der Verbesserung der Aphasie im Wege stehen kann - denn nur, weil jemand nicht mehr richtig Sprechen oder Verstehen kann, muss man mit der Person nicht reden, als sei sie ein kleines Kind.

Das Hauptziel besteht in der Verbesserung der Kommunikationsfähigkeiten und die Stärkung der vorhandenen Fähigkeiten. Die Erfolgsaussichten hängen von mehreren Faktoren ab, mit steigendem Alter treten die Erfolge allerdings langsamer ein.

Folgende Therapien können gemacht werden:

  • Sprachtherapie: Diese Therapie wird meist von Logopäd*innen in einer sprachtherapeutischen Einrichtung durchgeführt.

  • Musiktherapie

  • Neuropsychologische Therapie: Verbesserung von Aufmerksamkeit und Gedächtnisleistung.

  • Mediengestützte Therapie: Hier wird ein Teil der Sprachtherapie durch ein Programm am Computer ersetzt. Beispielsweise kann die Zuordnung von Worten zu Bilder (ähnlich wie Memory) hiermit auch daheim geübt werden.

  • Ergotherapie: Hier werden Fähigkeiten aus dem Alltag wiedererlangt.

  • Physiotherapie: Wenn es zu Lähmungen oder Bewegungseinschränkungen kommt.

  • Teletherapie: Mittels Ferntherapie können mehrere, vorher ausgemachte Einheiten täglich gemacht werden, unabhängig von der Anwesenheit der Therapeut*in. Diese kann dann durch Übermittlung der Daten der Patient*in die Fortschritte beurteilen.

Außerdem ist es neben der Aphasie-Therapie hilfreich, in Selbsthilfegruppen aktiv zu werden. Dort unterstützen sich von der Erkrankung Betroffene gegenseitig. Ein solcher Verband ist der Bundesverband Aphasie

Artikelbild und Social Media: mr.suphachai praserdumrongchai/iStock (Symbolbild)

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