Gefährliche BakterienBei Katze angesteckt: Frau nach Guillain-Barré-Syndrom gelähmt

Eine junge Engländerin saß monatelang im Rollstuhl, nachdem sie eine Straßenkatze gestreichelt hatte. Grund dafür war das Guillan-Barré-Syndrom. Nun geht die Geschichte von Gemma Birch viral.

Gemma Birch ist 24 Jahre alt – und musste gerade zum zweiten Mal in ihrem Leben laufen lernen. 14 Monate lang kämpfte sie um das Gefühl in ihren Beinen. Nach ihrem Portugal-Urlaub war die Engländerin aus Southport von der Hüfte abwärts gelähmt. Der wahrscheinliche Grund: Sie hatte eine Straßenkatze gestreichelt.

Im Urlaub in Albufeira, einen Küstenort Portugals, machte Gemma Bekanntschaft mit einer kleinen Katze. Sie fütterte sie und ließ sie bedenkenlos in ihr Apartment. Am Tag ihrer Rückreise musste sich die junge Frau plötzlich mehrfach erbrechen, bis sie im Flugzeug in Ohnmacht fiel. Im Krankenhaus in Southport konnten Ärzte nach der Landung schließlich eine Campylobacter-Infektion feststellen.

Das Bakterium lässt sich ebenfalls oft auf rohem Geflügelfleisch nachweisen und löst mitunter schwere Durchfallerkrankungen aus. In den meisten Fällen heilt die Erkrankung nach etwa einer Woche wieder aus. Davon gingen auch die Ärzte aus, so dass Gemma nach einer Woche entlassen werden konnte.

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Zuhause verbesserte sich der Zustand der Frau zwar erst – kurze Zeit später wurde sie jedoch erneut ins Krankenhaus eingeliefert. Nachts wachte Gemma davon auf, dass sie aus dem Bett fiel. Aufstehen konnte sie nicht mehr – denn ihr fehlte jegliches Gefühl in den Beinen. Verzweifelt und beängstigt kratzte Gemma sich die Beine auf, um etwas zu spüren. Nichts. Sie hatte die Kontrolle über ihren Darm verloren und verlor zunehmend das Gefühl abwärts der Hüfte.

 

Aus einer Infektion wurde das Guillan-Barré-Syndrom

Die Ärzte diagnostizierten das Guillan-Barré-Syndrom. Dabei handelt es sich um eine äußerst seltene Komplikation einer Campylobacter-Infektion.  

Das Guillan-Barré-Syndrom ist eine Autoimmunreaktion, die nach schweren Infektionen auftreten kann. Die Ursachen sind nicht vollständig geklärt, es wird jedoch davon ausgegangen, dass der Körper als Immunreaktion ebenfalls ähnliche Teile eigener Nervenzellen angreift. Eine Entzündung der Nervenwurzeln im Rückenmark führt daraufhin zu einer aufsteigenden Gefühlsstörung der Extremitäten – unbehandelt kann sich die Lähmung auf den gesamten Körper und Atemtrakt auswirken. Trotzdem bleiben die Betroffenen bei Bewusstsein. Die Symptome bilden sich meist über Wochen, manchmal auch Monate, wieder zurück. So auch bei Gemma – allerdings erst nach einem langen Krankenhausaufenthalt und monatelanger Rehabilitation.

 

Die Katze als Krankheitsüberträger

Das Rätsel, was blieb, war das der Ansteckung. Gemma selbst hatte seit Jahren kein Fleisch gegessen. Wie konnte sie sich mit Campylobacter anstecken? Erst als die Ärzte sie nach Kontakt zu Tieren fragten, erinnerte sich die Frau an ihre Urlaubsbekanntschaft mit der Katze, nach der die Symptome begannen. Das Tier hatte das Bakterium höchstwahrscheinlich an sich getragen und an Gemma weitergegeben.

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Heute kann Gemma wieder laufen. Das Gefühl in ihren Beinen ist nach monatelanger Reha wieder zurückgekehrt. Nur manchmal ist das Kribbeln plötzlich wieder da - wenn Gemma erneut mit einer Infektion zu kämpfen hat. Ihre Liebe zu Tieren hat Gemma trotzdem nicht verloren. Nur streichelt sie heute nur noch Haustiere, deren Herkunft sie kennt.

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