Es wird richtig teuer!

Benzinpreis-Horror: 1 Liter bald 2,50 Euro?

Tanken wird Luxus: Expert*innen rechnen damit, dass der Liter Benzin bald 2,50 Euro kosten wird.

Benzinpreis-Horror: 1 Liter bald 2,50 Euro?
Tanken ist richtig bitter momentan Foto: IMAGO / Reichwein

Die Benzinpreise in Deutschland steigen und steigen und kein Ende ist in Sicht. Worüber man früher noch gescherzt hat, steht laut Expert*innen nun bald an: 1 Liter Benzin für 2,50 Euro.

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Preisschock: 1 Liter Benzin bald 2,50 Euro

Viele von uns kennen es momentan: Jede Fahrt zur Tankstelle tut weh – egal, ob man Super oder Diesel tankt. Zum Start in die Woche meldete der ADAC düstere Zahlen: Erstmals in der Geschichte Deutschlands zahlen Verbraucher*innen über 2 Euro pro Liter Kraftstoff. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt kostete ein Liter Superbenzin E10 am Montag (7. März) 2,008 Euro und eine Liter Diesel 2,032 Euro.

Der Düsseldorfer Ökonom Prof. Justus Haucap (52) machte auf Nachfrage der "Bild"-Zeitung wenig Hoffnung: "Wenn die Rohölpreise weiter hochgehen, kann der Spritpreis auch bei 2,50 Euro landen."

Steffen Bock, Chef von "clever-tanken.de", drückte sich noch drastischer aus: "Eine Erhöhung des Spritpreises auf 2,50 Euro ist definitiv nicht mehr auszuschließen."

Benzinpreis-Horror: Der Ukraine-Krieg treibt die Preise in die Höhe

Seit Monaten steigen die Benzinpreise unaufhörlich. Eine Mitschuld daran trägt die Corona-Krise, die Preissteigerungen sowohl bei der Produktion als auch im Import/Export ausgelöst hat. Während der Liter Super im ersten Corona-Jahr 2020 laut dem Portal Statista im Jahresschnitt noch 1,29 Euro kostete, waren es 2022 schon 1,72 Euro.

Drastisch verschärft hat die Lage dann die Ukraine-Krise. Schon vor Wochen, als Putin sein Nachbarland noch nicht angegriffen hatte, explodierten die Preise. Benzin und Heizöl sind so teuer wie seit Jahren nicht. Mitte Februar kostete ein Barrel (159 Liter) Öl der Nordseesorte Brent 96,16 US-Dollar. In der Nacht zum Montag stieg der Preis pro Barrel Brent auf 139,13 US-Dollar – der höchste Stand seit 2008.

Benzinpreise werden weiter steigen: Der Preis der Freiheit

Bei fast 140 US-Dollar pro Barrel Brent ist aber noch nicht Schluss. Wie "tagesschau.de" berichtet, rechnen die Rohstoffanalysten der US-Bank JPMorgan noch in diesem Jahr mit einem Barrel-Preis von 185 Dollar.

Auch 200 Dollar halten einige Expert*innen für realistisch. "Der Preis der Freiheit liegt bei 200 US-Dollar pro Barrel Rohöl. So viel könnte es kosten, wenn die Welt kein russisches Öl mehr nutzen will", betont Chris Wheaton, Rohstoffexperte bei der Investmentbank Stifel.  

Weg vom russischen Öl

Nicht nur in Deutschland wird aktuell darüber diskutiert, wie die Preisexplosion bei Öl und Gas gebremst werden kann. Putin hat eine machtvolle Position, denn Russland ist zweitgrößter Öl-Exporteur weltweit. 12 Prozent des Rohöls und 15 Prozent der Ölprodukte weltweit kommen aus der Föderation. Deutschland bezieht rund ein Drittel des Diesels von Putin, wie Klaus-Jürgen Gern vom Institut für Weltwirtschaft in Kiel gegenüber dem "WDR" sagte.

Um die Abhängigkeit von russischen Öl- und Gaslieferungen – und deren Preisen – zu beenden, müssten die Kraftstoffe aus anderen Quellen bezogen werden. Expert*innen sehen eine Vielzahl von Möglichkeiten, etwa mehr Öl aus dem Iran zu importieren oder die Ölbohrungen in den USA weiter auszubauen.

Dieser komplexe Loslösungsprozess wird allerdings viel Zeit in Anspruch nehmen. Bis es soweit ist, müssen wir uns darauf einstellen, bald 2,50 Euro für 1 Liter Benzin zu zahlen.

Nicht nur Benzin wird teurer dieses Jahr. Wofür du sonst noch tiefer in die Tasche greifen musst, erfährst du im Video!

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Artikelbild & Social Media: IMAGO / Reichwein

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