Gesundheit

Blasenentzündung: Oft geht es ohne Antibiotika

Eine Blasenentzündung heilt in vielen Fällen auch ohne Gabe von Antibiotika ab. Dabei helfen bewährte Hausmittel und homöopathische Präparate. Hier erfährst du, welche Mittel sich bei einer Blasenentzündung bewährt haben.

Blasenentzündung: Oft geht es ohne Antibiotika
Eine Blasenentzündung ist schmerzhaft. Doch nicht immer müssen Antibiotika eingesetzt werden. Foto: Jomkwan/iStock

Eine Blasenentzündung (Zystitis) kann sehr schmerzhaft sein; meist sind Frauen betroffen. Sie leiden an häufigem Harndrang, starkem Brennen beim Wasserlassen und Schmerzen im Unterleib. Weitere Symptome sind Druck- und Völlegefühl im Unterbauch und trüber oder blutiger Urin, odt mit üblem Geruch.

Blasenentzündung: Wärme und Trinken wichtig

Um die akuten Symptome wie Schmerzen im Unterleib zu lindern, kannst du warme Umschläge in der betroffenen Region auflegen. Auch solltest du viel trinken, am besten ungesüßten Tee oder Wasser, damit die Blase und die Harnwege gut durchgespült werden.

Homöopathie: Wann ist sie bei einer Blasenentzündung geeignet?

Bei einer akuten, unkomplizierten Zystitis kannst du zur Selbstbehandlung homöopathische Mittel einsetzen. Das sind die wichtigsten homöopathischen Mittel bei einer akuten Blasenentzündung:

  • Aconitum: Bei plötzlich beginnender Blasenentzündung, brennenden, heftigen, schneidenden oder reißenden Schmerzen in der Blase oder beim Wasserlassen, bei rötlichem Urin oder bei Beschwerden als Folge von Unterkühlungen raten Heilpraktiker:innen zu dem Präparat.

  • Apis: Typische Beschwerden, die für Apis sprechen, sind brennende Schmerzen schon zu Beginn des Wasserlassens, häufiger, schmerzhafter Harndrang, trockener Mund und kein Durst.

  • Belladonna: Das Präparat wird u.a. bei heftigen, brennenden Schmerzen in der Blase, verbunden mit einem anhaltenden, schmerzhaften Harndrang und bei unfreiwilligem Urinverlust empfohlen. Die Blase ist druck- und berührungsempfindlich.

     

  • Cantharis: Betroffene haben kein Fieber, jedoch heftige, brennende Schmerzen während oder nach dem Wasserlassen. Es gehen nur ein paar Tropfen ab. Hinzu kommt ein unerträglicher, schmerzhafter Harndrang. Der Urin ist dunkel und blutig.

     

  • Dulcamara: Eine Blasenetzündung als Folge von feuchtkaltem Wetter mit anhaltendem Harndrang, trübem, blutigem Urin und schmerzhaftem Brennen im letzten Teil der Harnröhre beim Wasserlassen spricht für dieses homöopathische Präparat.

     

  • Nux vomica: Dazu greifen Heilpraktiker:innen bei einer Blasenentzündung mit krampfartigen Schmerzen und vergeblichem Versuch, Wasser zu lassen. Bei Patient:innen geht Urin geht nur tropfenweise ab. Ihre Beschwerden sind schlimmer bei Kälte.

  • Pullsatilla: Häufiges, auch unwillkürliches Wasserlassen bei Lachen und Husten ist ein Hinweis, Pulsatilla einzusetzen. Patient:innen berichten, dass jeder Tropfen Urin in der Blase Harndrang verursacht. Sie leiden an Harndrang in Rückenlage und haben ständig das Gefühl, ihre Blase sei zu voll.

     

  • Sarsaparilla ist die Empfehlung bei häufigem Harndrang und brennenden Schmerzen zum Ende des Wasserlassens. Urinieren ist oft nur im Stehen möglich. Und nachts kommt es zu unwillkürlichem Urinverlust.

  • Staphisagria: Das Präparat ist bei Blasenentzündungen mit Schmerzen nach dem Geschlechtsverkehr, die in Richtung Unterbauch ausstrahlen, die erste Wahl. Wasserlassen ist schmerzhaft; es gehen nur kleine Mengen ab.

Dosierung homöopathischer Präparate

Bei der Selbstbehandlung wählst du eine niedrige Potenz: D6 oder C6. Nimm zu Beginn der Beschwerden drei bis vier Mal alle 10 bis 15 Minuten fünf Globuli ein. Danach stündlich. Bei einsetzender Besserung die Gabe auf drei bis vier Mal täglich reduzieren. Lass die Globuli unter der Zunge zergehen. Bei der Potenz C12 oder D12 nimmst du zwei bis drei Globuli pro Gabe.

Gut wissen

Bessern sich die Symptome nicht innerhalb kurzer Zeit oder verschlimmern sie sich, dann sollten die Beschwerden von deinem Hausarzt/deiner Hausärztin oder deiner Gynäkologin/deinem Gynäkologen abgeklärt werden. Strahlen die Schmerzen in den Rücken oder die Taille aus, bei Fieber, Schüttelfrost und Schmerzen in der Nierengegend solltest du auf jeden Fall einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen. Auch chronische Blasenentzündungen gehören in die Hände eines Experten oder einer Expertin. Hier kann aber die Homöopathie auch eine gute Ergänzung zu klassischen Arzneimitteltherapien darstellen.

Redaktion: Medical Health

Quellen:

Deutscher Zentralverein homöopathischer Ärzte: Homöopathie onlinehttps://www.homoeopathie-online.info/blasenentzuendung-mit-homoeopathie-behandeln/  

Dr. med. Manuela Mai, Ärztin und Homöopathin auf mylife.de: https://www.mylife.de/homoeopathie/blasenentzuendung/

Bundesministerium für Bildung und Forschung: https://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/blasenentzundungen-zwei-von-drei-frauen-werden-ohne-antibiotikum-gesund-1688.php

Dr. Med. Markus Wiesenhauer, Dr. med. Suzann Kirschner-Brons: Das große Homöopathie-Handbuch, GU, 2007

Werner Stumpf: Homöopathie, GU, 2019

Sven Sommer, Der große GU-Kompass: Homöopathie, 2010