Brisante Aussage im Block-Fall: Insider belastet die Steakhaus-Erbin schwerer als je zuvor
In Hamburg verdichten sich die Vorwürfe gegen Christina Block: Neue Aussagen des israelischen Sicherheitsmannes David Barkay bringen detailreiche Anschuldigungen ans Licht – und werfen brisante Fragen rund um Geldflüsse, Auftraggeber und mutmaßliche Absprachen auf.
Der Prozess um die spektakuläre Entführung der beiden Block-Kinder wird von Tag zu Tag komplexer. Während die Hauptverhandlung derzeit pausiert, sorgt eine mehrtägige Aussage des Israeli David Barkay für erheblichen Druck auf die Angeklagte. Der 68-Jährige, ehemaliger Geheimdienstmann und Chef einer Sicherheitsfirma, legte umfangreiche Protokolle vor und seine Schilderungen könnten die Dynamik des Verfahrens massiv verändern.
Ein Ex-Agent packt aus und widerspricht der Mutter klar
Laut den Vernehmungsprotokollen schildert Barkay gegenüber der Staatsanwaltschaft, Christina Block habe über ihren langjährigen Familienanwalt Dr. Andreas C. die Rückholung ihrer Kinder aus Dänemark in Auftrag gegeben. Während Block bislang betont, die Israelis hätten eigenmächtig gehandelt, zeichnet der Ex-Agent ein anderes Bild. Er beschreibt Treffen, Absprachen und konkrete Anweisungen. So soll Block die Gruppe am 28. Dezember 2023 sogar persönlich im Hamburger Hotel „Grand Elysée“ begrüßt und sich laut seinen Angaben für die bevorstehende „Rettung“ bedankt haben.
Damit stellt Barkay die Darstellung der Mutter vollständig auf den Kopf. Block hatte ausgesagt, erst informiert worden zu sein, als ihre Kinder bereits zurück in Deutschland waren. Der Israeli bestreitet das entschieden.
Gab es Vorbereitung im Geheimdienststil?
Aus den Protokollen geht hervor, dass Barkay und sein Team weit im Voraus aktiv gewesen sein sollen. Er berichtet von Observationen in Dänemark: Die Kinder und ihr Vater seien mit Drohnen, Kameras und Ferngläsern überwacht worden. Screenshots einer angeblichen Chatgruppe namens „BKH“ – für „Bring Kids Home“ – sollen diesem Zweck gedient haben. Laut Barkay hätten dort Personen mit den Namen Christina und Andreas mitgeschrieben.
Auch seine eigene Vergangenheit rückt Barkay in den Fokus: Er diente nach eigenen Aussagen in einer israelischen Spezialeinheit und führte Operationen im Ausland durch.
Brisante Geldflüsse: Barkay nennt konkrete Summen
Besonders heikel für die Angeklagten – die Details zu angeblichen Zahlungen. Barkay spricht von insgesamt rund 220.000 Euro, die er und Mitglieder seines Teams erhalten hätten. Die Beträge sollen überwiegend über Anwalt Dr. Andreas C. geflossen sein: 150.000 Euro an einen Mitarbeiter, 50.000 Euro bar an ihn selbst. Dazu kommen laut Barkay 20.000 Euro in kleinen Scheinen, die ihm Christina Block persönlich übergeben habe.
Teilweise soll das Bargeld in Büros überreicht worden sein – einmal sogar in Anwesenheit des Sohnes von Dr. C., wie Barkay berichtet. Zur Absicherung seiner Aussagen führt er zudem angebliche Rechnungswege über externe Firmen an. Eine davon teilte jedoch auf Anfrage mit, dass es nie eine Geschäftsbeziehung mit Block oder Dr. C. gegeben habe, wenngleich man bestätigte, mit Barkay in Kontakt gestanden zu haben.
Eine schriftliche Vereinbarung über den Auftrag habe es laut Barkay nicht gegeben.
Die Verteidigungen schweigen und kritisieren das Vorgehen der Behörden
Auf die Vorwürfe angesprochen, äußern sich die Beschuldigten nicht inhaltlich. Der Medienrechtsanwalt von Dr. C. teilte der Bild-Zeitung mit: „Unser Mandant wird sich wie bisher nicht außerhalb des Verfahrens äußern.“ Auch Barkays Verteidiger reagierte nicht.
Christina Blocks Anwalt Ingo Bott kritisierte stattdessen das Vorgehen der Staatsanwaltschaft: „Es wiegt schwer, dass die Staatsanwaltschaft nach Beginn der Hauptverhandlung einen Zeugen angehört hat, ohne das Gericht und die Verteidigung darüber zu informieren.“ Man bestehe darauf, dass die Unschuldsvermutung gelte und alles „in die Hauptverhandlung“ gehöre.
Die Pause bis zum 10. Dezember soll der Verteidigung nun die Gelegenheit geben, die hunderte Seiten von Barkays Aussage auszuwerten.







