Krank aus Liebeskummer

Broken-Heart-Syndrom: Wenn Liebeskummer den Körper gefährdet

Liebeskummer kann ernsthaft krank machen, das bestätigen auch Ärzte. Wir verraten dir, warum das Broken-Heart-Syndrom so gefährlich sein kann und was die Symptome sind.

Video Platzhalter
Video: Glutamat

Liebeskummer kann uns nicht nur psychisch belasten, sondern tatsächlich unser Herz gefährden. Ärzte sprechen in diesem Fall vom Broken-Heart-Syndrom, das ähnlich gefährlich wie ein Herzinfarkt ist.

Symptome des Broken-Heart-Syndroms ähneln einem Herzinfarkt

Die Symptome des Broken-Heart-Syndroms ähneln denen eines akuten Herzinfarkts:

  • Ziehende Schmerzen in den Armen

  • Übelkeit und Erbrechen

  • Herzrasen

  • Schweißausbrüche

  • extremes Engegefühl in der Brust

  • Atemnot

Doch in der Klinik bestätigt sich der Verdacht dann nicht. Im Gegenteil: Das Herz ist gesund, die Schmerzen sind psychisch bedingt. Ärzte sprechen in diesem Fall vom "Broken-Heart-Syndrom" - dem Syndrom des gebrochenen Herzens.

Diese Art von Herzschwäche wird im Fachjargon auch als Stress-Kardiomyopathie bezeichnet. Zum ersten Mal wurde diese Herzerkrankung in den 1990er Jahren von japanischen Forschern beschrieben. Sie gaben ihr den Namen Takotsubo-Symdrom  – nach einer traditionellen japanischen Tintenfischfalle.

Herzinfarkt Symptome: Die unterschätzte Gefahr bei Frauen

Ursachen des Broken-Heart-Syndroms

Die Ursachen des Broken-Heart-Syndroms können nicht nur psychosomatisch und auf schwerwiegenden Liebeskummer zurückzuführen sein. Weitere Ursachen können sein:

  • Angst

  • Trauer

  • Mutlosigkeit

  • Erschöpfung

Die Patienten haben massiven emotionalen Stress erfahren, der buchstäblich ans Herz geht. Manche trifft es nach einem einschneidenden Ereignis wie der Trennung von einem geliebten Menschen, einem Unfall oder einer Todesnachricht. Andere haben einen langen Leidensweg hinter sich. In der Regel jedoch führt die Kombination aus Dauerbelastung und einer emotionalen Ausnahmesituation zum plötzlichen Zusammenbruch.

Neben emotionalem Stress können – wie man heute weiß  – auch physische Gründe der Auslöser für ein Broken-Heart-Syndrom sein. „Zu den physischen Triggern gehören auch akute neurologische Erkrankungen wie ein Schlaganfall, eine Epilepsie oder eine Blutung im Kopf,“ erklärt Kardiologe Christian Templin von der Uniklinik Greifswald im Gesundheitsmagazin Visite des NDR. Wie er erklärt, sind die physischen Auslöser heute sehr viel häufiger als die emotionalen. „Es gibt aber auch Patienten, circa ein Drittel, bei denen kein identifizierbarer Trigger zugrunde liegt", so der Mediziner weiter.

Zur genauen Ursache des Takotsubo-Symdroms wird weiterhin geforscht.

Wer ist besonders gefährdet, die Krankheit zu erleiden?

Anders als beim Herzinfarkt, von dem meist Männer betroffen sind, erkranken am Broken-Heart-Syndrom vor allem Frauen. Besonders nach den Wechseljahren gibt es vermehrt Betroffene, die an der Krankheit leiden - meist in einem Alter zwischen 50 und 70 Jahren.

Es wird mittlerweile vermutet, dass es eine genetische Veranlagung gibt, am Broken-Heart-Syndrom zu erkranken. Laut der "Apotheken Umschau" hat eine Forschergruppe aus Göttingen herausgefunden, dass die Herzmuskelzellen der Erkrankten bis zu sechsmal empfindlicher auf Stresshormone reagieren, als es bei gesunden Menschen der Fall ist.

Ist das Broken-Heart-Syndrom gefährlich?

Die Erkrankung sollte definitiv ernst genommen werden, denn es kann durch Komplikationen zu Herzrhythmusstörungen und Blutgerinnseln kommen. Findet ein solches Gerinnsel den Weg bis zum Gehirn, kann dies wiederum ein Auslöser für einen Schlaganfall sein. Zudem kann es passieren, dass Patient*innen, die einmal an der Krankheit leiden, Rückfälle bekommen.

Auch der psychische Aspekt darf nicht außer Acht gelassen werden: Der vermeintliche Herzinfarkt schürt tiefe Ängste und kann in eine schwere psychische Krise, in die sogenannte Postinfarktdepression, führen.

Ärzte behandeln die Stresssymptome des Herzens meist jedoch zusätzlich mit beruhigenden Medikamenten.

Jeder Mensch reagiert anders auf Stress

Patient*innen, die an einem Broken-Heart-Syndrom erkranken, können Stressopfer sein. Doch nicht jede Person die hart arbeitet oder privaten Kummer bewältigen muss, ist gefährdet. Die individuelle Belastbarkeit hängt zusätzlich zu den genetischen Faktoren auch von der Erziehung und Erfahrungen ab: Was trauen wir uns zu? Wie sehr sind wir auf Leistung fixiert? Wie gehen wir mit Konflikten um?

Fest steht, dass sehr stressanfällige Menschen ihre Umwelt viel wachsamer wahrnehmen. Sie sind oft aufgeregt, schreckhaft, betrachten alltägliche Situationen wie Notfälle.

Nerven beruhigen: Diese 10 Hausmittel und Tipps helfen

Broken-Heart-Syndrom vorbeugen

Wer grundsätzlich eine geringe Stresstoleranzgrenze hat, sollte sich Methoden aneignen, um Belastungssituationen besser zu bewältigen. Entspannungstechniken, Bewegung und Psychotherapien sind Möglichkeiten, um zu lernen Stresssituationen zu meistern.

Welche die richtige Methode ist, muss jede*r selbst herausfinden.

Auch wichtig: Schon kleine Schritte entspannen den Alltag. Öfter mal eine Pause einlegen, bewusst atmen, aus dem Fenster schauen, ein paar Schritte an der frischen Luft gehen, Tagträumen nachhängen oder einfach mal nichts tun.

Das sind zwar keine Patentlösungen, um nie am Broken-Heart-Syndrom zu erkranken, dennoch können sie helfen, Stress besser zu bewältigen.

withings body scan 2 waage - Foto: iStock/phuttaphat tipsana/Withings
Body Scan 2: Smarte Withings-Waage misst vitale Körperwerte – blitzschnell

Die neue smarte Waage Body Scan 2 von Withings sorgt gerade auf der Technikmesse CES für ordentlich Wirbel. Mit ihr weißt du bereits nach 90 Sekunden, ob sich einzelne Körperwerte verschlechtert oder verbessert haben.

Eine Frau hält sich mit beiden Händen die Ohren zu und hat ein schmerzverzerrtes Gesicht. - Foto: IMAGO / Zoonar
Unerträglich!
Misophonie: Wenn dich Schmatz-Geräusche in den Wahnsinn treiben - Daran liegt es!

Kauen, Schlürfen, Schmatzen – für manche sind das keine Kleinigkeiten, sondern echte Trigger für Wutausbrüche. Dahinter steckt ein Phänomen mit Namen.

Iris Klein und Freund Stefan posieren zusammen. Jetzt sind sie getrennt. - Foto:  IMAGO / APress
Traurige Trennung
Iris Klein wieder Single! Liebes-Aus mit Stefan Braun – das steckt dahinter

Iris Klein geht wieder alleine durchs Leben. Jetzt macht sie ihre Trennung öffentlich.

Die Augenfalte verrät mehr über dein Kind als du denkst - Foto: Istock
Gesundheit
Dennie-Morgan-Falte beim Baby: Das verrät sie über seine Gesundheit

Fast alle Säuglinge haben, wenn sie auf die Welt kommen, Falten unter den Augen. Diese können auf Allergien hinweisen. Was die Augenfalte noch über die Gesundheit deines Kindes verrät.

Kleinkind von hinten, dass gerade im Begriff ist, mit einer Spritze geimpft zu werden - Foto: I-Stock/vgajic
Betrug?
Masern-Impfpflicht: Wie sie von Eltern und Ärzten umgangen wird

Seit 2020 gilt in Deutschland eine Masern-Impfpflicht für Kinder. Doch viele Eltern suchen Schlupflöcher – unterstützt von einem Schattennetzwerk aus Ärzten, das gezielt hilft, die Vorgaben zu umgehen.

Grüne Dose mit Zahnstochern vor hellem Hintergrund - Foto: i-Stock/GOLF3530
TikTok-Trend
Gefährlicher Schulhof-Hype: Warum Zahnstocher alles andere als harmlos sind

Jugendliche und Kinder feiern sie: aromatisierte Zahnstocher. Doch die Holzstäbchen sind nicht immer so unbedenklich, wie sie aussehen. Einige davon enthalten Nikotin – und das in besorgniserregend hoher Dosierung.