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Mythos & Wissenschaft

Stehen Menstruation und Mond in Verbindung? Das sagt eine neue Studie!

Kann der Mond mit seinen Phasen den Menstruationszyklus beeinflussen? Was neue Forschungsergebnisse verraten.

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Ein möglicher Zusammenhang zwischen Mond- und Menstruationszyklus beschäftigt die Wissenschaft schon lange. Foto: acob Wackerhausen/iStock

Seit Jahrhunderten fasziniert der Mond uns Menschen. Er bewegt die Ozeane, erhellt die Nacht und inspiriert Mythen über Schlaf, Stimmung und Fruchtbarkeit. Viele spüren es selbst: In Vollmondnächten schlafen wir unruhiger, fühlen uns aufgewühlter oder sensibler als sonst.

Doch könnte der Mond tatsächlich auch Einfluss auf unseren Menstruationszyklus haben?

Wissenschaftliche Untersuchung klärt auf

Die Kraft des Mondes ist gewaltig – sie bewegt schließlich die Ozeane. Aber könnte sie auch für Veränderungen in unserem Körper, etwa beim Menstruationszyklus, verantwortlich sein?

Genau dieser Frage ist nun ein Forschungsteam der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg nachgegangen. Ihre aktuelle Studie (veröffentlicht im Fachjournal Science Advances) wertete dazu Menstruationskalender und Tagebücher von 176 Frauen, die nicht hormonell verhüteten, aus, die ihre Periode zwischen 2 und 37 Jahre lang dokumentierten. Hier findest du die englische Originalstudie.

Weil aus den Jahren 1950 bis 1980 nur wenige Informationen vorlagen, haben die Forscher*innen zusätzlich Aufzeichnungen von 22 Frauen aus einer bereits 2021 veröffentlichten Studie der Universität Würzburg ausgewertet.

Gab es eine „innere Monduhr“?

Nach Angaben der Chronobiologin Charlotte Förster, Seniorprofessorin an der Universität Würzburg, zeigt die Auswertung der Daten einen bemerkenswerten Zusammenhang: „Vor allem die Menstruationszyklen von Frauen, deren Aufzeichnungen vor 2010 - also vor der Einführung von Leuchtdioden und Smartphones - gemacht wurden, waren tatsächlich häufiger mit dem Zyklus von Voll- und Neumond synchronisiert.“

Nach der zunehmenden Verbreitung von LED-Lampen, Smartphones und heller Straßenbeleuchtung hat sich unser nächtliches Umfeld deutlich verändert - und das scheint auch unsere natürlichen Rhythmen zu beeinflussen. Laut den Forschenden wurde die Übereinstimmung zwischen Menstruationszyklen und den Mondphasen nach 2020 deutlich seltener beobachtet. Nur im Januar, wenn Sonne, Mond und Erde eine besonders starke Wirkung zueinander haben, zeigte sich diese Verbindung noch vereinzelt.

Das Forschungsteam geht davon aus, dass der Mensch vielleicht noch die Reste einer „inneren Monduhr“ in sich trägt, also einen uralten biologischen Rhythmus, der sich einst am natürlichen Mondlicht und an den feinen Gravitationskräften des Mondes orientierte. Das viele künstliche Licht unserer modernen Welt könnte diesen zarten Taktgeber jedoch zunehmend stören und aus dem Gleichgewicht bringen.

Mond und Menstruation: Was ist dran am Mythos?

Aber heißt das nun, dass wir wie manche Meeresbewohner zuverlässig nach dem Mond leben? Prof. Förster bleibt zurückhaltend: „Monduhren sind bei Meeresorganismen weit verbreitet, aber bisher nicht für den Menschen nachgewiesen.“ Die Studien liefern zwar Hinweise auf Zusammenhänge, eine klare wissenschaftliche Bestätigung gibt es aber nicht.

Spannend ist trotzdem: Im Schnitt dauert der Menstruationszyklus einer Frau etwa 29 Tage – ähnlich wie ein vollständiger Mondzyklus. Das ist aber nur ein Durchschnittswert! Jede Frau ist anders, und so schwankt der Zyklus bei vielen Frauen ganz normal zwischen 24 und 38 Tagen. Kein Grund zur Sorge also, wenn deine Tage nicht im „Mondrhythmus“ kommen!

Hier erfahren: Neue Studie: Für die meisten Frauen sind Regelschmerzen ganz normal – und genau das ist das Problem

Schlaf, Stimmung und der Mond: Gibt es noch mehr Verbindungen?

Auch andere wissenschaftliche Arbeiten beschäftigen sich mit dem Einfluss des Mondes auf unseren Körper. So fanden der Schweizer Forscher Christian Cajochen aus Basel und der US-Biologe Horacio de la Iglesia Hinweise darauf, dass Menschen rund um Voll- und Neumond im Durchschnitt kürzer und unruhiger schlafen.

Und auch der amerikanische Psychiater Thomas Wehr stellte in seinen Untersuchungen fest, dass sich bei Menschen mit einer bipolaren Erkrankung in diesen Mondphasen häufiger Stimmungsschwankungen zeigen.

Weiter informieren: Manisch-depressiv: Was steckt hinter der bipolaren Störung?

Ein kleines Wunder – aber kein Grund zur Sorge

Obwohl der Einfluss des Mondes auf unseren Zyklus nicht eindeutig bewiesen ist, bleibt es faszinierend, wie sehr uns der Nachthimmel beschäftigt – und wie nahe die Rhythmen von Mond und Zyklus beieinander liegen. Ein bisschen Staunen darf also bleiben!

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