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Christina-Block-Prozess: Nachbarin will haarsträubende Bestrafung beobachtet haben

Im Prozess um Christina Block sorgt eine Nachbarin mit brisanten Aussagen für Aufsehen: Sie berichtet von erschütternden Szenen und möglichen Hinweisen vor der Entführung. Alle Entwicklungen im Überblick.

Christina Block mit ihrem Verteidiger Ingo Bott auf dem Weg zum laufenden Prozess.
Christina Block und ihr Verteidiger Ingo Bott. Foto: IMAGO / BREUEL-BILD
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Der Prozess um Unternehmerin Christina Block zieht weiterhin große Aufmerksamkeit auf sich – nicht nur wegen der mutmaßlichen Entführung zweier ihrer Kinder, sondern auch wegen immer neuer Details aus der Vergangenheit der Familie. Nun sorgt die Aussage einer Nachbarin vor Gericht für besonders emotionale Reaktionen.

Zeugin meldete sich selbst – „Ich wollte nicht länger schweigen“

Am 43. Verhandlungstag vor dem Landgericht Hamburg tritt eine 52-jährige Nachbarin als Zeugin auf. Sie hatte sich kurz nach Prozessbeginn eigenständig beim Anwalt von Blocks Ex-Mann gemeldet. Laut Nebenklagevertreter Philip von der Meden habe sie berichtet, Beobachtungen gemacht zu haben, „die sie zum Weinen gebracht hätten“.

Vor Gericht erklärt die dreifache Mutter: „Mein Anliegen ist es, den Kindern eine Stimme zu geben“. Sie habe gelesen, dass die Kinder selbst nicht aussagen wollen und bereue es, nicht früher gehandelt zu haben.

Schilderungen erschüttern: Szenen aus der Vergangenheit

Die Zeugin berichtet von mehreren Situationen, die sie nach eigenen Angaben als „traurig“ empfunden habe. Besonders eindrücklich schildert sie eine Szene mit dem jüngsten Sohn: Dieser habe als Kleinkind ohne Schuhe im Regen vor dem Haus gestanden und geweint.

Als sie ihre eigene Tochter schickte, um darauf aufmerksam zu machen, habe Christina Block laut Aussage der Zeugin nur gesagt: „Der Junge wüsste ganz genau, warum er dort steht“.

Auch der Alltag der Familie sei ihrer Beobachtung nach häufig angespannt gewesen. „Der Umgangston war auch nicht immer freundlich“, so die Zeugin. Zudem seien die Kinder oft allein gewesen. Sie habe sich jedoch nicht getraut, Block direkt anzusprechen – unter anderem, weil diese eine „Prominente“ sei.

Christina Block weist Vorwürfe entschieden zurück

Christina Block selbst bestreitet die Darstellung der Nachbarin deutlich. Über die geschilderte Szene mit ihrem Sohn sagt sie, das sei „vollkommen absurd“. Generell betont sie, ihre Kinder hätten bis Sommer 2021 „fröhlich und gut“ bei ihr gelebt.

Auch ihr Verteidiger Ingo Bott stellt die Glaubwürdigkeit der Aussage infrage und spricht von einer „Abrechnungsgeschichte der Nebenklage“. Block selbst erklärt zudem, sie kenne die Zeugin nicht persönlich.

Rätselhafte Beobachtungen vor der Entführungsnacht

Neben den Schilderungen aus der Vergangenheit äußert sich die Nachbarin auch zu Beobachtungen kurz vor der Silvesternacht 2023/24 – jener Nacht, in der zwei Kinder gewaltsam von Dänemark nach Deutschland gebracht wurden.

Sie habe gesehen, wie „Unmengen von Tüten“ in Blocks Haus getragen worden seien. Ein ungewöhnlicher Anblick, der ihr im Gedächtnis geblieben sei. Zunächst habe sie an eine Feier gedacht – doch am nächsten Tag sei das Haus dunkel gewesen.

Die Nebenklage wertet diese Beobachtung als möglichen Hinweis darauf, dass die Rückkehr der Kinder vorbereitet worden sein könnte. Die Verteidigung weist auch diese Interpretation zurück.

Hintergrund: Vorwürfe rund um die mutmaßliche Entführung

Im Zentrum des Verfahrens steht der Vorwurf, Christina Block habe im Sorgerechtsstreit eine Sicherheitsfirma beauftragt, zwei ihrer Kinder aus Dänemark nach Deutschland zu bringen. Die Kinder – damals zehn und 13 Jahre alt – wurden in der Silvesternacht 2023/24 nach Süddeutschland gebracht, bevor ihre Mutter sie nach Hamburg holte.

Block bestreitet, einen entsprechenden Auftrag erteilt zu haben. Insgesamt sind mehrere Personen angeklagt, darunter auch ihr Lebensgefährte Gerhard Delling. Ein weiterer Beschuldigter hat seine Beteiligung bereits eingeräumt.

Prozess geht weiter – wichtige Zeugen fehlen

Der Prozess ist noch lange nicht abgeschlossen. Weitere wichtige Zeugenaussagen stehen aus, darunter auch Vernehmungen von Beteiligten aus Israel. Diese konnten bislang jedoch aufgrund der aktuellen Lage im Nahen Osten nicht stattfinden.

Die Verhandlung soll am 14. April fortgesetzt werden. Wie es konkret weitergeht, ist laut Gericht noch in Klärung.