Erschreckend

Dagmar Berghoff: Sie hatte die Hoffnung schon aufgegeben, als...

Mittlerweile wirft Dagmar Berghoff nichts mehr um. Aber früher sah das dramatisch anders aus...

Mittlerweile wirft Dagmar Berghoff nichts mehr um. Aber früher sah das dramatisch anders aus...
Foto: IMAGO / Future Image

*Triggerwarnung: In diesem Artikel geht es um Depressionen, Selbstmord-Gedanken und Suizid. Bei manchen Menschen kann dieses Thema negative Reaktionen auslösen. Bitte sei achtsam, wenn das bei dir der Fall ist.

Dagmar Berghoff: Ein einzelner Sonnenstrahl hat sie gerettet

Mittlerweile ist sie 79 Jahre alt – da wirft Dagmar Berghoff nichts mehr um. Aber früher musste die erste „Miss Tagesschau“ durch manches Tal gehen. In unserem Interview spricht sie über Depressionen und erzählt, wie ein einzelner Sonnenstrahl sie gerettet hat …

Wann, würden Sie sagen, war Ihre schönste Zeit?

Meine 50er-Jahre, als ich mit meinem Mann zusammen war, waren für mich die schönsten. Als ich 30 war, war ich unglücklich verliebt. Mit Mitte 40 hatte ich ein Burn-out. Mit 50 Jahren war ich so richtig glücklich.

Wie kam es mit Mitte 40 zu einem Burn-out?

Ich hatte im Job alles erreicht, was man erreichen kann. Und dachte mir: Ob ich nun das eine oder das andere Buch noch lese, mich zum Essen verabrede oder mir ein Theaterstück ansehe, ist doch alles egal. Ich wusste nicht, was da noch Gutes kommen soll.

Dagmar Berghoff: "So was macht die Seele mit einem"

Ein ähnliches Gefühl hatten Sie bereits mit Anfang 20.

Ja, ich war auf der Schauspielschule und habe an mir gezweifelt, ob ich begabt genug bin. Eines Tages habe ich nachgedacht, ob es nicht besser wäre, dem Ganzen ein Ende zu setzen. Ich fuhr mit der U-Bahn an einem völlig verregneten Tag, als mich plötzlich ein riesiger Sonnenstrahl traf. Dieser Strahl war für mich das Zeichen, weiterzumachen. Sie sehen, wie leicht beeinflussbar ich war.

Sie sind, was Depressionen betrifft, vorbelastet. Ihre Mutter Irene nahm sich das Leben, als Sie gerade mal sieben Jahre alt waren.

Ja, meine Mutter war manisch-depressiv. Sie hat sich vor einen Zug geworfen. Ich war lange Zeit sehr wütend auf sie. Ich konnte einfach nicht verstehen, wie sie ihren Mann mit zwei kleinen Kindern allein lassen kann.

Haben Sie sich jemals professionelle Hilfe gesucht?

Nach dem Tod meines Mannes (Dr. Peter Matthaes, † 67, er starb an Bauchspeicheldrüsenkrebs, Anm. der Red.) war ich bei einer Psychotherapeutin. Weil ich einfach nicht damit klarkam. Ich wartete jeden Tag auf ihn und redete mir ein, er wäre nur kurz weg. Dabei war ich dabei, als er starb. Doch für mich gab es viele logische Gründe, warum er gerade nicht bei mir ist. So was macht die Seele mit einem, sie baut sich einen schützenden Kokon.

Du leidest an Depressionen oder kennst jemanden, der daran leidet? Bei der Deutschen Depressionshilfe findest Du eine Liste von Hilfsangeboten, Telefonnummern und Adressen, an die du dich wenden kannst.

Du hast Selbstmord-Gedanken oder kennst jemanden, der welche hat? Dann kontaktiere bitte umgehend die Telefonseelsorge unter telefonseelsorge.de. Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 kannst du außerdem anonym und rund um die Uhr Hilfe von Beratern bekommen, die Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.

Im Video: Veronica Ferres: Im Angesicht des Todes fand sie zurück zu Gott!

JW Video Platzhalter
Zustimmen & weiterlesen
Um diese Story zu erzählen, hat unsere Redaktion ein Video ausgewählt, das an dieser Stelle den Artikel ergänzt.

Für das Abspielen des Videos nutzen wir den JW Player der Firma Longtail Ad Solutions, Inc.. Weitere Informationen zum JW Player findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Bevor wir das Video anzeigen, benötigen wir Deine Einwilligung. Die Einwilligung kannst Du jederzeit widerrufen, z.B. in unserem Datenschutzmanager.

Weitere Informationen dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Artikelbild & Social Media: IMAGO / Future Image