Psychische ErkrankungDepression: Diese Symptome sind Warnsignale der Krankheit

Wo hört Melancholie auf und wann spricht man von einer Depression? Die Symptome der lebensbedrohlichen Krankheit können sehr vielfältig sein. Es gibt jedoch bestimmte Anzeichen, die akute Warnsignale sind.

Inhalt
  1. Unterschied zwischen Depression und depressiver Verstimmung
  2. Symptome der Depression auf Gefühlsebene
  3. Merkmale der Depression auf Verhaltensebene
  4. Psychosomatische Anzeichen einer Depression
  5. Unterschiedliche Symptome bei Frauen und Männern
  6. Therapie bei Depressionen
 

Unterschied zwischen Depression und depressiver Verstimmung

Traurig ist jeder mal und in schwierigen Lebenslagen wie bei Jobverlust oder Trennung kann eine depressive Verstimmung auch länger anhalten. Es gilt allerdings darauf zu achten, wann sich aus der kurzen melancholischen Phase eine langanhaltende Depression entwickelt. Die folgenden Symptome können Anzeichen der psychischen Erkrankung sein:

 

Symptome der Depression auf Gefühlsebene

  • Das Gefühlsleben Depressiver ist von großer Hoffnungslosigkeit bestimmt. Die Spanne reicht hierbei vom Verlust des Freude- bzw. Trauergefühls bis hin zur Empfindung das gesamte Leben sei sinnlos.
  • Gefühle wie Angst, Verzweiflung, Schuld, Trauer, innere Leere, Hilflosigkeit, aber auch Gefühlskälte dominieren die Betroffenen.
  • Auch die Gedanken sind pessimistischer Natur und beziehen sich vor allem auf die eigene Person: Depressive Menschen fühlen sich wertlos und hadern mit ihren eigenen Fähigkeiten, ihrem Aussehen und ihrer Existenz.
  • Übermäßiges Grübeln und Konzentrationsstörungen sind ebenfalls Anzeichen der psychischen Krankheit.
  • Bei schweren Depressionen sehen die Betroffenen oft gar keinen Ausweg mehr und haben Suizidgedanken.
 

Merkmale der Depression auf Verhaltensebene

  • Schwer depressive Menschen haben häufig eine erstarrte Mimik. Das Gesicht wirkt wie versteinert und es ist keine Gefühlsregung zu sehen.
  • Auch die Stimme gibt sehr viel Auskunft über die Krankheit – sie klingt oft leise und monoton.
  • Betroffene ziehen sich immer mehr aus dem sozialen Leben zurück, da sie sich antriebslos und minderwertig fühlen. Hobbys werden vernachlässigt, die Arbeit kann aufgrund von einer verminderten Konzentrationsfähigkeit nicht mehr erfüllt werden.
  • Depressive leiden häufig unter einer Denkhemmung. Dabei sind die Erkrankten nur verzögert in der Lage bestimmte Vorgänge gedanklich zu erfassen. Sie müssen gegen einen inneren Widerstand anarbeiten, um sich auf bestimmte Gedanken konzentrieren zu können.
  • Während einige Patienten der Antriebslosigkeit erliegen und sich ins Bett als Aufenthaltsort zurückziehen, laufen andere rastlos, wie getrieben, herum.

Unterschied: Depression oder Befindlichkeitsstörung?

 

Psychosomatische Anzeichen einer Depression

Die Depression drückt sich auch mit körperlichen Symptomen aus. Typische psychosomatische Anzeichen zeigen sich durch eine erhöhte Infektanfälligkeit, Appetitlosigkeit und extremer Gewichtsabnahme- oder zunahme. Hinzu kommen Schmerzen in den unterschiedlichsten Körperregionen. Hier ist jedoch ein Brustschmerz mit einem quälenden Druckgefühl am auffälligsten.

Durch mangelndes Interesse an der persönlichen Umwelt kann es auch zu sexuellen Störungen bis hin zum Libidoverlust kommen. Hinzu kommen häufig schwerwiegende Schlafstörungen und Probleme, morgens überhaupt aufzustehen.

Diese Fotos machen Depressionen sichtbar

 

Unterschiedliche Symptome bei Frauen und Männern

Es gibt gravierende Unterschiede, wie sich Depressionen bei Frauen und Männern äußern. Bei Frauen treten meist die klassischen Symptome, wie Hoffnungslosigkeit, verstärktes Grübeln, Trauer und Selbstisolation auf.

Betroffene Männer reagieren oft nicht mit den typischen Anzeichen, weshalb die Krankheit schwerer zu diagnostizieren ist. Bei ihnen dominiert häufig eher aggressives Verhalten mit Gereiztheit, schnellem Aufbrausen bis hin zu Wutanfällen. Sind Männer depressiv, greifen sie zudem besonders oft zu Alkohol, um ihre Gefühle zu betäuben.

Wie ich herausfand, dass ich depressiv bin

 

Therapie bei Depressionen

Depressionen sollten immer behandelt werden, denn Betroffene können sich meist nicht von selbst aus der Krankheit befreien. Antidepressiva können die Symptome zwar mildern, aber nicht die Ursache bekämpfen, daher ist eine Psychotherapie dringend erforderlich. Therapeutische Hilfe gibt es im deutschlandweiten Therapeutenfinder.

Suizid-Gedanken? Kreisen deine Gedanken darum, dein Leben zu beenden? Sprich mit anderen Menschen darüber! Hier findest du Hilfe in vermeintlich ausweglosen Lebenssituationen: 0800/111 0 111 oder 0800/111 0 222.

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