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Studie

Depression erkennen: Die Wortwahl entlarvt die Krankheit

Eine Depression lässt sich nicht pauschalisieren. Doch so individuell die Hintergründe der Krankheit sein können, so sehr ähnelt sich die Wortwahl Depressiver. Forscher haben Worte entschlüsselt, die auf Depressionen hinweisen.

Depressionen haben viele Gesichter. Das ist einer der Gründe, wieso sie manchmal so schwierig zu diagnostizieren sind. Der Schein trügt – auch ein Mensch, der in Gesellschaft fröhlich und aufgeschlossen wirkt, kann in Wahrheit depressiv sein. Deswegen sprechen immer mehr Betroffene offen darüber, wie es sich wirklich anfühlt, an Depressionen zu leiden. Das und die Ergebnisse einer Studie machen es langsam ein Stück weit einfacher, besser auf seine Mitmenschen zu achten.

Denn auch wer genau zuhört, kann erkennen, ob jemand an Depressionen erkrankt sein könnte. Das haben Forscher der Universität in Reading in Großbritannien herausgefunden. Eine Computer-Analyse hat ergeben, dass Depressive bestimmte Adjektive und auch Pronomen häufiger verwenden.

Negative Wortwahl deutet auf Depressionen hin

Sie teilen die Eigenschaften, dass sie negativ und für sich allein sprechend sind. Oft gebrauchte Adjektive, die auf eine Depression hinweisen, sind „einsam“, „traurig“ oder auch „miserabel“. Zudem wird meist nur in der Ich-Form gesprochen, also von „mir“, „mein“ oder „mich“ und seltener von Pronomen in der dritten Person. Diese Beobachtung deute darauf hin, dass Depressive sehr auf sich und ihr Leid konzentriert sind.

Ebenfalls typisch für Depressionen ist das sogenannte „Schwarz-Weiß-Denken“. Aus diesem Grund sollte man ebenfalls bei Wörtern wie „immer“ oder „nie“ hellhörig werden. Das Pauschalisieren kann ebenfalls Hinweis auf eine Depression sein. Erkrankte sehen keinen Ausweg und können ihre Situation nicht mehr realistisch betrachten, sondern empfinden sie oft als aussichtslos. Sie verlieren den Blickwinkel für das große Ganze.

Für eine gesicherte Diagnose ist natürlich mehr als die Wortwahl nötig – trotzdem ist Zuhören ein wichtiger Schritt im Umgang mit Depressiven. Die Ergebnisse können helfen, depressive Tendenzen auch frühzeitig zu erkennen und ihnen entgegenzuwirken.

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