Toxisch

Die 10 giftigsten Pflanzen aus deinem Garten

Die zehn giftigsten Pflanzen aus unseren heimischen Gärten sind keine Unbekannten. Die klassische Thuja-Hecke, den Eiben Strauch oder auch den blauen Eisenhut kennen die meisten von uns. Diese und sieben weitere giftige Pflanzen aus dem Garten findest du in unserer Liste wieder.

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Die 10 giftigsten Pflanzen aus den heimischen Gärten.
Foto: iStock

Die 10 giftigsten Pflanzen in deinem Garten

Wenn der Garten auch im Herbst grün ist oder im Frühling alles blüht, freut man sich, genießt den Anblick und denkt an nichts Böses. Doch auch in unseren heimischen Gärten lauern Gefahren, denen man sich meistens gar nicht bewusst ist. Tulpen, Thuja oder Tollkirsche können schnell zu einem Besuch in der Notaufnahme führen. Wir stellen die zehn giftigsten Pflanzen aus dem Garten vor.

Sollten dir Vergiftungssymptome auffallen, wende dich direkt an einen Arzt, rufe den Feuerwehr Rettungsdienst (112) oder den Giftnotruf an:

  • Bonn: 0228 – 19240
  • Berlin: 030 – 19240
  • Erfurt: 0361 – 730 730
  • Freiburg: 0761 – 19240
  • Göttingen: 0551 – 19240
  • Homburg: 06841 – 19240
  • Mainz: 06131 – 19240
  • München: 089 – 19240
Bilsenkraut ist eine der 10 giftigsten Pflanzen.
Foto: iStock/kazakovmaksim

Die 10 giftigsten Pflanzen: Bilsenkraut

Besondere Merkmale des Bilsen- oder auch Tollkraut sind die länglichen eiförmigen Blätter, die gestielt, gezähnt und behaart sind. Die Blüten sind schmutzig gelb, kelchförmig und besitzen violette Adern.

Das Nachtschattengewächs blüht von Juni bis September. Die Blätter des Bilsenkrauts sind schon ab einer Menge von 0,5 g giftig, wobei generell alle Teile der Pflanze als toxisch eingestuft sind.

Mögliche Symptome bei einer Vergiftung sind:

  • Heiße Haut
  • Gesichtsröte
  • Trockene Schleimhaut
  • Schluckbeschwerden
  • Heiserkeit
  • Pupillenveränderung
  • Sehstörungen
  • Herzbeschwerden
  • Sedierung, aber auch Erregung
  • Halluzinationen
Die 10 giftigsten Pflanzen aus deinem Garten: Der blaue Eisenhut.
Foto: iStock/jph9362

Die 10 giftigsten Pflanzen aus deinem Garten: Blauer Eisenhut

Die Schönheit des blauen Eisenhuts, der auch als echter Sturmhut bekannt ist, täuscht gerne über seine totbringende Wirkung hinweg. Der blaue Eisenhut wird zwischen 0,5 und 1,5 m hoch. Sein Stängel ist kräftig, nackt und wächst aufrecht. Die Blätter sind dunkelgrün, tief eingeschnitten und werden nach oben hin immer kleiner. Die wunderschönen violett-bläulichen, dichten traubenförmigen Blüten zeigen ihre volle Pracht von Juni bis August. Das oberste Blatt ist stets helmförmig. Die Früchte des Eisenhuts bestehen aus Balgkapseln, welche schwarze glänzende Samen enthalten.

Bereits wenige Gramm der Pflanze führen zu lebensbedrohlichen Symptomen, die bereits nach zehn bis 20 Minuten einsetzen können. Die Giftaufnahme erfolgt über die Haut und die Schleimhäute.

Zu den Symptomen zählen:

  • Ein brennendes und kribbelndes Gefühl im Mund
  • Anschließende Ausbreitung über den gesamten Körper bis zur völligen Gefühlslosigkeit
  • Schweres Erbrechen
  • Krampfartiger Durchfall
  • Sehstörungen
  • Lähmung der Muskulatur
  • Starke Schmerzen
  • Wesensveränderungen
  • Kollaps
  • Herzrhythmusstörungen
  • Atemlähmung
Die 10 giftigsten Pflanzen aus deinem Garten: Eibe.
Foto: iStock/luliia Morozova

Die 10 giftigsten Pflanzen: Eibe

Die Eibe ist ein immergrüner Nadelbaum, der aber auch strauchförmig wächst und bis zu 15 m hoch werden kann. Ihre Äste können sowohl waagerecht, als auch abwärts stehen und eine unregelmäßige oder längliche pyramidale Krone aufweisen. Die oberen Nadeln der Eibe sind dunkelgrün und glänzen, wohingegen die Nadeln der Unterseite hellgrün und matt sind. Die Samen selbst sind schwarzbraun, holzig und werden becherförmig umhüllt. Dieser Samenmantel ist scharlachrot und saftig.

Nadeln und Samen der Eibe sind sehr giftig. Nach dem Verzehr von zwei Samen oder Nadeln können bereits kritisch sein. Möglich Symptome sind:

  • Mundtrockenheit
  • Rotfärbung der Lippen
  • Pupillenerweiterung
  • Blässe
  • Übelkeit
  • Leibschmerzen
  • Schwindel
  • Diarrhoe
  • Herz- und Kreislaufstörungen
  • Leberschäden
  • Nierenschäden
  • Krampfanfälle
  • Tod
Die 10 giftigsten Pflanzen aus deinem Garten: Engelstrompete.
Foto: iStock/sundrawalex

Die 10 giftigsten Pflanzen: Engelstrompete

Der melodische Name und die leuchtenden Farben der Engelstrompeten lassen einen fast vergessen, wie giftig die Pflanze ist. Die Blätter der Engelstrompete sind am Rand gewellt, weich behaart, grün und gestielt. Ihre Blüte zeigt die Engelstrompete, bei Temperaturen von 18 bis 22 °C, von Juni bis Januar. Sie hängen einzeln und können bis zu 25 cm lang werden. Die Blütenspitzen sind leicht aufgerollt und am farbintensivsten. Das Farbspektrum der Engelstrompete reicht von Weiß über Gelb, zu Orange bis Rot.

Schon kleinste Mengen der gesamten Pflanze können folgende Symptome herbeiführen:

  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Heiße Haut
  • Gesichtsröte
  • Trockene Schleimhaut
  • Schluckbeschwerden
  • Heiserkeit
  • Pupillenerweiterung
  • Sehstörungen
  • Herzbeschwerden
  • Erregung, aber auch Sedierung
  • Halluzinationen
Die 10 giftigsten Pflanzen aus deinem Garten: Herbstzeitlose.
Foto: iStock/ArgenLant

Die 10 giftigsten Pflanzen: Herbstzeitlose

Auf den ersten Blick erinnert die Herbstzeitlose an Krokusse. Zumindest, wenn sie nach dem Frühsommer ihre Blätter verliert. Doch auch diese Blume täuscht mit ihrer Schönheit über ihre Toxizität hinweg. Die zarte Pflanze wird acht bis 25 cm hoch, besitzt grundständige Blätter die bis zu 40 cm lang werden können und im Frühling erscheinen. Zu dieser Zeit beherbergen sie unreife Kapselfrüchte. Aufgrund ihrer großen Blätter und der langen Zeit ohne Blüte wurde die Herbstzeitlose in der Vergangenheit mehrfach mit Bärlauch verwechselt. Die Herbstzeitlose blüht, wie ihr Name andeutet, im Spätsommer bis in den Herbst hinein.

Die gesamte Pflanze ist giftig. Erste Symptome treten nach zwei bis mehr als sechs Stunden auf:

  • Schweres Erbrechen
  • Starke Durchfälle
  • Lähmungen
  • Herz-Kreislaufversagen
Die 10 giftigsten Pflanzen aus deinem Garten: Stechapfel.
Foto: iStock/HanaRichterova

Die 10 giftigsten Pflanzen: Stechapfel

Der Stechapfel oder auch Asthmakraut, trägt seinen Namen zu Recht. Denn die grüne Fruchtkapsel ist groß, vierklapprig und komplett mit Stacheln übersät. Der Kelch blüht von Juni bis September. Doch schon ab August, bis etwa Oktober, reifen schwarze nierenförmige Samen an. Die Blätter des Stechapfels sind gezähnt, langstielig und haben eine längliche Eierform.

Schon bei einer Einnahme geringer Mengen sind gefährliche Symptome zu erwarten.

Dazu zählen:

  • Unruhe
  • Bewusstseinseintrübung und/oder Halluzinationen
  • Pupillenerweiterung
  • Mundtrockenheit
  • Blasensperre
  • Übertemperatur
  • Pulsbeschleunigung
Die 10 giftigsten Pflanzen aus deinem Garten: Thuja.
Foto: iStock/Kusska

Die 10 giftigsten Pflanzen: Thuja

Das hohe Zypressengewächs mit den immergrünen Blättern kann zwischen sechs und 20 m hoch werden. Die Äste sind an der Oberseite dunkel- und darunter hellgrün. Die Äste der Thuja sind waagerecht verzweigt und die einzelnen Blätter schuppenförmig aufgefächert. An noch sehr jungen Trieben sind sie nadelförmig. Die Thuja blüht im Sommer und ihre Samen befinden sich in braunen schuppigen Zapfen.

Das Holz und die Zapfen, aber vor allem die Spitzen der Thuja Zweige sind giftig. Eine kritische Dosis ist nicht bekannt, aber mögliche Symptome sind folgende:

  • Schleimhautentzündungen
  • Magen-Darm-Beschwerden mit Übelkeit, Brechreiz, Blähungen und Durchfall
  • Leberschäden
  • Nierenschäden
  • Krampfanfälle
Die 10 giftigsten Pflanzen aus deinem Garten: Tollkirsche.
Foto: iStock/merlinpf

Die 10 giftigsten Pflanzen: Tollkirsche

Ab Juli bis Oktober trägt die Tollkirsche ihre Beeren. Ihre etwa kirschgroßen Beeren sind schwarz, glänzen, enthalten einen violetten Saft und sitzen in einem grünen sternförmigen Kelch. Die Blätter der Tollkirsche sind leicht elliptisch und wachsen immer gepaart (ein kleines und ein großes Blatt).

Alle Pflanzenteile sind giftig, aber bereits drei bis vier Beeren können bei Kindern zu Symptomen führen:

  • Pupillenerweiterung
  • Trockener Mund
  • Hautrötung und Überwärmung
  • Herzrasen
  • Halluzinationen
Die 10 giftigsten Pflanzen aus deinem Garten: Tulpe.
Foto: iStock/laimdota

Die 10 giftigsten Pflanzen: Tulpe

Die bunten Tulpen, die gerne zur Osterzeit in hübschen Sträußen auch in den Wohnungen zu finden sind, sind nicht ungefährlich. Das Zwiebelgewächs besitzt ein bis zwei Blätter, einen meist recht geraden Stiel, auf dem eine große Blüte thront.

Die komplette Tulpe gilt als giftig, wobei eine kritische Dosis nicht bekannt ist. Die Symptome werden nach „Hautkontakt“ und „Verzehr“ unterschieden:

Hautkontakt:

  • „Tulpenzwiebel-Dermatitis“ mit ekzematöser Hautveränderung
  • Jucken
  • Rötung
  • Schwellung
  • Erhöhte Brüchigkeit der Fingernägel
  • Risse der Haut und leichte Schuppung

Sobald der Kontakt zu den Tulpen unterbrochen wird, heilt die Dermatitis nach wenigen Tagen von alleine ab. Sollte dies nicht der Fall sein, bitte einen Arzt aufsuchen.

Verzehr:

  • Speichelfluss
  • Erbrechen
  • Bauchschmerzen
  • Abfall der Körpertemperatur
  • Schock
  • Apathie
  • Atemstillstand

Die Informationszentrale gegen Vergiftungen der Universitätsklinik Bonn  empfiehlt bei geringen Mengen, viel Wasser zu trinken und bei größeren Mengen einen Arzt aufzusuchen.

Die 10 giftigsten Pflanzen aus deinem Garten: Wunderbaum.
Foto: iStock/fotolinchen

Die 10 giftigsten Pflanzen: Wunderbaum

Die rot leuchtenden und stacheligen Früchte des Wunderbaums lassen einen durchaus vermuten, dass ihr Inhalt giftig sein könnte. Und so ist es auch. Die Samen, des Unteranderem auch als Rizinus bekannten Baumes, sind grau-braun marmoriert, bohnenförmig und sehr toxisch. Der Wunderbaum selbst wird zwei bis drei Meter hoch und besitzt sehr große, handförmig geteilte Blätter.

Die kritische Dosis ist nicht genau bekannt, aber bereits ein zerkauter Samen kann zu folgenden schwerwiegenden Symptomen führen:

  • Blässe
  • Fieber
  • Zittern
  • Bauchschmerzen
  • Übelkeit
  • Brechreiz
  • Bewusstseinsverminderung
  • Krampfanfälle
  • Herzrhythmusstörungen

Nach Hautkontakt kann es zu Juckreiz und Rötungen kommen.

Wichtig: Die Symptome treten möglicherweise erst nach mehreren Stunden oder Tagen auf!